Die Behandlung sollte sich in erster Linie an den Bedürfnissen der oder des Betroffenen orientieren. Bei einer ersten akuten Psychose ist dies aber oft nur begrenzt möglich. Die weitere Behandlung gemeinsam zu planen, gelingt eher, wenn die akuten Beschwerden abklingen. Je früher und besser Beschwerden behandelt werden, desto größer sind die Chancen für einen günstigen Verlauf der Erkrankung.
Folgende Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es:
- Unterstützung durch Familie, Freundeskreis, Bekannte, Kolleginnen und Kollegen: Sie können emotional zur Seite stehen, im Alltag behilflich sein und für ein stabiles soziales Umfeld sorgen.
- Medikamente: Antipsychotika können die akuten Beschwerden zum Abklingen bringen und langfristig vor Rückfällen schützen. Sie sind wirksam, können aber belastende Nebenwirkungen haben.
- Psychotherapie: Sie kann die Beschwerden verringern und helfen, mit der Erkrankung umzugehen. Gängige Behandlungen sind die kognitive Verhaltenstherapie und die Familientherapie. Eine Psychotherapie kann in allen Phasen der Erkrankung hilfreich sein, auch schon während einer akuten Psychose.
- Psychoedukation: Dabei erlernen Menschen mit Schizophrenie und ihre Angehörigen alles Wichtige zu Anzeichen, Behandlung und Umgang mit der Erkrankung. Zudem ermöglicht sie den Austausch mit anderen Betroffenen.
- Soziotherapie: Verschiedene Angebote können helfen, beruflich und sozial wieder Fuß zu fassen und ein möglichst eigenständiges Leben zu führen. Dies kann manchmal auch die Symptome der Krankheit lindern.
Hinzu können weitere Angebote kommen, wie Ergotherapie, Bewegungstherapien oder achtsamkeitsbasierte Verfahren.
Wenn Medikamente und andere Behandlungen nicht ausreichend helfen, bieten Ärztinnen und Ärzte manchmal weitere Verfahren an. Dazu zählt die Elektrokrampftherapie (Elektrokonvulsionstherapie), bei der das Gehirn unter Vollnarkose kurzen elektrischen Reizen ausgesetzt wird. Ein weiteres Verfahren ist die transkranielle Magnetstimulation, bei der eine Spule an den Kopf angelegt wird. Diese sendet gezielt Magnetfelder aus, die die Nervenzellen im Gehirn stimulieren.
Die Behandlung ist ambulant oder in einer Klinik möglich. In einer akuten Krankheitsphase wird häufig in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Oft erkennen Betroffene nicht, dass sie eine akute Psychose haben, und lehnen eine Therapie unter Umständen ab. Dann kann es zu einer Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik kommen. Dies ist rechtlich aber nur möglich, wenn jemand akut gefährdet ist oder andere gefährdet – zum Beispiel durch Suizidgedanken oder sehr aggressives Verhalten – und die Gefahr nicht anders abgewendet werden kann.
Eine Möglichkeit ist, mit Ärztinnen und Ärzten für solche Situationen eine Behandlungsvereinbarung zu treffen. Dort wird beispielsweise festgelegt, wie bei einer akuten Psychose behandelt werden soll. Es wird vereinbart, wie mit Medikamenten und vielleicht unvermeidlichen Zwangsmaßnahmen umzugehen ist und welche weiteren Formen der Unterstützung gewünscht werden. Es kann auch sinnvoll sein, zu diesen Fragen eine Patientenverfügung sowie eine Vorsorgevollmacht anzufertigen, in der man festlegt, wer für einen entscheidet, wenn man selbst nicht dazu in der Lage ist.