Formen der Herzschwäche

Foto von Großmutter und Enkel beim Vorlesen (PantherMedia / Sandra Weber) Bei einer Herzschwäche kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Kreislauf pumpen. Dabei ist der Herzmuskel entweder zu schwach oder nicht dehnbar genug. Zudem können unterschiedliche Teile des Herzens betroffen sein. Von der Art der Herzschwäche hängt unter anderem ab, welche Medikamente infrage kommen.

Eine Herzschwäche betrifft oft nur die linke oder die rechte Herzhälfte, manchmal aber auch beide. Entsprechend unterscheidet man drei Formen der Herzinsuffizienz:

  • Linksherz-Insuffizienz: Die linke Herzkammer pumpt nicht mehr genug Blut in den Körper. Dadurch staut sich das Blut in den Lungenvenen – den Gefäßen, die das Blut aus der Lunge abtransportieren. Dies äußert sich durch Kurzatmigkeit, Luftnot oder Husten, vor allem bei körperlicher Betätigung. Die Linksherz-Insuffizienz ist die häufigste Form der Herzschwäche.
  • Rechtsherz-Insuffizienz: Die rechte Herzkammer ist zu schwach, um ausreichend Blut in die Lunge zu pumpen. Dadurch staut sich das Blut in den Venen – also den Gefäßen, die das Blut aus den Organen und dem Gewebe zurück zum Herzen transportieren. Durch den Rückstau kann Wasser aus den Venen ins umliegende Gewebe gepresst werden. Dies führt zu Wassereinlagerungen in den Beinen, seltener auch im Genitalbereich, in Organen oder im Bauch.
  • globale Herzinsuffizienz: Bei einer globalen Herzschwäche sind beide Herzhälften betroffen. Dann können sowohl Beschwerden wie Kurzatmigkeit als auch Wassereinlagerungen auftreten.

Eine Linksherz-Insuffizienz entsteht in der Regel durch eine koronare Herzkrankheit (KHK), einen Herzinfarkt oder seit langem bestehenden Bluthochdruck. Die Rechtsherz-Insuffizienz entwickelt sich meist als Folge einer fortschreitenden Linksherz-Insuffizienz und wird dann genauso behandelt. Manchmal wird sie auch durch einen erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf, eine Lungenembolie oder bestimmte Lungenerkrankungen wie COPD verursacht.

Unterscheidung nach der Pumpleistung

Heute wird die Herzschwäche zunehmend nach der Pumpleistung des Herzens unterschieden, da diese für die Medikamentenbehandlung eine wichtige Rolle spielt. Demnach unterscheidet man zwei Formen:

  • Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung: Der Herzmuskel ist geschwächt und beim Zusammenziehen gelangt nicht mehr ausreichend Blut in den Körper. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel in den Organen. Ärztinnen und Ärzte nennen dies „Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion“.
  • Herzschwäche mit erhaltener Auswurfleistung: Der Herzmuskel ist zwar noch kräftig, kann sich nach dem Zusammenziehen aber nicht mehr genug ausdehnen und füllt sich deshalb nicht richtig mit Blut. Auch bei normaler Pumpleistung gelangt dann vor allem bei körperlicher Belastung zu wenig Blut in den Körper. Mediziner sprechen von einer „Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion“.

Eine Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung wird manchmal auch als „systolische“ Herzschwäche bezeichnet, eine Herzschwäche mit erhaltener als „diastolische“ Herzschwäche. Die Systole ist die Phase, in der sich das Herz zusammenzieht und die Diastole die Phase, in der sich das Herz ausdehnt.

Unterscheidung nach dem Krankheitsverlauf

Eine Herzschwäche kann plötzlich auftreten, zum Beispiel nach einem ausgeprägten Herzinfarkt oder infolge bestimmter Herzrhythmusstörungen. Man spricht dann von akuter Herzinsuffizienz.

Meist entwickelt sie sich jedoch langsam infolge einer anderen Erkrankung wie zum Beispiel einem dauerhaft erhöhten Blutdruck. Dann spricht man von chronischer Herzinsuffizienz.

Schlagwörter: Chronische Herzinsuffizienz, Herz und Kreislauf, Herzschwäche, I11, I42, I50, I51, R53