Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern

Foto von Mann mit Erkältungsbeschwerden (PantherMedia / Kasia Bialasiewicz) Es gibt keine Behandlung, die direkt gegen Erkältungsviren wirkt. Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol sowie Nasensprays können aber die Beschwerden etwas lindern. Viele andere Therapien sind nicht gut untersucht oder haben keinen nachgewiesenen Nutzen.

Erkältungen sind verbreitet: Erwachsene haben im Durchschnitt zwei- bis viermal im Jahr damit zu tun, Kinder im Schnitt sogar sechs- bis achtmal. Der Grund ist, dass Erkältungen durch sehr viele verschiedene Viren verursacht werden können. Daher schützt eine Infektion mit einem Virustyp auch nicht vor der nächsten Ansteckung.

Erkältungen heilen normalerweise innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst aus. Eine Einnahme von Medikamenten ist nicht nötig. Die Symptome wie Schnupfen mit laufender oder verstopfter Nase, Husten und Kopfschmerzen sind jedoch lästig. Bislang gibt es keine Behandlung, die eine Erkältung verkürzen kann. Antibiotika helfen bei einfachen Erkältungen nicht, da sie nur gegen Bakterien wirken. Sie sollten auch wegen der möglichen Nebenwirkungen nur eingesetzt werden, wenn es durch eine zusätzliche bakterielle Infektion zu Komplikationen kommt.

Schmerzmittel

Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen und Paracetamol können erkältungsbedingte Schmerzen wie zum Beispiel Kopf-, Glieder- und Ohrenschmerzen lindern. Gegen Husten und Schnupfen helfen sie nicht. Diese Schmerzmittel haben zudem eine fiebersenkende Wirkung.

Paracetamol bietet sich vor allem bei Kindern als Mittel der Wahl an, da es besser verträglich ist als zum Beispiel ASS und Ibuprofen. Für Kinder und Jugendliche kommt ASS bei fieberhaften Erkrankungen ohnehin nicht infrage, weil es bei ihnen eine seltene, aber gefährliche Nebenwirkung haben kann (Reye-Syndrom).

Nasensprays

Abschwellende Nasensprays oder -tropfen (Dekongestiva) können eine laufende oder verstopfte Nase lindern und das Atmen erleichtern. Allerdings wird davon abgeraten, die Sprays oder Tropfen länger als eine Woche durchgehend anzuwenden, da sie sonst einen gegenteiligen Effekt haben können: Es kommt zu einem Dauerschnupfen. Das heißt, bereits wenige Stunden nach der Anwendung schwillt die Schleimhaut der Nase wieder an. Dieser Effekt wird umso stärker, je häufiger man die Mittel einsetzt. Es gibt verschiedene abschwellende Mittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen. Sie können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Unruhe und Schlafstörungen verursachen.

Vitamin C

Vitamin C ist für die Gesundheit unentbehrlich. Ein Vitamin-C-Mangel ist in Deutschland jedoch sehr selten. Die meisten Menschen nehmen durch die tägliche Nahrung ausreichend Vitamin C auf. Trotzdem wird damit geworben, dass die zusätzliche Einnahme großer Mengen Vitamin C helfen soll, Erkältungssymptome zu lindern. Studien zeigen jedoch, dass Vitamin-C-Präparate keinen Einfluss auf die Beschwerden und die Dauer einer Erkältung haben, wenn sie zu Beginn der Erkältung eingenommen werden.

Pflanzliche Arzneimittel

Es gibt eine Vielzahl pflanzlicher Arzneimittel, die bei Erkältungen Linderung versprechen. Allerdings gibt es kaum verlässliche Studien zum Nutzen dieser Mittel. Die Ergebnisse einiger Studien weisen auf eine allenfalls leicht hustenstillende Wirkung von speziellen Extrakten aus Efeu, Eukalyptus, Primelwurzel, Pelargonienwurzel und Thymian hin.

Auch Präparate mit Extrakten aus Sonnenhut (Echinacea) werden häufig gegen Erkältungen angeboten. Sie sollen die Abwehrkräfte stärken. Die bisherigen Studien zeigen aber keine eindeutigen Ergebnisse.

Inhalation von Wasserdampf und viel trinken

Das Einatmen von Wasserdampf mit oder ohne Zusätzen wie Kamille oder Pfefferminzöl empfinden viele Menschen als angenehm, da Wärme und Feuchtigkeit kurzfristig die Nasenschleimhäute beruhigen können. Inhalieren hat aber keine eindeutige Wirkung auf Erkältungssymptome.

Häufig wird Erkälteten auch geraten, besonders viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Es gibt aber keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass es hilft, wenn man viel trinkt. Es gibt also keinen Grund, sich bei einer Erkältung dazu zu zwingen, mehr zu trinken, als man möchte. Heißen Tee oder heiße Milch zu trinken, wird aber oft als wohltuend und wärmend empfunden.

Antibiotika

Viele Menschen glauben, dass Antibiotika allgemein gegen Infektionen wirken. Tatsächlich können sie aber nur Infektionen bekämpfen, die durch Bakterien verursacht werden. Gegen Viren sind sie machtlos und können daher auch gegen Erkältungen nichts ausrichten. Studien bestätigen, dass Antibiotika die Dauer einer einfachen Erkältung nicht verkürzen. Allerdings haben sie häufig Nebenwirkungen: Etwa eine von 10 Personen muss mit Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Hautausschlägen rechnen. Bei Frauen können Antibiotika die Scheidenflora verändern und deshalb Scheidenentzündungen fördern.

Anders sieht es aus, wenn sich im Gefolge einer Erkältung Bakterien in den Atemwegen ausgebreitet haben und dort zu einer Entzündung führen. Dann kann eine Behandlung mit Antibiotika infrage kommen.

Anzeichen für eine bakterielle Entzündung können sein:

  • über mehrere Tage grünlich verfärbter Nasenschleim oder Auswurf,
  • anhaltend starke Halsschmerzen und eitrige Gaumenmandeln,
  • hartnäckig verstopfte Nase und starke Kopfschmerzen im Bereich der Stirnhöhle,
  • Fieber, Brustschmerzen und Probleme beim Luftholen.

Solche Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei leichteren bakteriellen Infektionen besteht auch die Möglichkeit, dass die Ärztin oder der Arzt ein Antibiotika-Rezept auf Vorrat für den Fall ausstellt, dass sich die Beschwerden nach ein paar Tagen immer noch nicht gebessert haben. Man löst das Rezept dann erst einmal nicht ein und wartet ab, ob die Beschwerden von selbst abklingen.

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