Einleitung

Foto vom Händewaschen (PantherMedia / subbotina) Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, ist in der Regel harmlos und verschwindet von selbst wieder. Sie hat nichts mit einer echten Grippe zu tun. Trotzdem sind Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase lästig. Bei einer starken Erkältung fühlt man sich oft auch schlapp und krank. Erkältungen werden in der Regel durch Viren ausgelöst.

Antibiotika helfen bei einer Erkältung nicht, da sie nur gegen Bakterien wirken. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, etwas gegen eine Erkältung und die Beschwerden zu tun.

Meist klingt eine Erkältung nach etwa einer Woche wieder ab. Manche Beschwerden können aber länger anhalten. Während Halsschmerzen und Schnupfen oft schon nach wenigen Tagen verschwinden, kann es bei einem Husten auch schon mal bis zu drei Wochen dauern, bis er komplett ausgestanden ist.

Symptome

„Erkältung“ ist der Oberbegriff für unterschiedliche Symptome, die durch eine Infektion der oberen Atemwege ausgelöst werden. Eine Erkältung entwickelt sich normalerweise über einige Tage. Typische Beschwerden sind ein Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase, Niesen, Husten und Halsschmerzen. Manchmal geht eine Erkältung auch mit leichtem Fieber, Mattigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen einher.

Manchmal werden Erkältung und Grippe verwechselt. Eine Grippe verursacht aber normalerweise viel stärkere Beschwerden. Sie wird von ganz anderen Virustypen verursacht und ist seltener als eine einfache Erkältung. Eine Grippe beginnt auch nicht allmählich, sondern meist sehr plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen.

Häufigkeit

Erkältungen sind sehr häufig, insbesondere bei Kindern. Es ist keine Seltenheit, dass ein Kind sechs bis zehn Erkältungen pro Jahr aus der Schule, dem Hort oder Kindergarten mit nach Hause bringt. Erwachsene bekommen im Durchschnitt zwei bis vier Erkältungen pro Jahr, meist im Winter.

Verlauf

Oft beginnt eine Erkältung mit Kratzen im Hals oder Halsschmerzen, meist beginnt dann bald die Nase zu laufen und der Schnupfen blüht auf. Auch wenn man sich während einer Erkältung manchmal richtig krank fühlen kann, bekämpft das Immunsystem die Infektion normalerweise ohne Probleme von selbst.

Meist ist das Schlimmste innerhalb von einer Woche überstanden. Bis die Symptome ganz verschwunden sind, kann es aber auch schon mal etwas länger dauern. Eine Untersuchung zur Erkrankungsdauer bei Kindern zeigte: Nach zehn Tagen war etwa die Hälfte wieder gesund, nach 15 Tagen hatten 90 von 100 Kindern die Erkältung überstanden. Auch bei Erwachsenen kann eine Erkältung schon mal hartnäckiger sein.

Ein Husten kann ebenfalls deutlich länger anhalten. Bis er komplett ausgestanden ist, dauert es bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage. Auch bei Kindern dauert ein Husten schon einmal drei Wochen an.

Folgen

Eine Erkältung ist normalerweise harmlos und heilt ohne Folgen aus. Gelegentlich können sich aber nach der Vireninfektion Bakterien in den Atemwegen ausbreiten. Sie können dann an unterschiedlichen Stellen stärkere Beschwerden auslösen, beispielsweise in den Nasennebenhöhlen. Wenn die Entzündung den Kehlkopf betrifft, ist Heiserkeit die Folge. Bei Babys, Säuglingen und Kleinkindern greift eine Erkältung manchmal auf das Ohr über und führt zu einer Mittelohrentzündung. Eine Bakterieninfektion im Rachen kann Halsschmerzen oder eine Mandelentzündung auslösen.

Eine Infektion der oberen Atemwege führt nur sehr selten zu ernsthaften Komplikationen wie einer Lungenentzündung. Bei hohem Fieber, starken oder sich verstärkenden Symptomen, Schmerzen in der Brust, Luftnot oder Problemen beim Atmen ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen. Das gilt besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, wie beispielsweise einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

 

Grafik: Darstellung der oberen und unteren Atemwege - wie im Text beschriebenAtemwege

Vorbeugung

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Erkältungsviren. Das ist der Grund, warum man nach einer überstandenen Erkältung nicht vor der nächsten geschützt ist. Das Immunsystem muss jedes Mal neu lernen, die Erreger zu bekämpfen. Auch eine Impfung gegen Erkältung ist deshalb nicht in Aussicht.

Die beste Maßnahme gegen Erkältungen ist, die Ansteckung zu verhindern. Erkältungsviren verbreiten sich über Tröpfchen: Beim Niesen oder Husten werden viele winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft versprüht, die sich auch auf Türklinken, Computer-Tastaturen oder Haltegriffen in der U-Bahn ablagern können. Beim Anfassen gelangen die Viren an die Hände und von dort leicht weiter an Nase oder Mund. Wer es vermeidet, sich ins Gesicht zu fassen, kann sein Erkältungsrisiko deshalb verringern. Sich zudem häufig mit normaler Seife die Hände zu waschen, ist ein sehr guter Schutz gegen Erkältungen.

Erkältungsviren verbreiten sich auch über alles, was mit dem Mund oder der Nase eines erkälteten Menschen in Berührung kommt. Dazu gehören Tassen und Gläser, aus denen eine erkrankte Person getrunken hat und erst recht gebrauchte Taschentücher. Daher ist es wichtig, benutzte Taschentücher nicht herumliegen zu lassen, sondern sie nach Gebrauch zu entsorgen.

Manchmal werden Vitamin C oder Echinacea (Präparate mit Extrakten aus Sonnenhut) zur Vorbeugung von Erkältungen empfohlen. Manche beginnen bereits ein paar Wochen vor der Erkältungssaison damit, diese Mittel einzunehmen. Ihre schützende Wirkung ist aber sehr begrenzt.

Was Studien sagen

Behandlung

Die Vielzahl der Erkältungsviren ist auch der Grund, weshalb es bisher kein Medikament gibt, das sie gezielt bekämpfen und die Erkrankungsdauer spürbar verkürzen kann. Allerdings gibt es eine Reihe von Mitteln, die einige der Beschwerden etwas lindern können. Dazu gehören Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol sowie abschwellende Nasensprays zum kurzfristigen Einsatz.

Antibiotika helfen normalerweise nicht gegen Erkältungen und sollten wegen möglicher Nebenwirkungen nur bei Komplikationen eingesetzt werden. Präparate mit Zink, Vitamin C, Echinacea- oder Pelargonienwurzel-Extrakten (Umckaloabo) werden oft auch zur Behandlung einer Erkältung empfohlen. Eine zuverlässige Beurteilung der Vor- und Nachteile dieser Mittel ist zurzeit nicht möglich, da teilweise nur wenige Daten vorliegen oder die Studien widersprüchliche Ergebnisse zeigen.

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