Auf einen Blick

  • Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sind typisch für eine Erkältung.

  • Die Infektion wird durch harmlose Viren ausgelöst.

  • Normalerweise klingen die Beschwerden innerhalb einer Woche von allein ab.

  • Medikamente sind meist nicht nötig.

  • Hygienemaßnahmen und Abstand halten schützen vor Ansteckung.

Einleitung

Foto vom Händewaschen (PantherMedia / subbotina) Eine Erkältung ist in der Regel harmlos und verschwindet von selbst wieder. Sie wird auch grippaler Infekt genannt, hat aber nichts mit einer echten Grippe zu tun. Erkältungsbeschwerden wie Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase können sehr lästig sein. Bei einer starken Erkältung fühlt man sich oft auch schlapp und krank.

Meist klingt eine Erkältung nach etwa einer Woche von selbst wieder ab. Manche Beschwerden können aber länger anhalten. Während Halsschmerzen und Schnupfen oft schon nach wenigen Tagen verschwinden, kann es bei einem Husten auch schon mal bis zu drei Wochen dauern, bis er komplett ausgestanden ist.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist meist nicht nötig. Sie können allenfalls helfen, die Beschwerden etwas zu lindern. Da Erkältungen in der Regel durch Viren ausgelöst werden, sind auch Antibiotika bei einer einfachen Erkältung nicht sinnvoll. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.

Symptome

Eine Erkältung entwickelt sich normalerweise über einige Tage. Typische Beschwerden sind ein Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase, Niesen, Husten und Halsschmerzen. Manchmal geht eine Erkältung auch mit leichtem Fieber, Mattigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen einher.

Gelegentlich werden Erkältung und Grippe verwechselt. Eine Grippe verursacht aber normalerweise viel stärkere Beschwerden. Sie beginnt zudem nicht allmählich, sondern meist sehr plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen.

Ursachen

Eine Erkältung kann von verschiedenen Viren verursacht werden. Sie lösen zwar eine Entzündung der Schleimhäute in Nase und Rachen aus, sind aber ansonsten harmlos.

Das unterscheidet sie zum Beispiel von echten Grippeviren oder dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2). Eine Infektion mit diesen Viren verursacht zwar auch erkältungsähnliche Beschwerden und kann mild verlaufen. Sie kann aber auch zu schweren Infektionen der Atemwege führen – etwa zu einer Lungenentzündung (Pneumonie).

 

Grafik: Die wichtigsten Unterschiede zwischen COVID-19, Erkältung, Grippe und Heuschnupfen

Häufigkeit

Erkältungen sind sehr häufig, vor allem bei Kindern. Es ist keine Seltenheit, dass ein Kind 6 bis 10 Erkältungen pro Jahr aus der Schule, dem Hort oder Kindergarten mit nach Hause bringt. Erwachsene bekommen im Durchschnitt 2 bis 4 Erkältungen pro Jahr, meist in der kalten Jahreszeit.

Verlauf

Oft beginnt eine Erkältung mit Kratzen im Hals oder Halsschmerzen, bald danach läuft die Nase und schwillt zu. Auch wenn man sich während einer Erkältung manchmal richtig krank fühlen kann, verläuft sie normalerweise harmlos: Das Immunsystem bekämpft die Infektion ohne Probleme.

Meist ist das Schlimmste innerhalb einer Woche überstanden. Bis die Symptome ganz verschwunden sind, kann es aber auch schon mal etwas länger dauern. Vor allem Husten kann hartnäckiger sein. Bis er komplett ausgestanden ist, dauert es bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage. Auch bei Kindern kann Husten mitunter drei Wochen lang anhalten.

Folgen

Eine Erkältung ist normalerweise harmlos und heilt ohne Folgen aus. Gelegentlich können sich aber nach der eigentlichen Infektion mit Viren später Bakterien in den Atemwegen ausbreiten. Die Bakterien können dann an unterschiedlichen Stellen stärkere Beschwerden auslösen, beispielsweise in den Nasennebenhöhlen.

Wenn sich der Kehlkopf entzündet, ist Heiserkeit die Folge. Kleinkinder können auch einen sogenannten Pseudokrupp entwickeln. Er wird durch Viren verursacht und ist an „bellendem“ Husten, Pfeifgeräuschen beim Einatmen und leichter Atemnot erkennbar.

Bei Babys, Säuglingen und Kleinkindern greift eine Erkältung manchmal auf das Ohr über und führt zu einer Mittelohrentzündung. Eine Bakterieninfektion im Rachen kann eine Mandelentzündung auslösen.

