Welche Operationen helfen bei starker Regelblutung?

Foto von Frau nach einer Operation (PantherMedia / Thawan Supasorn) Eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) hilft bei einer starken Regelblutung nachhaltiger als eine Entfernung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumresektion oder -ablation). Eine Schleimhaut-Entfernung hat weniger Nebenwirkungen, es kann jedoch eine Nachoperation nötig werden.

Eine sehr starke Regelblutung (Hypermenorrhoe) kann zu einer echten Belastung werden. Manchmal wird eine Operation deshalb als endgültige, da meist erfolgreiche Lösung angesehen – zumindest für Frauen, die sich keine Kinder (mehr) wünschen. Alle operativen Eingriffe gehen jedoch mit Risiken einher und wollen daher gut überlegt sein.

Eine starke Regelblutung ist kein Notfall – es ist also genug Zeit, sich gut über die Vor- und Nachteile jedes Operationsverfahrens zu informieren und auch andere Behandlungen in Erwägung zu ziehen.

Myom- oder Polypen-Entfernung

Häufig sind gutartige Wucherungen wie Myome oder Polypen an oder in der Gebärmutter die Ursache für starke Blutungen. Sie können operativ über die Scheide oder den Bauchraum entfernt werden. Nach einem solchen Eingriff ist eine Schwangerschaft normalerweise noch möglich.

Hat die starke Regelblutung andere Ursachen oder ist sie so belastend, dass sie den Alltag sehr beeinträchtigt, kommen zwei andere Eingriffe infrage.

Entfernung der Gebärmutterschleimhaut

Die Zerstörung oder Entfernung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bezeichnet man als Endometriumablation oder Endometriumresektion. Nach diesen Eingriffen bleibt die Regelblutung oft aus oder wird deutlich schwächer. Allerdings kann die Gebärmutterschleimhaut auch nachwachsen. Wenn das passiert, lässt sich der Eingriff wiederholen.

Nach dem Eingriff kann es ein bis 2 Wochen zu menstruationsähnlichen Blutungen und Schmerzen kommen. Für einige Wochen kann auch ein Ausfluss auftreten. Eine Schwangerschaft ist normalerweise nicht mehr möglich.

Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)

Die operative Entfernung der Gebärmutter ist eine größere Operation, die neben Operationsrisiken und körperlichen Folgen wie zum Beispiel Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auch emotionale Auswirkungen haben kann.

Die Gebärmutter kann über einen großen Bauchschnitt, eine Bauchspiegelung oder von der Scheide aus entfernt werden. Die letzten beiden Verfahren sind aus medizinischen Gründen jedoch nicht bei allen Frauen möglich. Es gibt auch ein Verfahren, bei dem die Entfernung über die Scheide mithilfe einer zusätzlichen Bauchspiegelung kontrolliert wird.

Die Gebärmutter kann vollständig oder teilweise entfernt werden. Teilweise bedeutet, dass nur der Gebärmutterkörper entfernt wird – das heißt, der Gebärmutterhals bleibt erhalten. Da auch der Gebärmutterhals mit Schleimhaut ausgekleidet ist, kann es nach dieser Operationsmethode noch zu schwachen Regelblutungen kommen.

Vergleich zwischen Endometriumentfernung und Hysterektomie

Wissenschaftlerinnen des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration haben nach Studien gesucht, in denen die Vor- und Nachteile beider Verfahren untersucht wurden. Die Wissenschaftlerinnen fanden acht Studien, an denen insgesamt rund 1300 Frauen teilgenommen hatten.

In vier Studien mit insgesamt knapp 650 Teilnehmerinnen wurden Frauen, die entweder eine Endometriumentfernung oder eine Hysterektomie hinter sich hatten, nach einem Jahr zum Erfolg ihrer Behandlung befragt. Dabei gaben 89 von 100 Frauen nach einer Endometriumentfernung an, dass ihre Blutungen schwächer geworden sind. Bei allen Frauen, deren Gebärmutter komplett entfernt worden war, hatten die Blutungen naturgemäß aufgehört.   

Welche Risiken und Nachteile hatten die Operationen?

Nach einer Hysterektomie kam es bei den operierten Frauen zu mehr Komplikationen als nach einer Endometrium-Operation: In vier Studien mit insgesamt etwa 620 Teilnehmerinnen hatten

  • 32 von 100 Frauen nach einer Hysterektomie Infektionen, Fieber oder benötigten eine Bluttransfusion, aber nur
  • 6 von 100 Frauen nach einer Endometriumentfernung.

Die meisten dieser Komplikationen waren jedoch vorübergehend und hatten keine längerfristigen Folgen.

Zudem konnten die Teilnehmerinnen ihre Alltagsaktivitäten nach einer Endometriumentfernung deutlich früher wieder aufnehmen als nach einer Gebärmutterentfernung. Allerdings ließen sich 20 von 100 Frauen zwei Jahre nach der Endometriumentfernung nochmals operieren.

Wie zufrieden waren die Frauen nach ihrer Operation?

In vier Studien wurden fast 500 Frauen zwei Jahre nach der Operation zu ihrer Lebensqualität befragt. Das Ergebnis: Frauen, die sich die Gebärmutter entfernen ließen, berichteten häufiger, dass sie sich im Vergleich zu vorher gesundheitlich besser fühlten und weniger Schmerzen hatten als die Frauen, bei denen die Gebärmutterschleimhaut entfernt wurde. Allerdings hatten mehr Frauen nach einer Gebärmutterentfernung mehr emotionale Probleme.

Zwei Jahre nach der Therapie wurden knapp 570 Frauen gefragt, ob sie mit ihrer Behandlung insgesamt zufrieden waren. Die meisten Frauen bejahten dies: Unabhängig vom Eingriff waren etwa 75 von 100 Frauen zufrieden mit dem Ergebnis.

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