Im Krankenhaus

Foto von Patient im Krankenhaus (PantherMedia / Pat Olson) Manche Behandlungen und Operationen sind nur im Krankenhaus möglich. Hier ist eine intensive Betreuung durch Ärztinnen, Ärzte, Pflegekräfte sowie weitere Therapeuten sichergestellt. Krankenhäuser verfügen über eine besondere technische Ausstattung, außerdem arbeiten dort Fachkräfte verschiedener medizinischer Gebiete.

Wenn bei Ihnen ein Krankenhausaufenthalt ansteht, empfiehlt Ihr Haus- oder Facharzt meist eine geeignete Klinik in Ihrer Nähe. Sie bekommen von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen Einweisungsschein, den Sie in der Klinik vorlegen müssen.

Für manche Eingriffe und Behandlungen sind Spezialistinnen oder Spezialisten nötig, die genügend Erfahrung mit dieser Therapie haben sollten. Dies kann nicht jede Klinik gewährleisten. Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, werden die Kosten Ihrer Behandlung nur in zugelassenen Krankenhäusern übernommen. Manche Privatkliniken nehmen nur privat Versicherte oder Selbstzahler auf.

Die passende Klinik finden

Handelt es sich nicht um einen Notfall, sondern um eine geplante Behandlung, können Sie sich selbst über verschiedene Krankenhäuser informieren. Dabei unterstützen Internet-Angebote auf Basis der Qualitätsberichte der Krankenhäuser. Mithilfe dieser sogenannten Kliniksuchmaschinen finden Sie zum Beispiel Angaben, ob ein Krankenhaus auf spezielle Fachgebiete spezialisiert ist und wie häufig dort bestimmte Operationen gemacht werden.

Eine kommentierte Linkliste zur Suche nach Gesundheits-Dienstleistern in Deutschland finden Sie auch auf der Website www.eu-patienten.de. Das Angebot des GKV-Spitzenverbands bietet unter anderem Informationen für EU-Bürger, die sich in Deutschland behandeln lassen möchten.

Was Studien sagen

Behandlungskosten und Zuzahlungen

Die Kosten einer medizinisch notwendigen Behandlung übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Dabei rechnet das Krankenhaus direkt mit Ihrer Krankenkasse ab.

Allerdings müssen gesetzlich Versicherte über 18 Jahre in der Regel derzeit zehn Euro pro Tag für Unterbringung und Verpflegung an die Klinik zahlen – aber nur für höchstens 28 Tage in einem Jahr.

Vor der Behandlung wird vertraglich festgehalten, wenn Sie zusätzliche Leistungen in Anspruch nehmen möchten – wie etwa eine Chefarztbehandlung oder eine Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Dann unterschreiben Sie bei der Aufnahme zusätzlich zum Behandlungsvertrag eine sogenannte Wahlleistungsvereinbarung. Wenn Sie keine private Zusatz-Krankenversicherung für die gewünschten Leistungen haben, müssen Sie die Mehrkosten selbst zahlen.

Medizinisch nicht notwendige Behandlungen, wie etwa Schönheitsoperationen, sind privat zu zahlen. Falls später Komplikationen auftreten, muss man sich an den Behandlungskosten beteiligen.

Privat Versicherte bekommen die Rechnung über die Krankenhausbehandlung persönlich zugeschickt. Sie können die Kosten aus eigener Tasche vorstrecken und bekommen sie danach von ihrer privaten Krankenversicherung erstattet. Sie können die Zahlungsbelege aber auch direkt an die private Krankenversicherung weiterleiten, die dann das Geld an Ärzte und Klinik überweist.

Welche Unterlagen muss ich mitnehmen?

Zu den wichtigsten Dokumenten, die Sie für die Aufnahme ins Krankenhaus benötigen, gehören:

  • Krankenversicherungskarte, wenn Sie gesetzlich versichert sind. Wenn Sie privat versichert sind: Ihre Krankenversicherungskarte oder die Zusicherung der privaten Krankenversicherung über die Kostenübernahme
  • Einweisungsschein vom Haus- oder Facharzt
  • Personalausweis oder Pass

Ebenfalls hilfreich sind folgende Unterlagen und Informationen:

