Vergrößerte Hämorrhoiden

Einleitung

Foto von Patientinnen und Patienten im Wartezimmer
PantherMedia / Cathy Yeulet

Jeder Mensch hat . Sie sind nichts anderes als gut durchblutete Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, kurz oberhalb des Afters. Zusammen mit dem Schließmuskel ermöglichen sie die Kontrolle der Darmentleerung. Doch wer von „“ spricht, meint meist Beschwerden wie Jucken oder Blutungen, die durch vergrößerte entstehen können. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem „Hämorrhoidalleiden“.

Vergrößerte sind vielen Menschen peinlich: Sie scheuen sich, über ihre Beschwerden zu sprechen oder in eine Arztpraxis zu gehen. Manche haben vielleicht auch Angst vor einer Untersuchung oder einer ernsthaften Erkrankung. Die Beschwerden ärztlich abklären zu lassen, ist aber eine wichtige Voraussetzung, um sie richtig behandeln zu können.

Symptome

Ein Hämorrhoidalleiden kann unterschiedliche Beschwerden verursachen. Oft sind es Juckreiz, Nässen oder Brennen am After. Auch schmerzlose Blutungen sind häufig. Dazu kann es kommen, wenn fester Stuhl die dünnen Gefäßwände der beschädigt. Blutungen aus zeigen sich meist als hellrote bis rote Blutspuren auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl. Bei Blut im Stuhl sollte man aber keine Eigendiagnose stellen, sondern dieses ärztlich abklären lassen.

können auch aus dem After heraustreten und als weiche Knoten sichtbar werden. Dies wird als Hämorrhoiden-Vorfall (Hämorrhoidal-Prolaps) bezeichnet. Manchmal werden auch mit Marisken verwechselt. Marisken sind Hautläppchen, die sich am After bilden und ähnliche Symptome verursachen können.

Je größer die sind, umso stärker sind in der Regel die Beschwerden. Sie können ein Druck- oder Fremdkörpergefühl im Analbereich verursachen und das Sitzen sehr unangenehm machen. Es kann auch das Gefühl entstehen, dass der Darm trotz Toilettengang nicht richtig leer wird. Vor allem bei Blähungen kann manchmal unabsichtlich etwas Schleim oder Stuhl abgehen. Bei einem weit fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden können starke Schmerzen auftreten.

Je nach Ausprägung unterscheidet man vier Schweregrade:

  • Grad 1: Die sind nur leicht vergrößert und von außen nicht sichtbar.
  • Grad 2: Die stärker vergrößerten können beim Stuhlgang, seltener auch bei anderen körperlichen Aktivitäten aus dem After heraustreten. Sie ziehen sich aber von selbst wieder zurück.
  • Grad 3: Die treten beim Stuhlgang oder bei anderen körperlichen Aktivitäten aus dem After heraus. Sie ziehen sich nicht wieder von selbst zurück, können aber mit der Hand zurückgeschoben werden.
  • Grad 4: Die sind dauerhaft aus dem After ausgetreten und können nicht mehr zurückgeschoben werden. In den meisten Fällen ragt dabei auch ein kleines Stück der Analschleimhaut aus dem After heraus. Dies wird auch als Analprolaps bezeichnet.

Hämorrhoiden-Gewebe, Ansicht im Längsschnitt: normal und vergrößert - wie im Text beschrieben

Hämorrhoiden-Gewebe, Ansicht im Längsschnitt: normal (oben) und vergrößert (unten)

Ursachen und Risikofaktoren

Ein erhöhter Druck auf den Analkanal (das letzte Stück des Enddarms) kann dazu führen, dass sich die vergrößern. Verschiedene Faktoren können dies begünstigen, zum Beispiel:

Das Risiko, dass sich vergrößern, nimmt mit dem Alter zu – wahrscheinlich deshalb, weil das Gewebe mit der Zeit schwächer wird. Vermutlich gibt es auch eine familiäre Veranlagung für vergrößerte .

Häufigkeit

Etwa 4 von 100 Erwachsenen lassen sich in Deutschland jährlich wegen vergrößerter ärztlich behandeln. Doch längst nicht alle Betroffenen nehmen ärztliche Hilfe in Anspruch. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Erwachsenen über 30 Jahre im Laufe des Lebens Beschwerden bekommt.

