Einleitung

Foto von Frau mit laufender Nase (PantherMedia / subbotina) Viele Menschen sprechen von „Grippe“, wenn sich eine Erkältung ankündigt. Beide Krankheiten verlaufen aber sehr unterschiedlich und lassen sich durch typische Anzeichen und Beschwerden voneinander unterscheiden.

Erkältungen sind wesentlich häufiger als eine Grippe. Während sich eine Erkältung langsam entwickelt, schlagen Grippeviren rasch und heftig zu – auch bei Menschen, die sonst gesund sind. Das heißt, man fühlt sich schnell sehr krank. Eine Erkältung verläuft meist harmlos und klingt mit oder ohne Behandlung oft innerhalb einer Woche wieder ab. Bei einer Grippe ist ärztlicher Rat sinnvoll, und manchmal dauert es einige Zeit, bis man sich wieder vollständig erholt hat.

Eins haben Erkältung und Grippe aber gemeinsam: Behandelt werden vorwiegend die Beschwerden. Gegen Grippeviren gibt es bisher nur Medikamente, die allenfalls die Dauer der Erkrankung leicht verkürzen. Man kann jedoch viel tun, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Symptome

Viele Symptome einer echten Grippe – auch Influenza genannt – ähneln denen einer gewöhnlichen Erkältung: Sie kann zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einer verstopften oder laufenden Nase führen. Typisch für eine Grippe ist aber, dass sie nicht nur die Atemwege, sondern den ganzen Körper betrifft. Sie setzt meist schnell und mit recht starken Beschwerden ein. Diese lassen meist innerhalb einer Woche deutlich nach. Erschöpfung und Husten können aber noch länger anhalten.

Zu den Symptomen gehören:

  • Fieber zwischen 38° C bis 40 ° C oder höher
  • Muskel- und Gelenkschmerzen im ganzen Körper („Myalgie“ und „Arthralgie“)
  • Kopfschmerzen
  • starke Abgeschlagenheit und ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • trockener Husten ohne Schleim
  • verstopfte und / oder laufende Nase
  • Appetitlosigkeit
  • starke Müdigkeit

Bei Säuglingen oder Kleinkindern kann es auch zu Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen kommen.

Bei Verdacht auf eine Grippeerkrankung ist es ratsam, eine Ärztin oder einen Arzt hinzuzuziehen. Dies gilt vor allem, wenn bereits andere Krankheiten bestehen, die das Risiko für Komplikationen erhöhen – etwa eine chronische Lungenerkrankung oder Diabetes. Ärztlicher Rat ist zudem sinnvoll, wenn Erkrankte Kontakt zu Menschen mit erhöhtem Risiko haben.

Ursachen

Eine Grippe wird durch Viren ausgelöst. Viren sind mikroskopisch kleine Erreger, kleiner noch als Bakterien. Sie vermehren sich sehr schnell, wenn sie erst einmal in den Körper gelangt sind. Das Abwehrsystem des Körpers braucht einige Zeit, bis es genug Antikörper gebildet hat, um die Virusinfektion zu bekämpfen.

Es gibt Hunderte von Grippeviren, die in Gruppen eingeteilt werden. Am gefährlichsten sind die Virusgruppen „Influenza A“ und „Influenza B“. Wer sich mit einem bestimmten Grippevirus ansteckt, entwickelt nach überstandener Erkrankung eine Unempfindlichkeit (Immunität) gegen dieses Virus.

Folgen

Eine recht häufige Folgeerkrankung der Grippe ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis). Dabei füllen sich die Hohlräume rund um die Nase mit einer infektiösen Flüssigkeit. Eine Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich häufig durch Kopfschmerzen und eine verstopfte Nase.

Bei Säuglingen und Kleinkindern lösen Atemwegsinfektionen oft eine Mittelohrentzündung aus.

Selten nimmt die Grippe einen schweren Verlauf und führt zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung (Pneumonie). Dieses Risiko besteht insbesondere bei Menschen mit einem schwächeren Immunsystem: Säuglingen und Kleinkindern, Menschen über 60 Jahre oder mit Lungen- oder Immunerkrankungen.