  • Röntgenbilder, Laborbefunde und Arztberichte aus Voruntersuchungen
  • Name, Adresse und Telefonnummer des Hausarztes
  • Name und Telefonnummer von nahen Angehörigen und Freunden, die im Notfall benachrichtigt werden sollen
  • Ihr Medikamentenplan sowie sicherheitshalber die Medikamente für die ersten 24 Stunden, falls sie nicht sofort im Krankenhaus verfügbar sind
  • Falls vorhanden: Allergiepass, Blutgruppenausweis, Impfpass, Röntgenpass sowie spezielle Ausweise, falls Sie blutverdünnende Mittel wie zum Beispiel Marcumar einnehmen, einen Herzschrittmacher oder eine künstliche Herzklappe haben oder Ihr Blutzuckertagebuch, wenn Sie an Diabetes erkrankt sind.

Erste Untersuchungen auf der Station

Auf der Station wird Ihnen das Pflegepersonal Ihr Zimmer zeigen und alle nötigen Informationen über den Aufenthalt im Krankenhaus geben. Sie werden gefragt, welche Medikamente Sie nehmen, ob Sie besondere Essenswünsche haben oder eine Diät einhalten müssen.

In den meisten Kliniken sind Handys mittlerweile erlaubt. Informieren Sie sich aber zur Sicherheit, ob bestimmte Klinikbereiche davon ausgenommen sind.

Auf der Station werden Sie mit vielen Menschen in Berührung kommen: Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger kümmern sich um Ihre medizinische Behandlung und pflegerische Betreuung. Außerdem gibt es in jeder Klinik Sozialarbeiter, Psychologen, Diätassistenten, Physiotherapeuten, Krankenhausapotheker und andere therapeutische Fachkräfte. Da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Scheuen Sie sich nicht zu fragen, wenn Sie nicht wissen, wen Sie vor sich haben.

Am Beginn der Behandlung stehen das Gespräch mit dem Klinikarzt und die Aufnahmeuntersuchung. Da die Klinikärztin oder der Klinikarzt Sie noch nicht gut kennt, ist es wichtig, möglichst offen und ausführlich über Ihre Beschwerden und Krankheitsgeschichte zu berichten. In einigen Krankenhäusern wird bei der Aufnahme auch ein sogenanntes Arzneimittelgespräch mit der Krankenhausapothekerin oder dem Krankenhausapotheker geführt. Während Ihres Klinikaufenthalts haben Sie meist vor allem mit dem Stationsarzt direkt zu tun. Die Stationsärzte stehen in regelmäßigem Austausch mit den Oberärzten und dem Chefarzt.

Üblich ist mindestens ein Arztbesuch („Visite“) pro Tag, bei dem die Ärzte mit Ihnen und untereinander besprechen, wie die Behandlung verläuft und wie es Ihnen geht. Schwestern und Pfleger kümmern sich mehrmals täglich um Sie; sie sind ebenfalls wichtige Gesprächspartner. Sie organisieren den gesamten Ablauf auf der Station.

Was passiert vor einer Operation?

Wenn eine Operation bereits längere Zeit im Voraus geplant ist, bekommt man häufig erst einmal einen Termin für eine Voruntersuchung im Krankenhaus. Oft stehen einige grundlegende Untersuchungen an sowie ein EKG und weitere Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen. Abhängig vom Gesundheitszustand und der Art des Eingriffs besteht die Möglichkeit zur Eigenblutspende. Dazu wird Ihnen in den Wochen vorher mehrmals Blut abgenommen. Sollte später eine Bluttransfusion nötig werden, kann auf Ihr eigenes Blut zurückgegriffen werden.

Vor einer Operation werden Sie mit dem Chirurgen und dem Narkosearzt ein Aufklärungsgespräch über den Eingriff, die Narkose und mögliche Risiken führen.

Nach dem Aufklärungsgespräch kommt es darauf an, ob Sie eine Einverständniserklärung unterschreiben. Wichtig ist: Unterschreiben Sie nur, wenn Sie alles verstanden haben und wenn Sie davon überzeugt sind, dass die Chancen des Eingriffs die Risiken überwiegen. Lassen Sie sich Fachwörter erklären und fragen Sie bei Unklarheiten nach. Bei Sprachproblemen ist es sinnvoll, eine nahestehende Person mitzubringen, die für Sie übersetzen kann. Sie können auch um einen Dolmetscher bitten; allerdings müssen Sie die Kosten selbst tragen.