Eine Infektion der oberen Atemwege (im Bereich von Nase, Mund und Rachen) führt nur sehr selten zu ernsthaften Komplikationen wie einer Lungenentzündung. Bei hohem Fieber, starken oder sich verstärkenden Symptomen, Schmerzen in der Brust, Luftnot oder Problemen beim Atmen ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen. Das gilt besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, wie beispielsweise einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

 Grafik: AtemwegeAtemwege

Diagnose

Um eine Erkältung festzustellen, sind keine besonderen Untersuchungen nötig. Da die typischen Beschwerden fast jedem seit der Kindheit bekannt sind, wird auf einen Arztbesuch meist verzichtet. Auch für eine Ärztin oder einen Arzt reichen die geschilderten Symptome und der Blick in den Rachen in der Regel aus.

Erkältungen sind sehr häufig. Eine andere Erkrankung mit ähnlichen Beschwerden zu haben, ist deshalb viel weniger wahrscheinlich. Besteht aber der Verdacht, dass doch eine Grippe oder andere ernstere Infektion dahintersteckt, können Untersuchungen wie etwa ein Nasen- und Rachenabstrich Klarheit schaffen.

Vorbeugung

Weil es so viele verschiedene Erkältungsviren gibt, ist man nach einer überstandenen Erkältung nicht vor der nächsten geschützt. Das Immunsystem muss jedes Mal neu lernen, die Erreger zu bekämpfen. Auch eine Impfung gegen Erkältungen ist deshalb nicht in Aussicht.

Man kann sich aber mit einfachen Maßnahmen wie Abstand halten und Hygiene vor einer Ansteckung mit Erkältungsviren schützen. Die Viren verbreiten sich über Tröpfchen: Beim Niesen oder Husten werden viele winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft versprüht, die sich zum Beispiel auf Türklinken, Computer-Tastaturen oder Haltegriffen in der U-Bahn absenken. Beim Anfassen können die Viren dann an die Hände und von dort leicht weiter an Nase oder Mund gelangen. Wer es vermeidet, sich ins Gesicht zu fassen, kann sein Erkältungsrisiko deshalb verringern. Wichtig ist zudem, sich häufig mit normaler Seife die Hände zu waschen.

Wer bereits erkrankt ist und viel husten und niesen muss, hält sich am besten von anderen Menschen fern. Das bedeutet auch, nicht mit Erkältungsbeschwerden zur Arbeit zu gehen.

Erkältungsviren verbreiten sich über Dinge, die mit dem Mund oder der Nase eines erkälteten Menschen in Berührung kommen. Dazu gehören Tassen und Gläser, aus denen eine erkrankte Person getrunken hat, und erst recht gebrauchte Taschentücher. Daher ist es wichtig, benutzte Taschentücher nicht herumliegen zu lassen, sondern sie zu entsorgen.

Manchmal werden Vitamine oder Echinacea (Präparate mit Extrakten aus Sonnenhut) zur Vorbeugung von Erkältungen beworben. Manche Menschen beginnen bereits ein paar Wochen vor der Erkältungssaison damit, diese Mittel einzunehmen. Ihre schützende Wirkung ist aber sehr begrenzt.

Was Studien sagen

Behandlung

Die Vielzahl der Erkältungsviren ist der Grund, weshalb es bisher kein Medikament gibt, das sie gezielt bekämpfen und die Erkrankungsdauer spürbar verkürzen kann. Allerdings gibt es eine Reihe von Mitteln, die einige der Beschwerden etwas lindern können. Dazu gehören Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol sowie abschwellende Nasensprays zum kurzfristigen Einsatz.

Antibiotika wirken nicht gegen Erkältungsviren und sollten nur eingesetzt werden, wenn zusätzlich Bakterien im Spiel sind und zu Komplikationen geführt haben. Zudem haben Antibiotika häufig Nebenwirkungen.

Präparate mit Zink, Vitamin C oder Echinacea-Extrakten werden oft auch zur Behandlung einer Erkältung empfohlen. Eine zuverlässige Beurteilung der Vor- und Nachteile dieser Mittel ist zurzeit nicht möglich, da es hierzu nur wenige Studiendaten gibt oder die Studien widersprüchliche Ergebnisse zeigen.

Honig oder pflanzliche Arzneimittel wie bestimmte Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern können möglicherweise den Husten etwas lindern.

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