Was hilft, Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen?

Foto von Schwangerer mit Salat (PantherMedia / Bernd Friedel) Manche Frauen können durch regelmäßige Bewegung und eine Ernährungsumstellung einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) vorbeugen. Dass dies auch vor Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt schützt, ist jedoch nicht belegt.

Während der Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel. Dies kann dazu führen, dass sich der Zuckerspiegel im Blut vorübergehend erhöht. Übersteigt er bestimmte Werte, spricht man von einem Schwangerschaftsdiabetes. Starkes Übergewicht, Diabeteserkrankungen in der Familie oder ein Diabetes in einer früheren Schwangerschaft erhöhen das Risiko.

Wann kann eine Umstellung der Ernährung vor Schwangerschaftsdiabetes schützen?

Allgemein wird empfohlen, sich während einer Schwangerschaft ausgewogen zu ernähren. Damit ist gemeint, für Abwechslung auf dem Teller zu sorgen und sich nicht einseitig zu ernähren, damit das Kind alle notwendigen Nährstoffe bekommt. Die meisten Frauen fahren gut damit, ihrem Appetit zu vertrauen und benötigen keine spezielle Ernährung.

Von einer Ernährungsumstellung haben bisherigen Studien zufolge wahrscheinlich nur Frauen etwas, die übergewichtig oder fettleibig (adipös) sind. Sie bekommen seltener Schwangerschaftsdiabetes, wenn sie ihre Ernährung umstellen und sich dabei durch eine Ernährungsberatung begleiten lassen. Eine Ernährungsumstellung kann ihren Blutzuckerspiegel senken und dafür sorgen, dass sie während der Schwangerschaft etwas langsamer zunehmen. Bei Frauen mit Normalgewicht hat eine gezielte Ernährungsumstellung keine vorbeugende Wirkung.  

Bei Frauen mit Übergewicht (BMI >25) oder Adipositas (BMI >30) zeigten die Studien:

  • Ohne Ernährungsumstellung bekamen 16 von 100 Frauen die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes.
  • Mit Ernährungsumstellung bekamen 6 von 100 Frauen die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes.  

Die Studien lassen jedoch offen, ob eine Umstellung der Ernährung auch das Geburtsgewicht beeinflusst, das Risiko für Geburtskomplikationen senkt oder sich Kaiserschnitte vermeiden lassen.  

Welche Art von Ernährungsumstellung kann vorbeugen?

Da Kohlenhydrate den Blutzucker erhöhen, kann eine zu kohlenhydratreiche Ernährung Übergewicht begünstigen. Deshalb wird meist empfohlen, weniger Kohlenhydrate, aber ausreichend Ballaststoffe zu sich zu nehmen und ansonsten auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Häufig wird auch zu drei nicht zu großen Hauptmahlzeiten und zwei bis drei kleineren Zwischenmahlzeiten geraten.

Wie die Ernährung genau umgestellt werden kann, hängt unter anderem davon ab, wie viel eine Frau wiegt und sich bewegt. Um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden, kann eine spezielle Ernährungsberatung sinnvoll sein. Denn der Körper braucht während der Schwangerschaft ausreichend Kalorien und wichtige Nährstoffe, weshalb zum Beispiel von einer kalorienarmen Diät abgeraten wird.

Können Nahrungsergänzungsmittel helfen?

In der Werbung für bestimmte Nahrungsergänzungsmittel – etwa für Omega-3-Fettsäuren (Fischölkapseln) – wird manchmal behauptet, dass sie helfen, Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen. Omega-3-Fettsäuren wurden in einigen Studien untersucht, haben sich jedoch als nutzlos herausgestellt: Eine schützende Wirkung zeigte sich nicht. Andere Mittel wie Probiotika und das vitaminähnliche Präparat Myo-Insitol sind bislang kaum untersucht.

Schützt mehr Bewegung?

Es gibt eine Reihe von Studien, die untersucht haben, ob Frauen, die sich von Beginn ihrer Schwangerschaft an mehr bewegen, dann seltener Schwangerschaftsdiabetes bekommen als Schwangere, die sich wenig bewegen. Tatsächlich bekamen die Studienteilnehmerinnen seltener die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes. In Zahlen:

  • 5 von 100 Frauen, die sich wenig bewegten, bekamen die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes, aber nur
  • 3 von 100 Frauen, die sich mehr bewegten.

Sport und Bewegung bewirkten zudem, dass ein Kaiserschnitt etwas seltener nötig war:

  • 22 von 100 Frauen, die sich wenig bewegten, hatten einen Kaiserschnitt, aber nur
  • 18 von 100 Frauen, die sich mehr bewegten.

Mehr Bewegung erhöhte das Risiko für eine Frühgeburt nicht. Ob und wie sich mehr Bewegung auf Geburtskomplikationen auswirkt, ist noch unklar. 

Um den Blutzucker zu senken, kann es ausreichen, sich an etwa drei bis vier Tagen die Woche für mindestens 30 Minuten stärker zu belasten. Geeignete Sportarten können zum Beispiel Gymnastik, Schwimmen, Radfahren oder Walking (zügiges Gehen) sein. Dagegen sind Sportarten wie Kampfsport, Skilaufen oder Fußball während einer Schwangerschaft zu risikoreich. Bei erhöhtem Risiko für eine Frühgeburt kommt Sport meist gar nicht infrage. Am besten ist es, die Frauenärztin oder den Frauenarzt zu fragen, welche Art von Bewegung möglich ist.

Schlagwörter: Vorsorge und Früherkennung, Diabetes in der Schwangerschaft, Drüsen und Hormone, Fortpflanzung und Geburt, Frauengesundheit, Gestationsdiabetes, Kind und Familie, O24, R73, Schwangerschaftsdiabetes