Wie wird ein Glaukom behandelt?

Foto von Mann bei der Anwendung von Augentropfen
BananaStock / Thinkstock

Ein kann mit Medikamenten (Augentropfen), durch einen Lasereingriff oder eine Operation behandelt werden. Ziel ist es, den zu senken und dadurch das Risiko für Sehschäden und Erblindung zu verringern.

Der Begriff (Grüner Star) fasst verschiedene Augenerkrankungen zusammen, bei denen der Sehnerv geschädigt wird. Dies führt dazu, dass das Gesichtsfeld immer größere Lücken aufweist. Das Gesichtsfeld ist der Sehbereich, den man wahrnehmen kann, ohne die Augen zu bewegen. In fortgeschrittenen Stadien nimmt auch die Sehschärfe ab. Eine häufige Ursache ist ein zu hoher .

Den  zu senken, kann helfen, den schleichenden Sehverlust zu verzögern oder aufzuhalten. Heilen lässt sich ein jedoch nicht, da bereits entstandene Schäden am Sehnerv nicht mehr rückgängig zu machen sind.

Dieser Text informiert über die Behandlung des mit Abstand häufigsten Glaukoms, des sogenannten primären Offenwinkel- oder Weitwinkelglaukoms. Einige der genannten Medikamente und Eingriffe eignen sich aber auch bei einem Engwinkelglaukom.

Welche Medikamente werden eingesetzt?

Zur Behandlung eines Glaukoms können folgende Medikamente als Augentropfen angewendet werden:

  • : Sie verringern die Produktion des Kammerwassers und werden häufig als erstes Mittel verschrieben.
  • Prostaglandine: Sie erhöhen den Abfluss des Kammerwassers und werden wie häufig als erstes Mittel verschrieben.
  • Alpha-Agonisten: Sie verringern die Produktion des Kammerwassers und erhöhen gleichzeitig dessen Abfluss.
  • Karboanhydrasehemmer: Sie verringern die Produktion des Kammerwassers.
  • Cholinergika: Sie erhöhen den Abfluss des Kammerwassers.

Welche Mittel sich bei einem Menschen eignen, hängt von verschiedenen Faktoren ab – unter anderem von seinem Alter, dem Ausmaß der Sehnervschädigung, der Höhe des Augeninnendrucks und von möglichen Nebenwirkungen der Medikamente. Wenn der durch ein Mittel nicht ausreichend gesenkt werden kann oder unerwünschte Wirkungen auftreten, lässt sich das Medikament wechseln. Die Medikamente können auch kombiniert werden.

Nebenwirkungen

Die Augentropfen können unterschiedliche Nebenwirkungen haben. Jedes Mittel kann das Auge reizen und beispielsweise Juckreiz und Rötungen hervorrufen. Manche Wirkstoffe – etwa – können das Herz-Kreislauf-System und die Atmung belasten. Um die Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen zu senken, wird empfohlen, die Augen nach dem Eintröpfeln für drei Minuten zu schließen. Man kann auch mit dem Finger den inneren Augenwinkel leicht zudrücken. Beides soll dafür sorgen, dass die Tropfen im Auge wirken und nicht in den Nasen-Rachen-Raum fließen, wo sie über die Schleimhaut in den Körper aufgenommen werden. Wenn anhaltende Nebenwirkungen auftreten, ist es sinnvoll, mit der Ärztin oder dem Arzt darüber zu sprechen. Die Mittel sollten aber möglichst bis zum nächsten Untersuchungstermin weiter angewendet und nicht eigenständig abgesetzt werden.

Was kann helfen, an die Augentropfen zu denken?

Es kann schwerfallen, über Jahre ein- oder mehrmals täglich Augentropfen zu verwenden. Manchen Menschen ist es unangenehm, am Arbeitsplatz oder unterwegs einen ruhigen Platz suchen zu müssen, an dem sie die Tropfen nehmen können. Andere vergessen häufig, die Mittel anzuwenden oder haben das Gefühl, die Medikamente bringen nichts und wenden die Tropfen nicht konsequent an. Dies wird dadurch begünstigt, dass sich keine sofortige Verschlechterung zeigt, wenn man das Medikament einmal vergisst. Auch der Nutzen zeigt sich erst über einen langen Zeitraum, ist also nicht gleich spürbar. Es kann aber motivierend sein zu wissen, dass die Medikamente langfristig helfen, das Sehvermögen zu erhalten.

Regelmäßige Kontrolltermine bei der Augenärztin oder dem Augenarzt können motivieren, die Behandlung fortzuführen. Möglicherweise lässt sich die Anwendung so planen, dass zum Beispiel nur einmal statt dreimal täglich getropft werden muss. Hilfreich sind auch feste Tageszeiten, zu denen man die Medikamente anwendet (zum Beispiel vor dem Frühstück, Abendessen oder Schlafengehen). Auch Erinnerungshilfen – ob Handy-Apps oder Zettel am Badezimmerspiegel – können unterstützen.

