Wie wird ein Hirnaneurysma behandelt?

Foto von Paar beim Wandern (PantherMedia / Monkeybusiness Images) Nicht alle Menschen mit einem Hirnaneurysma brauchen eine Behandlung. Bei manchen ist es sinnvoll, das Aneurysma mittels Katheter oder Operation zu verschließen, damit es nicht irgendwann reißt.

Ob und welche Behandlung bei einem Hirnaneurysma sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Wer keine Beschwerden und nur ein geringes Risiko für Komplikationen hat, braucht nicht unbedingt eine Behandlung. Es wird jedoch empfohlen, sich beraten und das Aneurysma alle ein bis drei Jahre kontrollieren zu lassen.

Um das Risiko für einen Riss gering zu halten, ist es außerdem sinnvoll,

  • den Blutdruck zu senken, wenn er zu hoch ist – zum Beispiel durch Ernährungsumstellung zur Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung oder Medikamente,
  • nicht zu rauchen und
  • keinen oder nur wenig Alkohol zu trinken.

Diese Regeln gelten für alle Menschen mit einem Aneurysma – unabhängig davon, wie hoch ihr Risiko für Komplikationen wie einer Hirnblutung ist.

Besteht ein erhöhtes Risiko, dass ein Aneurysma reißt, wird meist eine Behandlung empfohlen. Möglich sind verschiedene OP- oder Katheter-Verfahren, die bewirken sollen, dass das Aneurysma verschlossen wird. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa der Lage, Form und Größe des Aneurysmas, dem Alter und allgemeinen Gesundheitszustand.

Was passiert bei einer Aneurysma-Operation?

Bei einer Operation öffnen die Neurochirurgen den Schädel und legen das Blutgefäß frei, an dem sich das Aneurysma befindet. Dann klemmen sie das Aneurysma mit einem kleinen Metall-Clip vom Blutgefäß ab. Das Verfahren wird deshalb „Clipping“ genannt. Es kommt vor allem dann infrage, wenn das Aneurysma so im Schädel liegt, dass es sich leicht freilegen und abklemmen lässt.

Der Clip bleibt im Körper. Das Blut im abgeklemmten Aneurysma gerinnt und wird vom Körper mit der Zeit zu Bindegewebe umgebaut. Dadurch kann es nicht mehr zu einer Hirnblutung kommen.

Allerdings kann auch der Eingriff selbst Gehirngewebe schädigen. Dann kann es zu meist kurzfristigen, seltener zu dauerhaften Beschwerden kommen – etwa Lähmungen.

Außerdem bringt jede Operation Risiken mit sich – zum Beispiel für Blutungen, Wundinfektionen oder Kreislaufprobleme. Eine Aneurysma-Operation ist deshalb eher für jüngere Menschen geeignet, die keine anderen Erkrankungen haben. Sie können eine Operation besser verkraften und erholen sich schneller wieder davon.

Wie funktioniert eine Katheter-Behandlung?

Für die Behandlung mit einem Katheter ist keine Operation notwendig. Der Katheter wird bei diesem Verfahren in Narkose in die Leistenarterie eingeführt und bis ins betroffene Blutgefäß im Gehirn vorgeschoben. Über den Katheter kann die Ärztin oder der Arzt dann kleine Platin-Spiralen (englisch: coils) im Aneurysma platzieren. Deshalb nennt man diesen Eingriff auch „Coiling“. Die Spiralen sorgen dafür, dass das Blut im Aneurysma gerinnt. Danach kann kein Blut mehr einströmen. Manchmal werden zusätzlich sogenannte Stents eingesetzt. Die feinen Röhrchen aus Metallgeflecht wirken wie eine innere Schiene: Das Blut fließt durch sie hindurch und am Aneurysma vorbei.

Ein Eingriff per Katheter kommt vor allem für Menschen infrage, für die eine Operation zu belastend wäre – zum Beispiel weil sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben.

Auch dieser Eingriff hat Risiken: So kann der Katheter das Blutgefäß von innen verletzen, was ebenfalls zu Blutungen und Gehirnschäden führen kann. Gerinnt das Blut im Aneurysma nicht vollständig, kann außerdem weiterhin Blut ins Aneurysma fließen. Dann wird ein erneuter Eingriff nötig, weil weiterhin ein Risiko für eine Hirnblutung besteht.

Schlagwörter: Aneurysma im Kopf, Hirnaneurysma, I67, Kopf und Nerven