Einleitung

Foto von zwei Frauen beim Spaziergang (PantherMedia / Andres Rodriguez) Die Schilddrüse gehört zum endokrinen System des Körpers – also zu den Drüsen, die zahlreiche Körperfunktionen regulieren helfen. Wenn die Schilddrüse überaktiv ist, produziert sie zu viel vom Schilddrüsenhormon Thyroxin. Dies beschleunigt verschiedene Prozesse im Körper. Die medizinische Bezeichnung für eine Überfunktion der Schilddrüse ist Hyperthyreose.

Wird im Gegenteil zu wenig Schilddrüsenhormon produziert, verlangsamen sich die Körperprozesse. Diesen Zustand bezeichnet man als Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Schilddrüseninsuffizienz.

Symptome

Eine Schilddrüsenüberfunktion führt oft zu einer sichtbaren Vergrößerung der Schilddrüse, die sich im vorderen Halsbereich befindet. Diese Schwellung am Hals nennt man eine Struma (Kropf).

Die Überfunktion beschleunigt den Stoffwechsel und die Herzfrequenz. Zu den Symptomen gehören Gewichtsverlust, Schwitzen, Schlafstörungen und Nervosität bis hin zur Hyperaktivität. Zu viel Schilddrüsenhormon kann auch Herzrasen oder Vorhofflimmern auslösen. Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz sehr schnell und unregelmäßig. Sehr große Mengen Thyroxin können zu Herzversagen führen.

Ursachen

Häufig ist die Basedow-Krankheit (Morbus Basedow) die Ursache einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Basedow-Krankheit entsteht durch eine Fehlfunktion des eigenen Immunsystems: Es stellt Antikörper her, die die Schilddrüse wachsen und zu viele Hormone herstellen lassen.

Häufigkeit

Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine recht häufig vorkommende Erkrankung: Sie betrifft etwa 2 von 1000 Männern und 20 von 1000 Frauen.

Diagnose

Es gibt verschiedene Tests, mit denen die Funktion der Schilddrüse überprüft werden kann, zum Beispiel eine Tastuntersuchung, Blutuntersuchung und Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse.

Behandlung

Die wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten der Hyperthyreose sind die Einnahme von Medikamenten, die die Bildung der Schilddrüsenhormone hemmen (Thyreostatika), ein operativer Eingriff zur Entfernung von Schilddrüsengewebe sowie die Radiojodbehandlung. Welche Behandlungsform infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. So bietet sich die Radiojodtherapie vor allem dann an, wenn die Schilddrüse nicht sehr vergrößert ist.

Bei der Radiojodbehandlung wird radioaktives Jod (Radiojod) eingenommen, das sich in der überaktiven Schilddrüse ansammelt und die Produktion des Schilddrüsenhormons verlangsamt. Radiojod wird in einer Kapsel oder in Wasser gelöst eingenommen. Die Strahlungsmenge ist sehr gering und verlässt den Körper zum Großteil innerhalb von ein paar Tagen. Trotzdem müssen Menschen, die Radiojod nehmen, sehr engen Kontakt zu anderen für ein bis zwei Tage vermeiden. In Deutschland bedeutet dies, für ein paar Tage im Krankenhaus zu bleiben. Eine Radiojodtherapie ist für Schwangere nicht geeignet.

Eine Nebenwirkung der Hyperthyreose-Behandlung kann eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sein. Dies kann passieren, wenn die Produktion von Schilddrüsenhormonen zu stark unterdrückt wird. Ist es einmal dazu gekommen, wird höchstwahrscheinlich eine lebenslange Substitutionstherapie (Schilddrüsenhormonersatztherapie) nötig. Dieses Risiko und andere Nebenwirkungen können die Behandlung einer Hyperthyreose zum Balanceakt machen.

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