Encorafenib (Braftovi) bei fortgeschrittenem Darmkrebs

Einleitung

Encorafenib (Handelsname Braftovi) ist als Ersttherapie seit Juni 2026 für Erwachsene mit metastasiertem Darmkrebs zugelassen und wird mit dem Wirkstoff Cetuximab und dem Chemotherapie-Schema FOLFOX kombiniert. Die Kombination kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Krebs des Dick- oder Enddarms infrage, bei denen ein verändertes im Tumorgewebe (BRAF-V600E-Mutation) vorliegt.

Darmkrebs entsteht fast immer aus bestimmten (Adenomen). Das sind gutartige Wucherungen, die in der Darmschleimhaut wachsen. Die meisten Adenome bleiben klein und harmlos. Nur wenige verändern sich und können bösartig werden. Obwohl der Dünndarm wesentlich länger ist als der Dickdarm, entsteht Darmkrebs fast immer im Dickdarm () oder im (, auch genannt). Bei diesen Krebsarten spricht man auch vom „kolorektalen “.

Darmkrebs verursacht anfangs oft keine Beschwerden und kann deshalb zunächst unbemerkt bleiben. Bei fortgeschrittenem metastasiertem Darmkrebs haben sich bereits Absiedlungen gebildet, sodass eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich ist.

Durch die des BRAF-V600E können sich die Krebszellen schneller ausbreiten.

Encorafenib soll das veränderte BRAF-V600E und so auch das Tumorwachstum hemmen.

Anwendung

Encorafenib wird mit 4 Kapseln (insgesamt 300 mg) einmal täglich eingenommen.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Darmkrebs und BRAF-V600E-Mutation, die erstmalig behandelt werden, wird eine Kombination verschiedener gegen die Krebserkrankung gerichteter Therapien individuell angepasst.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2026 geprüft, ob Encorafenib mit Cetuximab und FOLFOX für unbehandelte Personen mit fortgeschrittenem Darmkrebs im Vergleich zu den individuellen Therapien Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte 1 Studie vor, aus der die Daten von 479 Patientinnen und Patienten ausgewertet werden konnten. Die eine Hälfte wurde mit Encorafenib plus Cetuximab plus mFOLFOX6 (FOLFOX-Schema) behandelt, die andere Gruppe mit einer (mFOLFOX6 oder FOLFOXIRI oder CAPOX) mit oder ohne Bevacizumab. Die Patientinnen und Patienten waren zu Beginn der Studie in einem guten Allgemeinzustand. Sie wurden bis zu knapp 2 Jahren untersucht. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Encorafenib / Cetuximab / mFOLFOX6?

Lebenserwartung: Hier weist die Studie auf einen Vorteil von Encorafenib / Cetuximab / mFOLFOX6 hin: In dieser Gruppe waren 40 von 100 Personen gestorben. In der Vergleichsgruppe waren es 61 von 100 Patientinnen und Patienten.

Zudem deutet die Studie auf einen Vorteil hin bei:

Welche Nachteile hat Encorafenib / Cetuximab / mFOLFOX6?

Schwere Nebenwirkungen: Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Encorafenib / Cetuximab / mFOLFOX6 hin: In dieser Gruppe traten sie bei 86 von 100 Patientinnen und Patienten auf. Mit der Vergleichstherapie war das bei 71 von 100 Personen der Fall. Dazu gehörten unter anderem schwere Erkrankungen der Haut und Unterhaut, eine und Erkrankungen des Nervensystems.

Auch bei den nicht schweren Erkrankungen der Haut und Unterhaut, Gelenk- und Muskelschmerzen deutet die Studie auf einen Nachteil hin.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Hier gab es keinen Unterschied, 18 bis 27 von 100 Personen brachen die in beiden Gruppen ab.

Welche Fragen sind noch offen?

Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Krankheitsbeschwerden legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse des Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Encorafenib (Braftovi).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Encorafenib (Kolorektalkarzinom, Erstlinie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Projekt A26-88. 12.10.2026. (IQWiG-Berichte; Band 2367); DOI: 10.60584/A26-88.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Über diese Seite

Erstellt am 15. Oktober 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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