Ursachen und Anzeichen eines Ödems

„Ödem“ bedeutet „Schwellung“. Bei einem Ödem schwillt ein Körperteil an, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Meistens sind die Arme oder Beine betroffen, dann wird die Schwellung auch „peripheres Ödem“ genannt.

Häufige erste Anzeichen eines peripheren Ödems sind:

  • Ein Arm oder Bein fühlen sich schwer und aufgedunsen an.
  • Der Arm oder das Bein sehen angeschwollen aus.
  • Wenn man auf die Haut drückt, entstehen Dellen.
  • Kleidung und Schmuck sitzen zu eng und sind unbequem.
  • Die Haut im Bereich des Ödems ist warm und gespannt.
  • Die betroffenen Gelenke lassen sich schlechter bewegen.
  • Im betroffenen Bereich entsteht ein Spannungsgefühl oder sogar Schmerz.

Ursachen und Formen

Ein Ödem kann verschiedene Ursachen haben. Damit es richtig behandelt werden kann, ist es wichtig, seine Ursache ärztlich genau abklären zu lassen. Ein Ödem kann sein:

  • eine geringe, harmlose Wasseransammlung in einem Körperteil, die von selbst wieder verschwindet, aber auch
  • ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung, die behandelt werden muss;
  • ein Zustand, der chronisch werden und ernsthafte Beschwerden verursachen kann (zum Beispiel ein nach einer Krebsbehandlung oder ein einseitiges Beinödem nach einer Beinvenenthrombose),
  • eine Nebenwirkung mancher Medikamente oder die Folge einer allergischen Reaktion.

Leichte Schwellung durch eine Wasseransammlung

Anzeichen für ein solches Ödem ist eine Schwellung in Händen, Füßen und / oder im Gesicht. Ödeme dieser Art verschwinden von selbst wieder. Sie können entstehen, wenn man zu lange gestanden oder gesessen hat, etwa nach einem langen Flug oder bei Menschen, die während ihrer Arbeit stehen müssen.

Viele Frauen haben während ihrer monatlichen Regelblutung oder während einer Schwangerschaft damit zu tun. Ein Ödem während der Schwangerschaft ist normalerweise harmlos; es kann aber auch ein Anzeichen für andere Probleme sein, etwa wenn der Blutdruck zu hoch ist.

Ödeme aufgrund von Kreislauf-, Herz- oder Leberproblemen

Eine Vielzahl von Krankheiten kann ein Ödem verursachen. Dann ist das Ödem selbst zwar meist keine ernsthafte Erkrankung, kann jedoch ein Anzeichen dafür sein. Beispiele sind:

Eine (Venenklappenschwäche, venöse Insuffizienz) kann Ödeme in den Füßen, Unterschenkeln und Fußgelenken verursachen, da die Venen das Blut nicht mehr richtig zum Herz zurücktransportieren können. Dadurch staut es sich in den Beinen, und Flüssigkeit wird aus den Gefäßen in das umliegende Gewebe gedrückt. Krampfadern können ebenfalls Ödeme verursachen.

Eine Herzschwäche () kann sowohl eine Schwellung an Arm oder Bein als auch eine Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Bauchwassersucht oder Aszites) zur Folge haben. Das geschwächte Herz ist nicht mehr in der Lage, das Blut kräftig genug durch den Körper zu pumpen, sodass ein Rückstau des Blutes vor dem Herzen entsteht. Dadurch und durch den erhöhten Druck in den Venen verlagert sich Flüssigkeit von den Blutgefäßen ins Gewebe. Daraufhin schwellen die Beine an oder es sammelt sich Wasser im Bauchraum.

Wenn die betroffene Person viel liegt, kann das Ödem auch am Rücken auftreten (Anasarka). Bei einer Herzschwäche kann es ebenfalls zur Flüssigkeitsansammlung in der Lunge kommen (Lungenödem) – ein nicht sehr häufiger, aber lebensbedrohlicher Zustand. Die Lungen füllen sich mit Flüssigkeit, da das Herz zu schwach ist, um den Blutrückfluss aus der Lunge zu bewältigen. Das Blut staut sich zurück, und Flüssigkeit tritt in das Lungengewebe aus. Anzeichen für ein Lungenödem sind Atemnot, schnelles und flaches Atmen oder Husten.

Nierenerkrankungen können zu Ödemen in den Beinen und im Augenbereich (Lidödem) führen: Wenn die Nieren dem Körper nicht genug Wasser und Natrium entziehen, erhöht sich der Druck in den Blutgefäßen, was zu Ödemen führen kann.

Eiweißmangel im Blut: Wenn das Eiweiß Albumin im Blut fehlt, kann Flüssigkeit aus den Gefäßen einfacher ins Gewebe gelangen. Ein niedriger Eiweißspiegel kann durch eine extreme Mangelernährung entstehen. Eine andere mögliche Ursache sind Nieren- und Lebererkrankungen, bei denen der Körper zu viel Eiweiß verliert beziehungsweise zu wenig davon produziert.

Lebererkrankungen: Auch wenn das Lebergewebe vernarbt (), zum Beispiel nach langjährigem Alkoholmissbrauch oder nach einer Leberentzündung, kann es zu einem Ödem im Bauchraum kommen (Aszites). Die Zirrhose verursacht einen Eiweißmangel und einen Blutstau in der Leber, durch den der Druck in den Blutgefäßen steigt. Flüssigkeit wird so aus den Blutgefäßen in die Bauchhöhle gedrückt.

Schwere Lungenerkrankungen wie ein können Ödeme in Beinen und Füßen verursachen, da der Druck in Lungen sehr hoch wird. Es kommt zu einem Rückstau des Blutes im Herzen und in den Venen.

Lymphödeme

Diese Ödeme entstehen, wenn das Lymphsystem geschädigt worden ist. Meist ist nur ein Körperteil – zum Beispiel ein Arm – betroffen. In den Industrieländern treten Lymphödeme am häufigsten nach Krebsbehandlungen auf, bei denen Lymphknoten entfernt oder zerstört wurden. Ein kann für einen kurzen Zeitraum nach der Operation auftreten, sich aber auch zu einem chronischen Problem mit ernsthaften Beschwerden entwickeln.

Andreae S. Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Stuttgart: Thieme; 2008.

Longo DL, Fauci AS, Kasper DL, Hauser SL, Jameson JL, Loscalzo J. Harrison’s Principles of internal medicine. New York: McGraw-Hill Companies. 18th ed; 2011.

Pschyrembel W. Klinisches Wörterbuch. Berlin: De Gruyter; 2014.

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Aktualisiert am 28. Dezember 2016
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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