Vor einer Operation: Informieren und entscheiden

Foto von Paar im Aufklärungsgespräch mit dem Arzt (PantherMedia / Monkeybusiness Images)

Viele Menschen möchten vor einer Operation erfahren, was mit ihnen geschehen wird und was sie von dem Eingriff erwarten können. Auch wenn eine ärztliche Aufklärung vorgeschrieben ist: Häufig fühlen sich Menschen nicht ausreichend informiert. Umfassende Informationen können aber sehr wichtig sein, wenn eine Entscheidung getroffen werden muss.

Normalerweise gibt es für eine Operation einen guten Grund. Im besten Fall kann der Eingriff die Gesundheit verbessern, wiederherstellen oder sogar das Leben retten. Er kann aber auch Nachteile haben. Viele Menschen, die vorher über mögliche Risiken nachdenken, sind deshalb unsicher und fragen sich: Ist die Operation wirklich notwendig? Was passiert, wenn ich darauf verzichte? Mit welchen Folgen muss ich rechnen, wenn ich mich operieren lasse – und wie kann ich damit umgehen?

Andere Menschen ziehen es vor, auf den Erfolg eines Eingriffs zu vertrauen und sich nicht zu viele Gedanken zu machen.

Was kann bei Unsicherheit vor einer Operation helfen?

Befragungen weisen darauf hin, dass sich die meisten Menschen vor einer Operation nicht ausreichend informiert fühlen. Viele sind deshalb unsicher oder zweifeln an ihrer Entscheidung für den Eingriff.

Wie viele und welche Informationen gewünscht werden, unterscheidet sich erheblich: Die einen möchten konkret wissen, wie die Untersuchung oder Operation abläuft und was anschließend passiert. Für die anderen ist es wichtiger zu erfahren, was sie sehen und ob sie etwas spüren werden. Außerdem wünschen sich viele Menschen Ratschläge, wie sie mit diesen Erlebnissen umgehen können. Es kann daher wichtig sein, im Vorfeld:

  • Informationen zu beschaffen: Zu wissen, was während der Operation passieren wird, kann die Unsicherheit verringern.
  • Zu planen: zum Beispiel mit Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften vereinbaren, wie die Nach- und Schmerzbehandlung aussehen soll.

Ausreichende Informationen können helfen, sich sicherer zu fühlen. Es kann zudem hilfreich sein, wenn man weiß, welche Alternativen zu einer Operation es gibt und wie sie im Vergleich zum geplanten Eingriff abschneiden.

Nicht zuletzt hat jede Patientin und jeder Patient das Recht, sich bei einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt eine Zweitmeinung einzuholen – das heißt, sich dort beraten und unter Umständen auch erneut untersuchen zu lassen.

Informationen und Entscheidungshilfen

Es gehört zu den ärztlichen Pflichten, vor einem Eingriff über den Ablauf und die Risiken aufzuklären. Um sich auf die Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt vorzubereiten, schreibt man sich am besten alle Fragen zur OP auf.

Wenn trotz guter Vorbereitung nicht alle persönlich wichtigen Fragen angesprochen werden konnten, suchen viele Menschen nach weiteren Informationen. Es gibt zwar viele Quellen für medizinische Informationen wie Broschüren, Bücher, Filme, Internetseiten oder Internetforen – oft sind die Aussagen aber widersprüchlich, verwirrend oder einfach nur falsch. Manche können auch Angst machen oder Befürchtungen verstärken.

Für einige Krankheiten gibt es Entscheidungshilfen – auf Papier oder im Internet. Meist bestehen sie aus einer Kombination von Informationen und Fragen, die dabei helfen können herauszufinden, was für einen persönlich wichtig ist. So lassen sich zum Beispiel die Vor- und Nachteile einer Operation abwägen und mit persönlichen Vorstellungen abgleichen. Wenn man sich über die eigenen Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen klargeworden ist, fällt es leichter, die richtige Entscheidung zu treffen – oder sich zu vergewissern, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Allerdings gibt es nur für wenige Krankheiten solche Entscheidungshilfen, sodass sie von Ärztinnen und Ärzten bislang eher selten eingesetzt werden.

Was vor einer Operation noch wichtig sein kann

Die Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt bieten die Gelegenheit, vor der Operation Punkte abzuklären oder zu vereinbaren, die Sorge bereiten können, wie etwa:

  • welche Medikamente abgesetzt werden müssen, beispielsweise bei chronischen Erkrankungen,
  • wie lange man vor der Narkose und nach der Operation nicht essen, trinken oder rauchen darf,
  • wie Operationswunden und Schmerzen nach der OP behandelt werden,
  • was geschehen soll, falls sich während der Operation ein bestimmter Befund ergibt, beispielsweise eine Krebserkrankung
  • ob medizinische oder persönliche Wünsche in die Krankenakte eingetragen werden,
  • ob und in welchem Umfang Angehörige und Freundeskreis informiert werden dürfen,
  • ob sich um Patientenverfügungen, Betreuungsverfügungen oder andere schriftliche Vollmachten gekümmert werden muss oder diese bereits vorliegen,
  • wann und wie man nach der OP wieder nach Hause kommt,
  • wann man zum Arbeitsplatz zurückkehren kann,
  • ob man nach der OP eine Betreuungsperson oder andere Hilfe, beispielsweise im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung braucht.

Es kann helfen, sich seine Fragen vorher aufzuschreiben.