Ein Hirnaneurysma operieren lassen oder nicht?

Foto von Mutter und Tochter im Gespräch

Die meisten Hirnaneurysmen reißen nicht. Es gibt aber einige Faktoren, die das Risiko für einen Riss mit anschließender Blutung ins Gehirn erhöhen. Ein operativer Eingriff kann einem Riss vorbeugen, birgt aber ebenfalls Risiken. Die Entscheidung muss deshalb sorgfältig abgewogen werden.

Ein Hirnaneurysma wird oft zufällig gefunden. Dabei handelt es sich um eine kleine sackförmige Ausbuchtung an einem Blutgefäß im Gehirn. Meistens verursachen Hirnaneurysmen keine Probleme. Sie können aber auch plötzlich reißen und eine lebensbedrohliche Hirnblutung auslösen.

Bei etwa 3 von 100 Menschen mit Hirnaneurysma reißt das Aneurysma innerhalb von 5 Jahren. Das ist allerdings nur eine grobe Schätzung, weil viele Faktoren das Risiko für einen Riss beeinflussen. So erhöhen beispielsweise bestimmte Eigenschaften des Aneurysmas und Erkrankungen das Risiko für einen Riss. Wenn man keine Risikofaktoren hat, ist das Risiko deutlich geringer. Liegen hingegen mehrere oder starke Risikofaktoren vor, kann ein Aneurysma bei bis zu 15 von 100 Menschen reißen.

Es gibt operative Eingriffe, die einem Riss vorbeugen können. Sie gehen aber ihrerseits mit einem Risiko für schwere Komplikationen wie Schlaganfällen oder Lähmungen einher. Um abzuschätzen, ob sich ein Eingriff lohnt, versuchen Ärztinnen und Ärzte also, das individuelle Risiko für einen Riss zu ermitteln – ebenso wie die Chance, dass der Eingriff erfolgreich ist.

Was macht einen Riss wahrscheinlicher?

Je größer ein Aneurysma ist, desto höher ist das Risiko, dass es reißt. Es gibt aber keine feste Grenze zwischen „harmlosen“ und „gefährlichen“ Aneurysmen und es lässt sich nicht ausschließen, dass auch kleine Aneurysmen reißen. Daher spielen bei der Entscheidung für oder gegen einen vorbeugenden Eingriff weitere Risikofaktoren eine Rolle. In folgenden Situationen gilt das Risiko für einen Riss als erhöht:

  • wenn das Aneurysma im Laufe der Zeit wächst
  • wenn es an den Hirnarterien sitzt, die den hinteren Bereich des Gehirns versorgen
  • wenn es unregelmäßig geformt ist
  • bei mehreren Hirnaneurysmen

Abgesehen von den Eigenschaften des Aneurysmas ist ein Riss häufiger bei:

  • Menschen mit einem hohen Blutdruck
  • Raucherinnen und Rauchern
  • Frauen
  • Menschen ab 70 Jahre
  • Menschen, die bereits eine Hirnblutung aufgrund eines Aneurysmas hatten
  • Personen mit einer familiären Vorbelastung – das heißt, nahe Verwandte wie Geschwister oder Eltern hatten bereits ein Aneurysma.

    Was kann ich selbst tun, um das Risiko gering zu halten?

    Zwei der Risikofaktoren für einen Aneurysma-Riss lassen sich beeinflussen: und das Rauchen.

    Einen erhöhten Blutdruck können schon eine Ernährungsumstellung mit Gewichtsabnahme sowie mehr Bewegung senken. Außerdem gibt es wirksame Medikamente gegen Bluthochdruck.

    Wenn man raucht, ist es sinnvoll, damit aufzuhören. Es gibt verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, die einen Rauchstopp erleichtern können.

    Spricht das Risiko für oder gegen eine vorbeugende Behandlung?

    Nach der Hirnaneurysma stellt sich meist die Frage: Soll das Aneurysma operiert werden oder nicht? Um sie zu beantworten, muss das persönliche Risiko für einen Riss mit den persönlichen Risiken und Chancen einer vorbeugenden Operation abgewogen werden:

    • Bei einem geringen Risiko für einen Riss könnte eine vorbeugende Operation wegen ihrer möglichen Risiken mehr schaden als nutzen.
    • Menschen mit hohem Risiko für einen Riss könnte die Behandlung dagegen vor einer lebensbedrohlichen Hirnblutung schützen. Für sie überwiegt möglicherweise trotz Operationsrisiken der Nutzen.

    Ob ein Aneurysma irgendwann reißt oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die Risiken einer Operation sind außerdem nicht für jeden Menschen gleich – auch sie werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, zum Beispiel vom allgemeinen Gesundheitszustand. Es ist daher wichtig, sich mit Spezialistinnen und Spezialisten für die von Hirnaneurysmen zu beraten. Sie können die persönliche Risikokonstellation am besten einschätzen. Mögliche Ansprechpersonen sind Fachärztinnen oder Fachärzte für Neurologie, Neurochirurgie oder Neuroradiologie.

    Hirnaneurysma: Welche Behandlungsmöglichkeiten habe ich?

    Vor der Entscheidung für oder gegen einen Eingriff ist es sinnvoll, sich gut über die Vor- und Nachteile zu informieren. Diese Entscheidungshilfe unterstützt dabei.

    Was passiert, wenn ich mich gegen einen Eingriff entscheide?

    Wenn ein Aneurysma nicht operiert wird, empfehlen Ärztinnen und Ärzte, es zu beobachten: In regelmäßigen Kontrolluntersuchungen überprüfen sie, ob sich das Aneurysma verändert. Steigt das Risiko für einen Riss, kann erneut abgewogen werden, ob ein vorbeugender Eingriff infrage kommt.

    Bei plötzlichen Beschwerden wie sehr starken Kopfschmerzen ist es aber wichtig, sofort einen Krankenwagen zu rufen. Eine Hirnblutung muss schnell im Krankenhaus behandelt werden.

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    Aktualisiert am 18. März 2026

    Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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