Vorbeugung

Erkältungs- und Grippeviren verbreiten sich auf dem Weg der sogenannten Tröpfcheninfektion: Wer infiziert ist, versprüht beim Husten oder Niesen virenhaltige Tröpfchen. Auch beim Naseputzen gelangen Viren auf das Taschentuch und die Hände. Von dort erreichen sie andere Menschen oder Gegenstände. Über Gegenstände, die von vielen Menschen angefasst werden, wie Türklinken oder Haltegriffe in der U-Bahn, werden Viren leicht von Person zu Person übertragen. Zudem begünstigt direkter Kontakt durch Händeschütteln oder Umarmungen die Übertragung von Erkältungs- und Grippeviren.

Um sich oder andere vor solchen Viren zu schützen, ist es daher am wirksamsten, ihre Verbreitung zu verhindern. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass man sich häufig die Hände wäscht und benutzte Taschentücher nicht herumliegen lässt.

Auch wenn die Beschwerden schon wieder abklingen, ist man noch bis zu einer Woche ansteckend. Daher ist es gut, in dieser Zeit mit weniger Menschen Kontakt zu haben und zum Beispiel von zu Hause aus zu arbeiten, wenn das möglich ist.

Eine andere Möglichkeit zum Schutz vor Grippeviren ist die Grippeimpfung.

Was Studien sagen

Behandlung

Um Grippebeschwerden zu linden, greifen viele Menschen zu Hausmitteln wie Hühnerbrühe und Kräutertees. Auch viel zu trinken, gilt als wichtig. Wissenschaftliche Belege, dass sich dadurch die Genesung beschleunigt, gibt es allerdings nicht. Deshalb ist es nicht nötig, zu solchen Hausmitteln zu greifen oder viel mehr zu trinken, als man möchte.

Gegen Erkältungen, Husten und Grippe werden viele frei verkäufliche Produkte wie Vitaminpräparate oder Inhalationsgeräte beworben. Es gibt jedoch keine überzeugenden Nachweise dafür, dass sie bei Grippe helfen. Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS (zum Beispiel in „Aspirin“) und Ibuprofen können Schmerzen lindern und das Fieber senken. Kinder und Jugendliche sollten allerdings kein ASS nehmen, da der Wirkstoff bei ihnen in seltenen Fällen eine schwerwiegende Hirnerkrankung auslösen kann.

Neben diesen rezeptfreien Medikamenten gibt es spezielle Grippemedikamente. Von diesen Grippemitteln wird in Deutschland insbesondere Oseltamivir (Handelsname Tamiflu) eingesetzt. Oseltamivir ist verschreibungspflichtig und muss innerhalb von zwei Tagen nach Erkrankungsbeginn eingenommen werden. Wenn die Symptome länger bestehen, kann das Mittel den Verlauf der Grippe nicht mehr beeinflussen. Es gibt Hinweise, dass Oseltamivir die Krankheitsdauer um knapp einen Tag verkürzen könnte. Es führt jedoch oft zu Übelkeit und Erbrechen. Ob es vor Folgeerkrankungen und Komplikationen schützt, ist unklar. Manche Menschen glauben, dass Antibiotika auch bei Grippe helfen können. Antibiotika wirken aber nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren. Daher helfen sie nur, wenn sich zusätzlich zur Virusinfektion Bakterien in den Atemwegen angesiedelt haben. Wenn keine Komplikationen auftreten, die auf eine bakterielle Infektion hindeuten, ist die Einnahme von Antibiotika bei Grippe sinnlos.

Was Studien sagen

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt. Pflichtfelder sind mit einem Sternchen (*) markiert.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise auf Beratungsangebote finden Sie in unserem Text "Wie finde ich Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen?"

Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

Empfehlen Sie diesen Artikel

Hier können Sie einen Button dauerhaft aktivieren. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.