Behandlungen und Untersuchungen

Qualitätssicherung im Krankenhaus: die Leistungsbereiche in 2014

Die Qualität eines Krankenhauses lässt sich erst bewerten, wenn man die Behandlungsergebnisse aller Patientinnen und Patienten kennt. Sie sind in den Qualitätsberichten festgehalten.

Informationen zur Qualitätssicherung werden allerdings nur für bestimmte sogenannte Leistungsbereiche dokumentiert. In der folgenden Tabelle haben wir die einzelnen Bereiche und die dazugehörigen Leistungen zusammengestellt. 

Tabelle: Leistungsbereiche und Leistungen in Qualitätsberichten von Krankenhäusern für das Jahr 2014
Leistungsbereich Leistung Erläuterung 
Halsschlagader
  • Karotis-Revaskularisation
Wiederherstellen der Durchblutung der Halsschlagader (Karotis): Entweder werden die Ablagerungen oder Verkalkungen operativ entfernt oder die Engstelle wird mithilfe eines Herzkatheters geweitet.
Lunge
  • Lungen- und Herz-Lungentransplantation
Verpflanzung (Transplantation) der Lunge eines gesunden Verstorbenen. Ist bei einem Menschen mit schwerer Lungenerkrankung auch das Herz geschädigt, ist eine kombinierte Herz-Lungentransplantation möglich.
Lunge Bekommt ein Mensch eine Lungenentzündung (Pneumonie) außerhalb eines Krankenhauses, gilt sie als „ambulant erworben“ – im Gegensatz zu einer Lungenentzündung, die man im Krankenhaus bekommt. Dies spielt eine Rolle, da dann jeweils andere Bakterien verantwortlich sind und deshalb auch andere Antibiotika wirken.
Brust 
  • Mammachirurgie
Als Mammachirurgie (mamma, lat. = Brust) bezeichnet man alle Operationen an der Brustdrüse. Dies sind vor allem Operationen bei Frauen, bei denen Brustkrebs festgestellt wurde.
Herz Herzschrittmacher:
  • Implantation
  • Aggregatwechsel
  • Revision / Systemwechsel / Explantation

Ein Herzschrittmacher ist ein Gerät, das das Herz mithilfe elektrischer Reize dazu anregt, regelmäßig zu schlagen. Das Einsetzen des Geräts wird als Implantation bezeichnet. Ein Herzschrittmacher besteht aus zwei Teilen: ein batteriebetriebenes Gerät (Aggregat) ist im Unterhautfettgewebe der Brust eingepflanzt. Ein oder zwei Drähte (Elektroden) verbinden es mit dem Herzmuskel.

 

Wenn die Batterien leer sind, ist ein Aggregatwechsel nötig.

 

Bei einer Revision wird die Arbeit des Herzschrittmachers überprüft – etwa bei Entzündungen, einem Bluterguss oder wenn sich das Gerät verschiebt oder nicht richtig funktioniert.

 

Wird der Herzschrittmacher entfernt, spricht man von Explantation. Werden danach alle Bestandteile ausgetauscht, von einem Systemwechsel.