Verlauf

Wie sich vergrößerte entwickeln, lässt sich nicht vorhersagen. Die Beschwerden und Symptome können stärker werden. Es kann aber auch sein, dass sich die nicht weiter vergrößern und die Beschwerden wieder nachlassen. Bereits vergrößerte werden jedoch nicht von selbst wieder kleiner.

Bei vergrößerten kann es zudem zu Hautreizungen kommen, die wiederum Analekzeme begünstigen. Bei einem Analekzem ist die Haut am After rot und entzündet, sie nässt und juckt. Es können sich auch Bläschen und Schorf bilden.

Diagnose

Bei einem ersten Gespräch fragt die Ärztin oder der Arzt zunächst nach den Beschwerden und nach anderen Erkrankungen. Dann wird der After untersucht, um festzustellen, ob er entzündet ist und ob vergrößerte beim Pressen nach außen treten oder bereits herausgetreten sind.

Je nach Beschwerden kommen verschiedene Untersuchungen infrage. Wenn sich Blut auf dem Stuhl befindet, schlagen Ärztin oder Arzt möglicherweise eine Darmspiegelung vor. Manche Menschen haben Angst vor den Untersuchungen und möglichen Schmerzen. Die meisten Untersuchungen sind aber schmerzfrei, auch wenn sie als unangenehm oder peinlich empfunden werden können. Für das medizinische Personal sind sie ein normaler Teil ihres Berufsalltags.

Die Ärztin oder der Arzt beginnt in der Regel mit einer Tastuntersuchung: Mit einem Handschuh und etwas Gleitmittel wird ein Finger in den After eingeführt. Der Analkanal wird von innen mit kreisenden Bewegungen abgetastet. So können die Schließmuskeln und die Beschaffenheit der Analschleimhaut untersucht werden. 1. Grades sind meist nicht tastbar. Die Tastuntersuchung kann aber helfen, andere Krankheiten auszuschließen. Die Untersuchung verursacht normalerweise keine Schmerzen.

Bei einem Verdacht auf vergrößerte schließt sich dann in der Regel eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie) an. Dabei wird die Schleimhaut des Enddarms untersucht. Dies geschieht mithilfe eines Proktoskops, einem kurzen Rohr mit eingebauter Lichtquelle und . Die Ärztin oder der Arzt kann mithilfe des Proktoskops sehen, ob und wie stark die vergrößert sind. Die Untersuchung dauert einige Minuten und verursacht normalerweise keine Schmerzen. Zur Vorbereitung wird der Enddarm entleert. Dafür können ein Abführmittel, Zäpfchen oder Einlauf nötig sein.

Behandlung

Welche Behandlung infrage kommt, hängt vor allem von der Größe der und der Stärke der Beschwerden ab. Bei leicht vergrößerten reicht es unter Umständen aus, Verstopfungen zu vermeiden und das Verhalten beim Stuhlgang zu verändern. Es gibt viele Ratschläge und Hausmittel zur Selbstbehandlung von Beschwerden durch vergrößerte – etwa sich anders ernähren, Salben anwenden oder Sitzbäder machen. Einige Ratschläge können tatsächlich helfen, viele sind aber wissenschaftlich nicht gut untersucht.

Bei unangenehmen und belastenden Beschwerden ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen. Mögliche Ansprechpartner sind die Hausärztin, der Hausarzt oder Proktologen. Proktologen sind Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen des Enddarms spezialisiert haben.

Mit einer Ärztin oder einem Arzt lässt sich zum Beispiel besprechen, ob eine Operation helfen könnte und welche anderen Möglichkeiten es gibt. Gegen  1. und 2. Grades kommt zum Beispiel eine Verödungstherapie infrage, bei Grad 2 und 3 eine Gummibandligatur. Bei der Verödungstherapie wird ein Wirkstoff gespritzt, der die Durchblutung der verringert. Bei der Gummibandligatur werden abgebunden, sodass sie nach einiger Zeit abfallen. Bei 3. oder 4. Grades kann eine Operation erforderlich sein, bei der die vergrößerten Gefäßpolster entfernt werden.

Weitere Informationen

Manche Behandlungen und Operationen sind nur in einem Krankenhaus möglich – wie bei vergrößerten . Wir informieren darüber, wie man sich am besten darauf vorbereitet: zum Beispiel, welche Abläufe einen dort erwarten, welche Unterlagen zur Aufnahme in die Klinik benötigt werden und wofür Zuzahlungen zu leisten sind.

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IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Aktualisiert am 18. Oktober 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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