Manche Menschen kommen vor allem zu Anfang mit der Anwendung nicht gut zurecht. Wenn man noch nie Augentropfen genommen hat, ist die Handhabung der Mittel nicht immer einfach. Ältere Menschen haben zudem oft Probleme, sich die Augentropfen eigenständig zu verabreichen. Bei Unsicherheiten ist es sinnvoll, sich in der Arztpraxis genau und in Ruhe erklären zu lassen, was zu tun ist. Auch Angehörige oder Selbsthilfegruppen können unterstützen. Letztere bieten beispielsweise Tropfschulungen an.

Können eine Operation oder eine Laserbehandlung helfen?

Ein kann auch mit einem Lasereingriff oder einer Operation behandelt werden. Beides kommt meist dann infrage, wenn es nicht gelingt, den durch Medikamente allein zu kontrollieren oder die Tropfen nicht gut vertragen werden.

Operation: Trabekulektomie

Eine Operation des Glaukoms zielt darauf ab, den dauerhaft auf niedrige Werte zu senken. Die gängigste Operation ist die Trabekulektomie. Dabei wird ein kleines Stück der Lederhaut und der Iris herausgeschnitten, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern und so den Druck im Auge zu verringern. Mögliche unerwünschte Folgen einer Operation sind anfängliche Sehstörungen, Vernarbungen und langfristig die Entwicklung eines Grauen Stars.

Laserbehandlung

Der kann zudem durch einen Lasereingriff gesenkt werden, wenn auch meist nicht so stark wie durch eine Operation. Bei den meisten Laserverfahren wird der Abfluss des Kammerwassers verbessert. Es gibt auch Laserverfahren, die dafür sorgen, dass weniger Kammerwasser produziert wird. Eine Laserbehandlung ist zudem als Ergänzung zur mit Augentropfen möglich. Eine Laserbehandlung kann kurzfristig Rötungen, ein trockenes Auge und unscharfes Sehen zur Folge haben.

Minimalinvasive Operation

Seit einigen Jahren werden zunehmend minimalinvasive Glaukom-Operationen angeboten. Dabei werden kleine Implantate (Stents) in den Abflusskanal eingesetzt, die das Kammerwasser ableiten und so den senken. Dieser Eingriff wird Menschen mit einem leichten oder mittelstarken angeboten. Die Krankenkassen zahlen minimalinvasive Eingriffe meist nicht, wenn sie durchgeführt werden.

Sind ergänzende Behandlungen sinnvoll?

wird manchmal zur ergänzenden Behandlung von Glaukomen eingesetzt – ob sie hilft, ist jedoch unklar. Dabei werden die Nadeln nicht ins Auge gesetzt, sondern zum Beispiel zwischen die Brauen oder an andere Körperstellen. Es gibt keine Studien, die belegen, dass dies das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen könnte. Auch werden manchmal empfohlen. Ihr Nutzen ist ebenfalls nicht nachgewiesen.

Welchen Nutzen hat die Vorbeugung?

Wenn ein hoher besteht, aber noch keine Schäden am Sehnerv und Einschränkungen des Gesichtsfelds aufgetreten sind, kann man die Medikamente vorbeugend anwenden. Studien zeigen, dass Menschen, die einen erhöhten , aber noch kein hatten, seltener Gesichtsfeldeinschränkungen entwickelten, wenn sie Augentropfen nahmen:

  • Nach rund fünf Jahren konnten 12 von 100 Menschen schlechter sehen, die Augentropfen anwendeten.
  • Demgegenüber verschlechterte sich das Sehen bei 17 von 100 Menschen, die keine Augentropfen oder ein Scheinmedikament anwendeten.

Ob eine vorbeugende Behandlung sinnvoll ist, hängt auch von den möglichen Risikofaktoren ab. Für Menschen, deren schon stark erhöht ist und die nahe Verwandte mit einem haben, ist die Chance deutlich größer, von einer vorbeugenden Behandlung zu profitieren.

Welchen Nutzen hat eine Behandlung?

Bei einem ist es wichtig, den mit Medikamenten niedrig zu halten, um den Sehverlust möglichst zu begrenzen. Die Medikamente werden auch bei Menschen mit eingesetzt, die keinen erhöhten haben. Unter Umständen kann ein operativer Eingriff helfen, den zu senken.

In einer Studie wurde untersucht, wie sich ein neu entdecktes entwickelt, wenn man es behandelt oder nicht. Dazu wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Laserbehandlung des Auges und wendete Betablocker-Augentropfen an. Die andere erhielt keine Behandlung. Nach zwei Jahren zeigte sich:

  • Ohne Behandlung: Bei 49 von 100 Personen schritt das fort.
  • Mit Behandlung: Bei 30 von 100 Personen schritt das fort.

In anderen Worten: Die Behandlung konnte über zwei Jahre bei 19 von 100 Teilnehmenden ein Fortschreiten des Glaukoms verhindern.

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Aktualisiert am 17. Juli 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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