Bewegung und Sport bei rheumatoider Arthritis

Foto von einer Sportgruppe (PantherMedia / Robert Kneschke) Für Menschen mit Rheuma lohnt es sich, körperlich aktiv zu bleiben: Bewegung und Sport erhalten die Fitness und Kraft, außerdem helfen sie gegen rheumabedingte Erschöpfung. Es gibt verschiedene gelenkschonende Sportarten, die sich bei Rheuma eignen.

Körperliche Aktivität ist wichtig, um die Gelenke möglichst beweglich zu erhalten. Bewegung und Sport haben zudem noch andere Vorteile: Sie stärken die Muskeln und Knochen sowie das Herz-Kreislauf-System. Kraft und Ausdauer helfen auch im Alltag – zum Beispiel beim Treppensteigen.

Schmerzen und Erschöpfung können ein Training vor allem anfangs erschweren, wenn der Körper noch nicht daran gewöhnt ist. Wichtig ist deshalb, sich nicht zu überfordern und die Belastung an die Beschwerden und das Erkrankungsstadium anzupassen. Das gilt auch bei akuten Krankheitsschüben.

Welche Übungen je nach Situation geeignet sind, lässt in einer ärztlichen, physio- oder ergotherapeutischen Beratung klären.

Welche Sportarten eignen sich bei Rheuma?

Sport- und Trainingsarten, die sich bei Rheuma eignen, sind zum Beispiel:

  • Kräftigungsübungen: Etwa Übungen mit leichten Gewichten zur Stärkung der Bein-, Arm- und Rückenmuskulatur.
  • Ausdauertraining: Sportarten zur Stärkung von Herz und Lunge wie Walking, Radfahren, Schwimmen und Tanzen.
  • Gymnastik und Wassergymnastik
  • Tai Chi (Schattenboxen)
  • Yoga

Grundsätzlich kommen bei Rheuma alle Aktivitäten infrage, die die Gelenke nicht übermäßig belasten. Studien zeigen, dass Sport für die meisten Menschen mit Rheuma kein Risiko darstellt. Wenn die Gelenke bereits sehr geschädigt sind, sollte zu intensives Training aber vermieden werden. Es gibt Hinweise, dass es Gelenkschäden dann noch begünstigen kann.

Bei der Wahl einer Sportart spielen die eigenen Vorlieben eine wichtige Rolle. Denn um etwas bewirken zu können, muss man regelmäßig trainieren. Bewegung zu einem festen Bestandteil des Alltags zu machen, gelingt viel leichter, wenn die Sportart Freude macht und man sich danach wohl fühlt.

Kann die Krankenkasse die Trainingskosten übernehmen?

Für Menschen mit Rheuma besteht die Möglichkeit, für bis zu 24 Monate ein sogenanntes Funktionstraining in der Gruppe in Anspruch zu nehmen. Dabei handelt es sich um Gymnastik oder Wassergymnastik, die meist von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten angeleitet wird. Diese Kurse sind speziell auf die Erfordernisse bei Erkrankungen wie Rheuma zugeschnitten. Zudem fällt vielen Menschen der Sport in einer Gruppe leichter.

Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss der Veranstalter von der Kasse anerkannt sein. Außerdem braucht man ein ärztliches Rezept. Die Ärztin oder der Arzt kann das Funktionstraining auf einem speziellen Formular verordnen, ohne sein Budget zu belasten.

Auch der sogenannte Rehasport zur Verbesserung von Ausdauer, Kraft, Koordination und Beweglichkeit kann ärztlich verordnet und von der Kasse übernommen werden. Rehasport wird ebenfalls in der Gruppe angeboten, in der Regel an 50 Terminen über 18 Monate.

Weitere Informationen zu Trainingsmöglichkeiten bieten zum Beispiel Selbsthilfegruppen für Menschen mit Rheuma.

Was zeigen Studien zu unterschiedlichen Sportarten?

Körperliche Aktivität kann die Fitness, Kraft und allgemeine Beweglichkeit verbessern. Eine zusammenfassende Auswertung von Studien zeigt außerdem, dass sie rheumabedingte Erschöpfung lindern kann.

Kräftigungsübungen

Eine Reihe von Studien hat die Wirkung von Kräftigungsübungen untersucht, insbesondere zur Stärkung der Arm- und Beinmuskulatur. Dabei trainierten die Teilnehmenden 2- bis 3-mal pro Woche 30 bis 60 Minuten mit leichten Gewichten oder Geräten. Das Training konnte ihre Kraft verbessern und die Beeinträchtigung durch Rheuma etwas verringern. Dadurch fielen ihnen alltägliche Aktivitäten wie etwa Ankleiden, Waschen oder das Hantieren mit Besteck und Geschirr beim Essen leichter. Auf ihre Schmerzen hatte das Training jedoch keinen Einfluss.

Ausdauertraining

Andere Studien untersuchten die Wirkung von Ausdauertraining bei Rheuma. Auch hier fand das Training in der Regel 2- bis 3-mal pro Woche statt und dauerte meist zwischen 45 und 60 Minuten. Es wurden verschiedene Arten von Ausdauersport geprüft, zum Beispiel Radfahren oder Schwimmen, oft in Kombination mit anderen Übungen. Trainiert wurde jeweils bei einer moderaten Belastung – die zwar anstrengend ist, den Puls aber nicht zu stark beschleunigt.

Auch das Ausdauertraining zeigte günstige Wirkungen: Es verbesserte die Lebensqualität, konnte Einschränkungen im alltäglichen Leben leicht verringern und auch Schmerzen etwas lindern.

Wassergymnastik

Menschen mit Gelenkerkrankungen wird häufig Wassergymnastik empfohlen, da bei Übungen im Wasser kaum Druck auf den Gelenken lastet. Die Wirkung von Wassergymnastik wurde in einigen Studien untersucht. Die Forschungsergebnisse reichen aber bislang nicht aus, um zu beurteilen, ob Wassergymnastik rheumatische Beschwerden wie Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern kann.

Tai Chi und Yoga

Es gibt kaum Studien zu Tai Chi und Yoga bei Rheuma. Daher lässt sich ihre Wirkung wissenschaftlich noch nicht beurteilen.