Herz Implantierbare Defibrillatoren:
  • Implantation
  • Aggregatwechsel
  • Revision / Systemwechsel / Explantation
Ein implantierbarer Defibrillator ist ein kleines elektrisches Gerät, das gefährliche Herzrhythmusstörungen erkennt und sie mithilfe elektrischer Ströme stoppen kann (Defibrillation). Es wird wie ein Herzschrittmacher im Unterhautfettgewebe eingesetzt. Wie bei Herzschrittmachern kann nach einiger Zeit ein Aggregatwechsel, eine Revision, Explantation oder ein Systemwechsel nötig sein.
Herz
  • Koronarangiografie und Perkutane Koronarintervention (PCI)
Die Koronarangiografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung mit einem Herzkatheter, bei der die Herzkranzgefäße (Koronargefäße) mithilfe eines Kontrastmittels sichtbar gemacht werden. Der Katheter wird oft in der Leiste durch die Haut (perkutan) über eine Vene zum Herzen vorgeschoben. Eine gefundene Engstelle kann mithilfe eines Ballons an der Spitze des Herzkatheters geweitet werden, manchmal wird zusätzlich eine Gewebestütze aus Metall (Stent) eingesetzt, damit das Gefäß offen bleibt. Beide Behandlungen werden unter dem Begriff perkutane Koronarintervention (PCI) zusammengefasst.
Herz
  • Aortenklappenchirurgie, isoliert
Operationen an der Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und der Herzschlagader (Aorta) werden unter dem Begriff Aortenklappenchirurgie zusammengefasst. Die Aortenklappe verhindert den Rückfluss des Blutes ins Herz, da sie sich nur dann öffnet, wenn Blut aus dem Herzen in den Körper gepumpt wird. Ist die Klappe zu eng oder undicht, kann sie durch eine künstliche Herzklappe ersetzt werden.
Herz
  • Koronarchirurgie, isoliert
Operationen an den Herzkranzgefäßen (Koronargefäße) werden unter dem Begriff Koronarchirurgie zusammengefasst. Der wichtigste Eingriff ist die Bypass-OP: Dabei wird eine verengte Stelle mit einem gesunden Gefäßstück überbrückt, damit der Herzmuskel wieder durchblutet wird.
Herz
  • Kombinierte Koronar- und Aortenklappenchirurgie
Bei der kombinierten Koronar- und Aortenklappenchirurgie wird während einer Bypass-Operation auch die Aortenklappe durch eine künstliche Klappe ersetzt.
Herz
  • Herztransplantation
Bei einer Herztransplantation wird das Herz eines verstorbenen Organspenders einem anderen Menschen eingepflanzt.
Bauchspeicheldrüse
  • Pankreas- und Pankreas-Nierentransplantation
Bei einer Pankreastransplantation wird die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) eines verstorbenen Organspenders einem anderen Menschen eingepflanzt. Wenn gleichzeitig auch eine Niere verpflanzt wird (Pankreas-Nierentransplantation), stammen beide Organe vom selben Spender.
Leber
  • Leberlebendspende
Bei einer Leberlebendspende spendet ein gesunder Erwachsener einen Teil seiner Leber. Die Leber des Spenders wächst innerhalb weniger Wochen nach der OP fast zu ihrer ursprünglichen Größe wieder nach.
Leber
  • Lebertransplantation
Bei einer Lebertransplantation wird die gesunde Leber eines Verstorbenen in den Körper eines leberkranken Menschen verpflanzt.
Gallenblase
  • Cholezystektomie
Als Cholezystektomie wird die operative Entfernung der Gallenblase bezeichnet – etwa bei Gallensteinen mit häufigen Schmerzen und Koliken oder dem Risiko einer Gelbsucht oder Gallengangentzündung.
Niere
  • Nierenlebendspende
Bei einer Nierenlebendspende spendet ein gesunder Spender eine seiner beiden Nieren. Danach übernimmt die verbleibende Niere die Arbeit der anderen vollständig.
Niere
  • Nierentransplantation
Bei einer Nierentransplantation wird einem nierenkranken Menschen eine gesunde Niere verpflanzt – entweder aus einer Lebendspende oder von einem Verstorbenen.
Weibliche Geschlechtsorgane
  • Gynäkologische Operationen
Gynäkologische Operationen umfassen alle Eingriffe an Eierstöcken, Eileitern, Gebärmutter und Scheide.
Geburtshilfe
  • Geburtshilfe
Die Geburtshilfe umfasst alle Untersuchungen und Behandlungen von Mutter und Kind kurz vor, während oder nach der Geburt. Auch die Geburt selbst und die Erstbetreuung in den Stunden danach gehört dazu.
Geburtshilfe
  • Neonatologie
In der Neonatologie werden Neugeborene versorgt und behandelt.
Hüfte
  • Hüftgelenknahe Femurfraktur
Eine Femurfraktur ist ein Bruch des Oberschenkelknochens. Am häufigsten bricht der Knochen im Bereich des Hüftgelenks (hüftgelenknah).
Hüfte Hüft-Endoprothesen:
  • Erstimplantation
  • Prothesenwechsel und Komponentenwechsel
Wird zum ersten Mal ein künstliches Hüftgelenk (Hüft-Endoprothese) eingesetzt, wird die Operation als Erstimplantation bezeichnet. Im Laufe der Zeit können sich einzelne Teile des künstlichen Gelenks (Komponenten) lockern, entzünden oder mechanisch nicht mehr gut funktionieren. Dann werden entweder nur Teile (Komponentenwechsel) oder das gesamte künstliche Gelenk ausgetauscht (Prothesenwechsel).
Knie  Knie-Totalendoprothesen:
  • Erstimplantation
  • Prothesenwechsel und Komponentenwechsel
Wird zum ersten Mal ein künstliches Kniegelenk (Knie-Totalendoprothese oder Knie-TEP) eingesetzt, wird die Operation als Erstimplantation bezeichnet. Im Laufe der Zeit können sich einzelne Teile oder das gesamte künstliche Kniegelenk lockern, entzünden oder mechanisch nicht mehr gut funktionieren. Dann werden entweder nur Teile (Komponentenwechsel) oder das gesamte künstliche Gelenk ausgetauscht (Prothesenwechsel).
Pflege
  • Dekubitusprophylaxe
Ein Druckgeschwür (Dekubitus) entsteht durch anhaltenden Druck auf ein Gewebe oder Körperteil – meist durch dauerndes Liegen oder Sitzen, zum Beispiel bei bettlägerigen Menschen. Eine Dekubitusprophylaxe soll vor dem Entstehen eines Druckgeschwürs schützen, etwa durch regelmäßiges Umbetten oder Hilfsmittel wie Lagerungspolster oder spezielle Matratzen.

 

 

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