Über- und Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes

Foto von Frau mit einem Glas Wasser
PantherMedia / Sven Weber

Wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch ist, kommt es zu einer . Sie ist die Folge eines unzureichend behandelten Diabetes mellitus. Eine tritt bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel ein. Sie ist meist eine Nebenwirkung der Behandlung mit blutzuckersenkenden Medikamenten.

Diabetes mellitus ist eine mit weitreichenden Folgen für die Gesundheit. Bei einem Typ-1-Diabetes kann der Körper nur sehr wenig oder gar kein produzieren. Bei einem Typ-2-Diabetes reicht die in das Blut abgegebene Insulinmenge nicht aus oder kann nicht ausreichend genutzt werden.

Ohne das lebenswichtige Hormon kann der Zucker im Blut vom Körper nicht verwertet werden und sammelt sich dort an. Eine sehr hohe Zuckerkonzentration im Blut () verursacht eine Reihe von Beschwerden. Wenn der Blutzucker zu niedrig ist, nennt man dies ().

Wann spricht man von Über- und Unterzuckerung?

Leichte Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind völlig normal und kommen auch bei Gesunden täglich vor. Bei ihnen liegt der Blutzuckerspiegel, abhängig von der Nahrungsaufnahme, zwischen etwa 60 und 140 Milligramm Zucker pro Deziliter (mg/dl) Blut. Dies entspricht 3,3 bis 7,8 mmol/l. Die Maßeinheit Millimol pro Liter (mmol/l) ist die international gebräuchliche Einheit zur Blutzuckermessung. Sie gibt die Menge eines Stoffes als Teilchen pro Liter an.

Für einen unbehandelten Typ-1-Diabetes sind stark erhöhte Blutzuckerspiegel typisch, die 27,8 mmol/l (500 mg/dl) übersteigen können. So deutlich erhöhte Werte sind bei einem Typ-2-Diabetes aber eher selten. Bei einer liegt der Blutzuckerspiegel unter 3,3 mmol/l (60 mg/dl). Wie die folgende Grafik zeigt, sind die Übergänge zwischen dem normalen Blutzuckerbereich und einer Über- oder fließend.

Grafik: Blutzucker-Normalwerte zwischen Über- und Unterzuckerung

Blutzucker: Normbereich zwischen Über- und Unterzuckerung

Anzeichen für eine Überzuckerung

Anzeichen für einen sehr hohen Blutzucker bei Typ-1-Diabetes können sein:

  • extremer Durst, große Trinkmengen und dadurch ausgelöst häufiges Wasserlassen
  • ausgeprägte ungewollte Gewichtsabnahme innerhalb weniger Wochen
  • auffälliger Leistungsabfall mit , Müdigkeit und stark beeinträchtigtem Allgemeinbefinden
  • Übelkeit und Bauchschmerzen
  • Sehstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • gehäufte Infektionen (Harnwegsinfektionen, Pilzerkrankungen)
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

Wer diese Anzeichen bei sich oder seinem Kind beobachtet, sollte sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Was tun bei Überzuckerung?

Wenn sich eine durch die oben genannten Beschwerden bemerkbar macht, ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. Dann können die Medikamente so angepasst werden, dass der Blutzucker absinkt. Möglicherweise ist ein Krankenhausaufenthalt sinnvoll, um den Blutzucker einzustellen. Bei Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit, sollte unter der Nummer 112 der Rettungsdienst gerufen werden.

Anzeichen für eine Unterzuckerung

Zu einer kann es vor allem bei Menschen kommen, die sich mit oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten behandeln. So können zum Beispiel ungeplante körperliche Anstrengung, der längere Aufschub einer Mahlzeit oder zu viel Alkohol dazu führen, dass die gespritzte Insulinmenge zu hoch ist und der Blutzucker deshalb zu stark absinkt.

Folgende Anzeichen können auf eine hindeuten:

  • schneller Puls
  • kalter Schweiß
  • blasse Gesichtsfarbe
  • Kopfschmerzen
  • Heißhunger
  • Zittern, weiche Knie
  • Unruhe und Nervosität, Angstgefühle
  • Konzentrationsstörungen bis zu Verwirrtheit

Wie stark diese Symptome auftreten, hängt vom Blutzucker ab und kann sich von Person zu Person unterscheiden. Die Beschwerden treten auch nicht alle gleichzeitig auf. Wer unsicher ist, ob es sich um eine handelt, kann den Blutzucker messen, um sicherzugehen. Eine leichte hat in der Regel keine schädlichen Folgen.

Was tun bei Unterzuckerung?

Es ist wichtig, rechtzeitig auf eine zu reagieren und schnell etwas zu sich zu nehmen, etwa Traubenzucker oder eine zuckerhaltige Limonade (keine Süßstoff-Limonade!).

Bei einer deutlichen können starke Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. Dann können Angehörige das Hormon Glukagon spritzen. Ist dies nicht möglich, ist es wichtig, umgehend die Notfallnummer 112 zu wählen und ärztliche Hilfe anzufordern.

Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter. S3-Leitlinie. 10.2015. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 016).

Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG). Therapie des Typ-1-Diabetes. S3-Leitlinie. 09.2011. (AWMF-Leitlinien; Band 057 - 013).

Leelarathna L, Guzder R, Muralidhara K, Evans ML. Diabetes: glycaemic control in type 1. BMJ Clin Evid 2011.

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Aktualisiert am 14. Juni 2017
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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