Was kann man selbst gegen Hämorrhoiden tun?

Foto von verschiedenen Gemüsesorten
PantherMedia / Nils Julia Weymann Pfeifer

Es gibt viele Tipps, was man tun kann, um Beschwerden durch vergrößerte zu lindern – etwa Verstopfungen vermeiden, Sitzbäder nehmen oder spezielle Salben verwenden. Auch wenn manche Mittel die Beschwerden lindern können: Vergrößerte bilden sich von selbst nicht zurück.

Bei Problemen mit vergrößerten spielen die Verdauung und das Verhalten beim Toilettengang eine wichtige Rolle. Um die Beschwerden zu lindern, kann man außerdem verschiedene Medikamente und andere Maßnahmen ausprobieren.

Welche Rolle spielt das Verhalten beim Toilettengang?

Bei vergrößerten kann starkes Pressen die Beschwerden verstärken und Schmerzen verursachen. Starkes Pressen lässt sich aber vermeiden, wenn man

  • Verstopfungen vorbeugt, denn bei hartem Stuhl presst man automatisch stärker;
  • auf Körpersignale wie Stuhldrang achtet: Denn wer den Gang zur Toilette zu lange aufschiebt, kann Verstopfung bekommen;
  • entspannt und ohne Zeitdruck auf die Toilette geht.

Wie lassen sich Verstopfungen vermeiden?

Um Verstopfungen und starkes Pressen beim Stuhlgang zu vermeiden, werden häufig eine Ernährungsumstellung, ausreichend Trinken und Bewegung empfohlen. Oft wird zu ballaststoffreichem Essen mit Obst, Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten geraten, um den Stuhl weicher zu machen.

Es gibt Hinweise aus Studien, dass pflanzliche Ballaststoffe wie Flohsamen die Häufigkeit von Blutungen verringern können. Ob sie auch andere Beschwerden lindern, ist nicht gut untersucht. Wer Flohsamen einnimmt, muss besonders darauf achten, ausreichend zu trinken. Ballaststoffe können aber auch zu Durchfall führen – mit der Folge, dass die durch die häufigen Toilettengänge gereizt werden.

Welchen Einfluss hat Hygiene?

Reste des Stuhlgangs können die vergrößerten zusätzlich reizen. Daher ist es wichtig, den After nach dem Stuhlgang sorgfältig zu reinigen, etwa indem man das Toilettenpapier mit Wasser anfeuchtet und den After anschließend abtrocknet. So lässt sich auch vermeiden, dass man beim Abputzen zu fest reibt und dadurch die Beschwerden verstärkt.

Andererseits kann auch übertriebene Hygiene die Beschwerden verstärken. Viele Menschen greifen etwa zu feuchtem Toilettenpapier und Waschlotionen. Sie enthalten jedoch häufig Stoffe, die die Haut reizen und allergische Reaktionen hervorrufen können.

Sind Sitzbäder eher nützlich oder schädlich?

In der Regel wird für Sitzbäder klares Wasser verwendet. Es ist auch möglich, einen entzündungshemmenden Stoff wie Kamille, Hamamelis, Arnika, Eichenrinde oder Teebaumöl in das Wasser zu geben. Ob solche Sitzbäder helfen, ist nicht ausreichend untersucht. Manche dieser Zusätze können die Haut reizen oder verfärben. Auf Seife im Badewasser verzichtet man besser, da sie die empfindliche Haut des Afters ebenfalls reizen kann.

Welche Salben gibt es?

Gegen Hämorrhoiden-Beschwerden werden häufig entzündungshemmende Salben und Pasten mit Zink, Panthenol oder pflanzlichen Wirkstoffen wie Hamamelis oder Aloe Vera empfohlen. Diese Salben sollen Hautreizung und Jucken lindern.

Manche Ärztinnen und Ärzte verordnen auch Salben, die die Haut örtlich betäuben, etwa mit dem Wirkstoff Lidocain. Es gibt außerdem kortisonhaltige Salben, die die Entzündung hemmen sollen. Diese Salben sollten nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden.

Kommen Analtampons und Zäpfchen infrage?

Einige Wirkstoffe können auch in Form von Analtampons oder Zäpfchen angewendet werden. Ein Analtampon ist ein Zäpfchen mit Mullstreifen, das in den After eingeführt wird. Es verbleibt im Analkanal und gibt dort seinen Wirkstoff ab – im Gegensatz zum „normalen“ Zäpfchen, dessen Wirkstoffe im oberen Darmabschnitt freigesetzt werden. Ob Zäpfchen oder Analtampons Beschwerden lindern können, ist eine offene Frage.

Abramowitz L, Weyandt GH, Havlickova B, Matsuda Y, Didelot JM, Rothhaar A et al. The diagnosis and management of haemorrhoidal disease from a global perspective. Aliment Pharmacol Ther 2010; 31 (Suppl 1): 1-58.

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Aktualisiert am 18. Oktober 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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