Schmerzen nach Operationen

Foto von Patient nach der Operation

Schmerzen nach einer Operation sind zwar unangenehm, aber meist vorübergehend. Zudem gibt es wirksame Möglichkeiten, sie zu lindern. Wichtig ist, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte auf die Beschwerden aufmerksam zu machen.

Wenn nach einer Operation Schmerzen auftreten, können diese meist gut behandelt werden. Besonders wichtig ist die Schmerztherapie, wenn die Schmerzen belastend sind oder länger andauern. Schmerzen im Bereich der Operationswunde können nicht nur sehr unangenehm sein, sondern auch die Genesung verzögern. Zudem soll eine Schmerztherapie verhindern, dass Schmerzen chronisch werden.

Generell ist es wichtig, nach einer Operation möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen, damit die Muskeln nicht zu viel Kraft verlieren. Schmerzen können es aber erschweren, aufzustehen und sich zu bewegen. Mangelnde Bewegung erhöht zudem das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombose) und kann das Durchatmen oder Abhusten beeinträchtigen. Dies kann zu schweren Komplikationen führen – etwa zu einer Lungenembolie oder Lungenentzündung.

Was ist vor einer Operation wichtig?

Die Schmerzen nach einem Eingriff werden „post-operative“ Schmerzen genannt (vom lateinischen „post“ = nach). Ihre Behandlung beginnt aber schon vor der Operation mit der Planung der . Dazu gehört, dass die Ärztin oder der Arzt über mögliche Schmerzen nach dem Eingriff aufklärt, damit man sich darauf einstellen kann.

Es ist außerdem hilfreich zu wissen, wie die Behandlung nach dem Eingriff normalerweise verläuft und welche Anzeichen auf Komplikationen hinweisen können. Falls eine selbst kontrollierte Schmerzbehandlung (PCA) infrage kommt, ist es gut, schon vor der Operation über diese Bescheid zu wissen.

Wichtig ist auch, die Ärztin oder den Arzt vor der Operation über bereits bestehende Schmerzen zu informieren und darüber, ob und welche Medikamente eingenommen werden. Wer zum Beispiel regelmäßig starke Schmerzmittel (oder größere Mengen Alkohol oder andere Drogen) zu sich nimmt, benötigt nach einem Eingriff möglicherweise andere Medikamente als die üblicherweise eingesetzten.

Wie lassen sich Schmerzen beschreiben?

In der Regel wird nach Schmerzen gefragt, sobald man nach der wieder ansprechbar ist. Je genauer die Schmerzen beschrieben werden, desto besser lassen sie sich behandeln. Für eine ausreichende Schmerztherapie benötigen Ärztinnen, Ärzte oder Pflegekräfte folgende Informationen:

  • den Ort des Schmerzes (im Bereich der Operation oder woanders)
  • die Art (zum Beispiel stechend, dumpf oder brennend)
  • die Stärke (leicht, mittel oder stark)
  • wie stark die Schmerzen in Ruhe oder bei Belastung sind

Auch im Verlauf der Behandlung ist es wichtig, Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte darüber zu informieren, wie lange der Schmerz anhält, ob und wann er abklingt oder sich verstärkt.

Kleine Kinder, die noch nicht sprechen, zeigen Schmerzen oft auf andere Weise. Sie drücken sich durch Weinen und Schreien aus. Aber auch Gesichtsausdrücke, Bewegungen, Laute oder ein verändertes Verhalten können Zeichen für Schmerzen sein. Hier ist es wichtig, dass Eltern dem Pflegepersonal helfen, diese Anzeichen zu erkennen.

Ähnliches gilt auch für Menschen, die sich nur eingeschränkt selbst äußern können. Auch hier sollte eine Bezugsperson vermitteln.

Welche Schmerzmittel gibt es?

Je nachdem, ob es sich um einen großen oder kleinen Eingriff zum Beispiel am Herzen, im Bauchbereich oder am Knie handelt, können danach unterschiedlich starke Schmerzen auftreten. Mal klingen sie rasch ab, mal ist eine mehrtägige Behandlung nötig. Je nach Eingriff werden auch während der Operation verschiedene Schmerzmittel gegeben, die unterschiedlich nachwirken können.

Nach kleineren Operationen und bei leichten Schmerzen kommen in der Regel Wirkstoffe zum Einsatz wie , Metamizol oder nicht steroidale Antirheumatika () wie oder Diclofenac. Sie können als Tabletten eingenommen, gespritzt oder als Pflaster, Zäpfchen oder Tropfen angewendet werden.

Nach größeren Operationen und bei mittelstarken bis starken Schmerzen werden meist stärkere Medikamente gebraucht. Oft werden dann wie Tramadol oder Morphin eingesetzt – aufgrund ihrer Nebenwirkungen aber in möglichst niedriger Dosierung. Sie können zusammen mit anderen Schmerzmitteln angewendet werden. werden häufig als gegeben:

  • über eine Vene (intravenöser Tropf, meist in der Armvene)
  • im Bereich der Wirbelsäule (Epiduralkatheter / Periduralkatheter)

Bei einer intravenösen Behandlung wirken die Schmerzmedikamente im gesamten Körper. Über einen Epiduralkatheter lassen sich gezielt Schmerzen in einer bestimmten Region behandeln.