Vor der Operation sind weitere Informationen und Vorbereitungen nötig. Wichtig ist etwa, ab wann Sie nicht mehr essen und trinken dürfen und ob Sie einige Stunden vorher eine beruhigende Tablette benötigen. Der Körperbereich, in dem operiert wird, muss häufig rasiert werden. Lassen Sie sich am besten vorher erklären, was Sie nach der Operation berücksichtigen sollten. Melden Sie sich immer, wenn Sie starke Schmerzen oder andere Beschwerden spüren.

Sozialdienst und Seelsorge

In vielen Kliniken gibt es einen Sozialdienst, der sich um persönliche und sozialrechtliche Probleme kümmert. So kann sich nach einer Operation eine Rehabilitation anschließen, oder es ist für einige Zeit zu Hause eine Betreuung nötig. Ältere, schwer kranke Patienten benötigen vielleicht einen Platz in einem Pflegeheim. Der Sozialdienst hilft dann zum Beispiel dabei, notwendige Anträge auszufüllen, organisiert einen Platz in einer Rehaklinik, eine Haushaltshilfe für Familien oder hilft bei der Suche nach einem Heimplatz. Auch bei der Regelung finanzieller Ansprüche etwa beim Sozialamt, der Arbeitsagentur oder Pflegeversicherung ist er behilflich. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialdienstes haben darüber hinaus ein offenes Ohr für persönliche Probleme und helfen, eine Erkrankung und ihre Folgen zu bewältigen.

Bei Fragen, die sich mit schwerer Krankheit und Tod beschäftigen, bieten ausgebildete kirchliche Krankenhausseelsorger ihre Hilfe an. Sie betreuen auch Menschen, die nicht religiös sind oder einer anderen Religion angehören.

Entlassung und weitere Behandlung

Krankenhäuser sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Entlassung von Patienten vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass sie nach der Entlassung ausreichend weiterbehandelt werden. Alle Maßnahmen des sogenannten Entlassmanagements müssen vor Ihrer Entlassung mit Ihnen abgestimmt und beraten werden. Wenn Sie es wünschen, können Ihre Angehörigen einbezogen werden.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden Sie in der Regel weiter durch Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt betreut. Manchmal sind auch Nachuntersuchungen in der Klinik nötig. Meist kann ambulant untersucht werden.

Bei der Entlassung erhalten Sie zumindest einen Kurzbericht für Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, der alle wichtigen Informationen über Ihren Befund, Ihre Behandlung im Krankenhaus und die Möglichkeiten der Weiterbehandlung enthält. Einige Tage bis Wochen später folgt ein detaillierter Arztbrief per Post. Darin sind unter anderem die Ergebnisse von speziellen Untersuchungen, Röntgenaufnahmen oder Ultraschallbildern festgehalten.

Nach der Entlassung kann Ihnen das Pflegepersonal zur Überbrückung für einen kurzen Zeitraum Medikamente mitgeben oder verschreiben. In einigen Kliniken bereitet die Krankenhausapotheke einen Medikationsplan vor. Benötigen Sie besondere Heil- oder Hilfsmittel wie etwa eine Gehhilfe oder Physiotherapie, bekommen Sie das Rezept ebenfalls von den Stationsärzten ausgestellt.

Das Krankenhaus händigt Ihnen auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für die erste Woche nach der Entlassung aus. Erkundigen Sie sich, ob Sie in Ihrem Alltag etwas Besonderes beachten müssen, etwa eine spezielle Ernährung oder eine Pause von sportlichen Aktivitäten.

Wenn Sie sich nach einem Klinikaufenthalt noch nicht allein zu Hause versorgen können und weiterhin pflegerische Betreuung brauchen, wird Ihnen das Krankenhaus eine häusliche Krankenpflege verschreiben. Sie wird ebenfalls von der Krankenkasse bezahlt, meist für einen Zeitraum von vier Wochen.

Falls Sie voraussichtlich länger pflegebedürftig sein sollten, kann das Krankenhaus mit Ihrer Einwilligung die zuständige Pflegekasse benachrichtigen. Die Pflegebedürftigkeit wird dann durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) eingestuft, um die weitere Betreuung sicherzustellen.

Privat krankenversicherte Patienten bekommen nach ihrer Entlassung mit etwas Zeitverzögerung eine oder mehrere Abrechnungen der Chefärzte. Diese müssen sie ihrer Privatversicherung vorlegen.

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