Einleitung

Foto von Familienbesuch am Krankenbett (PantherMedia / Axel Killian) Über 15 Millionen Operationen finden jährlich allein in deutschen Krankenhäusern statt. Hinzu kommen viele ambulante Operationen in ärztlichen Praxen. Am häufigsten sind Eingriffe an Gelenken wie Hüfte, Knie oder Schulter und an inneren Organen wie Magen, Gallenblase, Gebärmutter oder Darm.

Was eine Operation bedeutet, hängt sehr von der Situation einer Patientin oder eines Patienten ab: Derselbe Eingriff kann bei dem einen kurz und unkompliziert sein, bei einem anderen langwierig und risikoreich. Oft sind Operationen eine Behandlungsmöglichkeit unter mehreren – manchmal aber alternativlos. Sie können lebensrettend sein – immer wieder aber auch überflüssig. Auch der Aufwand schwankt stark: Bei einigen Operationen reicht eine lokale Betäubung, andere erfordern eine Vollnarkose.

Eins haben aber alle Operationen gemeinsam: Die meisten Menschen würden sie lieber vermeiden – sie haben Respekt oder sogar Angst davor, sich „unters Messer zu legen“. Viele möchten deshalb so gut wie möglich über die Erfolgsaussichten und Risiken eines bevorstehenden Eingriffs Bescheid wissen. Dazu zählt auch, wie man mit Angst vor der Operation umgehen kann, und wie sich Schmerzen oder Übelkeit danach lindern lassen.

Ob eine Operation ihr Ziel erreicht, hängt nicht nur vom Eingriff an sich ab: Oft sind eine gute Vorbereitung und Nachsorge für den langfristigen Erfolg entscheidend: Dabei sind Patientinnen und Patienten auch selbst gefordert.

Vorbereitung

Vor einer Operation erklären Ärztinnen und Ärzte den Eingriff, seinen Umfang und Ablauf. In dieser sogenannten Aufklärung müssen Ärztin oder Arzt außerdem die Erfolgsaussichten und die Risiken der Operation realistisch beschreiben. Häufig gehört zur Aufklärung auch ein Gespräch mit einer Narkoseärztin oder einem Narkosearzt.

Dieses Aufklärungsgespräch ist eine Voraussetzung, ohne die eine Operation nicht stattfinden darf. Patientinnen und Patienten können hier Fragen stellen und sich alles erklären lassen, was sie wissen möchten. Wenn man mit der Operation einverstanden ist, unterschreibt man, dass man aufgeklärt wurde und dem Eingriff zustimmt.

Wie umfangreich die Vorbereitung ist, hängt unter anderem von der Art der Operation ab – und ob eine ansonsten gesunde Person, ein älterer Mensch oder ein Kind operiert werden soll. Bei größeren Eingriffen kann es sein, dass umfassende Voruntersuchungen nötig sind. Diese können oft ambulant in einer Arztpraxis stattfinden. Manchmal erhält man für die Voruntersuchungen bereits einen Termin im Krankenhaus oder muss einige Tage dort verbringen. Bei vielen Eingriffen reicht es aber aus, kurz vorher in die Klinik zu gehen.

Wichtig ist, dass die Klinikärztinnen und -ärzte über Vorerkrankungen, Allergien oder Blutgerinnungsstörungen und über die Einnahme von Medikamenten informiert sind. Solche Informationen kann die Hausarztpraxis weiterleiten – ebenso wie die Frage, ob man raucht oder nicht. Übrigens: Wer es schafft, einige Wochen vor einem Eingriff das Rauchen aufzugeben, kann sein Risiko für Komplikationen wie Wundheilungsstörungen senken.

Um sich auf die Vorgespräche vorzubereiten, schreibt man sich am besten alle offenen Fragen zur Operation auf. Wichtig ist, Informationen darüber zu erhalten, was nach einem Eingriff auf einen zukommt und was in der Zeit der Nachbehandlung zu beachten ist. Außerdem sollte man sich nicht scheuen, im Gespräch eigene Ängste und Unsicherheiten anzusprechen.