Wie viel Schmerzmittel-Lösung durch den Tropf oder fließt, kann fest eingestellt sein. Dies bezeichnet man als kontinuierliche . Falls nötig, kann zusätzlicher Wirkstoff in die Infusionsflüssigkeit gegeben werden. Manchmal ist es auch möglich, die Dosis selbst über eine Pumpe zu regulieren. Das nennt man patientenkontrollierte Schmerzbehandlung oder abgekürzt PCA (siehe unten).

Was sind rückenmarksnahe Verfahren?

Über einen Epiduralkatheter können ein oder mehrere Schmerzmittel in den sogenannten Epiduralraum () im Rücken gegeben werden. Der Epiduralraum umgibt das Rückenmark, in dem die Spinalnerven zum Gehirn verlaufen. Das Verfahren wird auch Periduralanästhesie (PDA) genannt und häufig bei Geburtsschmerzen angewendet.

Die Medikamente betäuben die Spinalnerven und stoppen dadurch die Weiterleitung der Schmerzsignale an das Gehirn. Epiduralkatheter können über mehrere Tage verwendet werden. Die Schmerzmittel-Infusion kann dabei kontinuierlich laufen oder je nach Bedarf. Über einen Epiduralkatheter kann auch eine () eingeleitet werden.

Bei allen rückenmarksnahen Verfahren kann sich die Einstichstelle entzünden. Sehr selten kann es auch zu Verletzungen des Rückenmarks oder Blutungen kommen.

Die vereinfachte anatomische Grafik zeigt, wie und wo eine Periduralanästhesie (PDA) gesetzt wird (Detailansicht rechts).

Wie funktioniert die patientenkontrollierte Schmerzbehandlung (PCA)?

Die patientenkontrollierte Schmerzbehandlung wird auch patientengesteuerte Analgesie genannt – oder abgekürzt PCA vom englischen „patient controlled analgesia“. Mit der PCA können die Betroffenen per Knopfdruck selbst bestimmen, wann sie sich ein Schmerzmedikament verabreichen. Bei diesem Verfahren wird eine Kanüle zum Beispiel in eine Vene eingesetzt. Diese ist über einen Schlauch () an eine „Schmerzpumpe“ angeschlossen, in der sich Schmerzmittel befindet. Bei Schmerzen kann die oder der Betroffene sich selbst eine festgeschriebene Menge (auch Bolus genannt) davon verabreichen. Wie oft man sich Schmerzmittel geben kann, ist allerdings begrenzt, damit es nicht zu Überdosierungen kommt.

Studien zeigen, dass Menschen mit einer PCA nach Operationen etwas weniger Schmerzen hatten und zufriedener waren als solche, die Medikamente bei Bedarf von Ärztinnen, Ärzten oder Pflegekräften bekamen:

  • Ohne PCA: Etwa 65 von 100 Menschen, die eine konventionelle Schmerztherapie bekamen, waren mit ihrer Schmerzlinderung zufrieden.
  • Mit PCA: Ungefähr 84 von 100 Menschen, die eine Schmerzpumpe verwendeten, waren mit ihrer Schmerzlinderung zufrieden.

Menschen, die PCA nutzen, nehmen allerdings im Durchschnitt eine höhere Dosis an Schmerzmitteln zu sich. Deshalb sind Nebenwirkungen bei ihnen etwas häufiger.

Welche Nebenwirkungen haben Schmerzmittel?

Wirkung und Nebenwirkungen von Schmerzmitteln hängen von ihrer Dosierung ab: Eine hohe Dosis kann zu mehr Nebenwirkungen führen – ist die Dosis aber zu niedrig, werden die Schmerzen nicht ausreichend gelindert.

Nicht opioide Schmerzmedikamente wie nicht steroidale Antirheumatika (), oder Metamizol können unter anderem zu Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlag oder einem Absinken des Blutdrucks führen.

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Opioiden wie Tramadol oder Morphin gehören Übelkeit, Erbrechen, Harnverhalt, Verstopfung oder Juckreiz. Es kann auch zu Albträumen oder Wahrnehmungsstörungen kommen. Werden mit anderen Schmerzmedikamenten wie kombiniert, lassen sich einige ihrer Nebenwirkungen vermindern.

Manche Beschwerden können auch Folgen der Operation sein. So oder so ist es immer wichtig, sie sofort der betreuenden Pflegekraft, den Ärztinnen oder Ärzten mitzuteilen – vor allem, wenn Atembeschwerden auftreten.

Lassen sich Schmerzen auch ohne Medikamente lindern?

Manche Beschwerden lassen sich vielleicht auch mit anderen Methoden lindern als mit Schmerzmitteln. Zum Beispiel schmerzt eine Operationswunde, wenn sie unter Spannung steht. Besteht das Gefühl, dass die Wunde spannt, reicht es manchmal, wenn die Pflegekräfte das Bett etwas anders einstellen oder man sich anders hinlegt. Falls ein Körperteil auf einer zu harten Unterlage aufliegt, kann ein Kissen oder etwas Schaumstoff Abhilfe schaffen.

Andere Möglichkeiten, Schmerzen erträglicher zu machen, sind zum Beispiel Entspannungstechniken, Atemübungen, Ablenkung und Musik. Auch Krankengymnastik kann dazu beitragen. Dazu gehören Übungen im Bett, beim Aufstehen und Herumlaufen. Nach orthopädischen Eingriffen wie Knieoperationen wird das Operationsgebiet häufig mit Kältekompressen gekühlt.

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Aktualisiert am 27. Mai 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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