Coronavirus: Worauf achten bei COPD?

Foto von Patient bei einer Untersuchung (PantherMedia / Wavebreakmedia ltd) Wie eine Covid-19-Erkrankung verläuft, hängt vor allem vom Alter und bestehenden Vorerkrankungen ab. Bei Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) verläuft sie oft schwerer. Für sie ist der Schutz vor Ansteckung besonders wichtig. Medikamente sollten sie wie gewohnt einnehmen.

COPD ist wie Covid-19 eine Erkrankung der Atemwege. Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Atemwege (Bronchien) sind verengt. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es sehr leicht zu Atemnot. Es kann eine Sauerstoffbehandlung oder sogar Beatmung nötig werden.

Warum erhöht COPD das Risiko für Komplikationen?

Bei einer COPD wird das Blut schlechter mit Sauerstoff versorgt. Das ist auch bei Covid-19 der Fall, wenn die Infektion die Lungen angreift. Erkranken Menschen mit einer COPD an Covid-19, ist deshalb die Gefahr groß, dass sie viel zu wenig Luft bekommen und beatmet werden müssen. Menschen mit einer COPD sind zudem anfälliger für Lungenentzündungen und Lungenversagen.

Studien konnten zeigen, dass Menschen mit einer COPD häufiger an Covid-19 sterben als Menschen ohne COPD. In den bisherigen Studien starben etwa 8 von 100 Erkrankten. Diese Zahl ist aber nur ein grober Anhaltspunkt, weil die Studien meist aus China stammen und sich in Deutschland zum Beispiel die Versorgung der Patientinnen und Patienten unterscheidet. Ob sich Menschen mit einer COPD auch eher anstecken und an Covid-19 erkranken, ist unklar.

Wichtig: Weiter die Medikamente nehmen!

Es ist sehr wichtig, Medikamente wie atemwegserweiternde Sprays weiter einzunehmen. Sie dienen unter anderem dazu, einer akuten Atemnot vorzubeugen. Wer seine Medikamente nicht einnimmt und an Covid-19 erkrankt, riskiert unter Umständen, dass die Atemnot noch stärker ausfällt.

Manche Menschen mit COPD wenden täglich Kortison-Spray an. Auch dies sollten sie weiter tun. Zwar wurde vereinzelt behauptet, dass Kortison-Spray das Immunsystem so schwächen könnte, dass sich bei einer Covid-19-Infektion das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dafür gibt es aber keine Hinweise, denn Kortison-Spray hat kaum einen Einfluss auf das Immunsystem im übrigen Körper.

Zwar weisen Studien darauf hin, dass Kortison-Sprays bei COPD generell das Risiko für eine Lungenentzündung leicht erhöhen können. Es ist aber unklar, ob dies auch für eine Lungenentzündung bei Covid-19 gilt.

Zudem überwiegen nach den bisherigen Kenntnissen die Vorteile des Kortisons seine möglichen Nebenwirkungen. Deshalb können sogar Kortisontabletten eingenommen werden – zumal sie bei COPD ohnehin meist nur kurzzeitig bei einem akuten Atemnot-Anfall infrage kommen.

Falls aufgrund einer Diagnose oder eines Verdachts auf Covid-19 eine Quarantäne notwendig wird, ist es wichtig, für ausreichend Medikamente zu sorgen, um die COPD-Therapie fortzuführen.

Was mache ich bei Verdacht auf Covid-19?

Die Beschwerden bei COPD und Covid-19 können sich ähneln. So kann es bei beiden Erkrankungen zu Husten und Kurzatmigkeit kommen. Zu anderen Covid-19-typischen Symptomen wie Fieber und einem veränderten Geschmacks- und Geruchsempfinden kommt es bei COPD aber selten oder nie. Treten Corona-typische Beschwerden auf, kann ein Covid-19-Test sinnvoll sein. Dies wird in einem Testzentrum oder in einer Arztpraxis geklärt.

Wie kann ich eine Ansteckung vermeiden?

Die Angst, sich mit dem Coronavirus (Sars-CoV-2) anzustecken, ist aufgrund des Risikos für einen schweren Verlauf gut zu verstehen. Vor allem in Gegenden mit niedrigen Infektionszahlen ist die Ansteckungsgefahr allerdings sehr gering. Deshalb kann man sich mit den entsprechenden Schutzmaßnahmen meist normal im Alltag bewegen. Dazu gehören Abstands- und Hygieneregeln und das Vermeiden von Menschenansammlungen. Auch beim Kontakt mit Kindern und Enkelkindern sollte das Ansteckungsrisiko möglichst gering gehalten werden.

Es kann aber tatsächlich Situationen geben, wo mehr Vorsicht angebracht ist – zum Beispiel an Orten, wo mehrere Menschen auf engem Raum zusammenkommen, oder beim Kontakt mit Menschen, die man nicht kennt und die vielleicht sogar Krankheitssymptome haben.

In Einrichtungen wie Pflegeheimen gibt es besondere Schutzmaßnahmen, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten.

Muss ich mit COPD eine Maske tragen?

Für bestimmte öffentliche Bereiche wie Nahverkehrsmittel oder Geschäfte gilt die Maskenpflicht. Viele Menschen mit COPD tragen die Maske ohne Probleme, manche fühlen sich aber unwohl damit. Sie befürchten, durch das Tragen einer Maske eher Atemnot zu bekommen. Ob eine Gesichtsmaske bei COPD tatsächlich Atemnot auslösen kann, ist aber unklar: Dies ist wissenschaftlich noch nicht gut untersucht – und es gibt auch keine behördlichen Empfehlungen für Menschen mit COPD.

Wer große Probleme hat, eine Maske zu tragen, lässt sich am besten ärztlich beraten, etwa zum Maskentyp oder zum Tragen eines Gesichtsschilds. Nur bei besonderen gesundheitlichen Problemen können Ärztinnen oder Ärzte ein Attest ausstellen, das von der Maskenpflicht befreit.