Ob und welche weiteren Vorbereitungen notwendig sind, hängt sehr von der Art der Operation ab. Dies gilt auch für die Frage, wie lange vorher man nichts essen oder trinken sollte. Häufig wird vor Operationen die Einnahme eines Beruhigungsmittels angeboten.

Nicht immer ist Zeit, sich auf eine Operation vorzubereiten. In Notfällen muss manchmal sehr schnell operiert werden. Manche Menschen sind auch bewusstlos und erfahren erst nach dem Aufwachen aus der Narkose von dem Eingriff.

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Der Eingriff

Operationen erfordern eine Narkose, auch „Anästhesie“ genannt. Bei einer Teilnarkose wird nur eine bestimmte Körperregion betäubt, und man ist die ganze Zeit wach. Bei einer Vollnarkose ist der gesamte Körper betäubt und man bekommt von dem Eingriff nichts mit. Kleinere Operationen sind vielleicht schon nach wenigen Minuten vorbei. Große Eingriffe können mehrere Stunden dauern.

Die Operationsrisiken hängen sehr stark von der Art des Eingriffs ab, aber auch vom Alter oder den Vorerkrankungen einer Patientin oder eines Patienten. Auch die Erfahrungen der Operateure können eine Rolle spielen.

Bei jeder Narkose besteht zudem ein gewisses Risiko für Komplikationen, zum Beispiel für Herz-Kreislauf-Störungen. Bei Vollnarkosen sind Nebenwirkungen häufiger als bei Teilnarkosen. Ernsthafte Probleme durch die Narkose sind heute jedoch sehr selten.

Nachbehandlung

In Krankenhäusern wird man nach einer Operation meist in den sogenannten Aufwachraum gebracht, einen extra für die Nachbeobachtung angelegten Bereich. In der Regel werden frisch Operierte hier an Geräte angeschlossen, die Puls, Blutdruck und Herzaktivität messen. Speziell geschulte Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte betreuen und überwachen sie. Nach kleineren Eingriffen ist es oft möglich, schon kurz nach dem Abklingen der Betäubung nach Hause zu gehen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen direkt nach Operationen gehören Schmerzen oder Übelkeit. Es ist sehr wichtig, das medizinische Personal auf solche Beschwerden aufmerksam zu machen, damit sie behandelt werden können. Denn wer zum Beispiel starke Schmerzen hat, erholt sich meist nur langsam von einem Eingriff. Oft können Neben- und Nachwirkungen gut behandelt werden.

Nach größeren Eingriffen muss man normalerweise einige Tage im Krankenhaus bleiben. Nach einer Bauchoperation darf man meist solange nichts essen, bis die Verdauung wieder einsetzt. In der Zeit der Nachbehandlung kommt es vor allem darauf an, dass die Operationswunden gut heilen und man so schnell es geht wieder auf die Beine kommt. Längere Bettruhe ist heute bei den meisten Operationen die Ausnahme. Meist werden Patientinnen und Patienten dazu ermuntert, nach dem Eingriff so bald es geht wieder aufzustehen und sich zu bewegen.

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Was Studien sagen

Rehabilitation

An manche Operationen schließt sich eine Rehabilitation an, die mehrere Wochen dauern kann. Diese „Anschlussheilbehandlung“ kann ambulant oder stationär angeboten werden. Durch eine Rehabilitation sollen Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff so zu Kräften kommen, dass sie ihren normalen Alltag wieder aufnehmen können. Ein wichtiger Bestandteil einer Rehabilitation ist oft eine physiotherapeutische Behandlung. Ihr Ziel ist, zum Beispiel ein operiertes Gelenk wieder beweglich zu machen und die Muskulatur zu kräftigen.

Weitere Informationen

Vor jeder Behandlung haben Patientinnen und Patienten das Recht, sich ausführlich und verständlich über Vor- und Nachteile und über Alternativen aufklären zu lassen. Diese Rechte sind im deutschen Patientenrechtegesetz verankert.

In Deutschland gibt es zudem ein breites Angebot zur persönlichen Beratung und Unterstützung im Krankheitsfall.

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