CPAP-Atemtherapie: Umgang mit häufigen Problemen

Foto von Mann (PantherMedia / Wavebreakmedia ltd) Die CPAP-Therapie kann die Atmung beim Schlafen verbessern und die Beschwerden einer obstruktiven Schlafapnoe deutlich lindern. Nachts eine Atemmaske zu tragen, ist jedoch gewöhnungsbedürftig und kann Unterstützung nötig machen.

CPAP steht für „continuous positive airway pressure“ (kontinuierlicher Atemwegsüberdruck). Bei dieser Behandlung tragen die Betroffenen während des Schlafs eine Maske, die nur die Nase oder Mund und Nase umschließen. Die Maske ist über einen Schlauch mit einem Atemgerät verbunden. Es pumpt mit einem leichten Überdruck Raumluft in die Atemwege. Die einströmende Luft hält die Atemwege frei und verhindert, dass es zu Atemaussetzern kommt.

Die Therapie mit einer Atemmaske ist gewöhnungsbedürftig. Viele Menschen kommen aber bereits nach ein oder zwei Nächten mit dem CPAP-Gerät gut zurecht. Andere haben große Probleme damit und brechen die Behandlung ab. Dieser Text gibt praktische Hinweise, die den Umgang mit typischen Problemen erleichtern können.

Tipps zum Umgang mit typischen Problemen

  • Die Maske sitzt nicht gut: Masken gibt es in verschiedenen Größen. Wer das Gefühl hat, dass die Maske nicht gut sitzt, kann eine andere Maskengröße ausprobieren. Zudem gibt es unterschiedliche Arten von Masken: Manche umfassen Mund und Nase, andere nur die Nase. Es gibt auch Nasenpolster, bei denen zwei Endstücke aus weichem Kunststoff direkt in die Nasenlöcher eingeführt werden. Jede dieser Masken hat Vor- und Nachteile. So können Masken, die Mund und Nase umfassen, vor allem in der Eingewöhnungszeit zu einem Enge- oder Angstgefühl führen. Dafür wirken sie besser gegen die Atemaussetzer und sind auch stabiler. Nasenpolster wiederum sind weniger einengend, sitzen aber nicht so gut, wenn man sich im Schlaf bewegt. Es lohnt sich auch, das Maskenband zu überprüfen und gegen ein anderes auszutauschen, wenn es nicht richtig sitzt.
  • Es fällt schwer, sich an die Maske zu gewöhnen: Selbst wenn man den passenden Maskentyp und die richtige Größe gefunden hat, kann es schwerfallen, die Maske nachts regelmäßig zu tragen. Eine Möglichkeit ist dann, sie auch tagsüber, etwa beim Fernsehen oder Lesen, für 10 bis 30 Minuten aufzusetzen. Die Gewöhnung am Tage erleichtert möglicherweise die Anwendung in der Nacht. Es kann auch helfen, die Maske jede Nacht etwas länger zu tragen. Wichtig ist, bei Schwierigkeiten frühzeitig fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Mögliche Ansprechpartner sind Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte oder andere Betroffene.
  • Die Maske ist undicht: Eine undichte Maske verändert den Luftdruck und verringert damit die Wirkung der Atemtherapie. Entweichende Luft kann zudem die Augen austrocknen. Oft ist die Maske undicht, weil sie schlecht sitzt oder das Maskenband nicht gut eingestellt ist. Dies lässt sich überprüfen, indem man Sitz und Druck der Maske verändert. Wenn das nicht hilft oder man vermutet, dass die Maske defekt ist, ist es sinnvoll, mit den Fachkräften zu sprechen, die das Gerät geliefert und die Handhabung erklärt haben. Vielleicht kann eine andere Größe oder ein anderer Maskentyp das Problem lösen. Möglicherweise ist die Maske auch zu alt und der weiche Silikon- oder Gel-Einsatz schon hart geworden. Die Lebensdauer einer Maske beträgt im Durchschnitt ein bis zwei Jahre.
  • Die Maske wird im Schlaf abgesetzt: Hin und wieder die Maske unbewusst abzusetzen, ist normal. Wenn dies jedoch häufig passiert und die Behandlung dadurch oft unterbrochen wird, könnte ein Wechsel des Maskentyps helfen.
  • Das Geräusch des Geräts stört den Schlaf: Viele der neueren CPAP-Geräte sind sehr leise. Lautere Geräusche können entstehen, wenn der Luftfilter blockiert oder das Gerät defekt ist. Dann ist es sinnvoll, das Gerät von einer Fachkraft überprüfen zu lassen. Störende Geräusche kommen vor allem vom Maskenventil. Man kann versuchen, sie durch Ohrenstöpsel zu dämpfen oder eine Maske mit leiserem Ventil auszuprobieren.
  • Die Nase ist trocken und verstopft: An modernen CPAP-Geräten lässt sich ein Luftbefeuchter anbringen. Feuchte Luft beugt einer Austrocknung der Nasen- und Rachenschleimhaut vor. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch Änderung der Wassertemperatur unterschiedlich stark einstellen. Reicht die Befeuchtung nicht aus, kann der Atemschlauch, der die Luft zur Maske führt, noch isoliert werden. Dafür gibt es sogenannte Schlauchwärmer. Einige Geräte sind auch mit einem beheizbaren Schlauch ausgestattet. Außerdem sind in Apotheken oder Drogerien befeuchtende Salben und Sprays für die Nasenschleimhäute erhältlich.
  • Der Mund ist trocken: Die Ärztin oder der Arzt sollte kontrollieren, ob der Druck richtig eingestellt ist – also weder zu niedrig noch zu hoch. Eine Anpassung des Drucks kann vielleicht das Atmen durch die Nase erleichtern, sodass man nachts nicht nur durch den Mund atmet. Wer eine Maske benutzt, die nur die Nase umschließt, kann eine Maske ausprobieren, die Mund und Nase umfasst. Auch die Kombination mit dem Luftbefeuchter kann hilfreich sein. Außerdem gibt es sogenannte Kinnbänder, die den Mund im Schlaf geschlossen halten und so eine Austrocknung vielleicht verhindern können.
  • Es fällt schwer, einzuschlafen: Wenn es schwer fällt, mit der Maske einzuschlafen, kann möglicherweise eine allgemeine „Schlafhygiene“ helfen: Damit ist zum Beispiel gemeint, vor dem Schlafengehen auf Alkohol, Kaffee und schwere Mahlzeiten zu verzichten und für einen ruhigen, dunklen Schlafplatz zu sorgen. Es kann zudem helfen, den Mittagsschlaf ausfallen zu lassen, damit man abends wirklich müde ist. Vielleicht fällt es auch leichter, mit der Maske einzuschlafen, wenn man sich zunächst tagsüber an sie gewöhnt hat.

Das Gerät wechseln

Man kann nicht nur die Maske, sondern auch das CPAP-Gerät wechseln. Studien haben gezeigt, dass die unterschiedlichen Geräte ähnlich wirksam sind. Manche Menschen steigen auf ein Gerät mit einer anderen Arbeitsweise um, beispielsweise von einem CPAP auf ein Auto-CPAP: Ein Auto-CPAP passt die Höhe des Luftdrucks an die Atmung an. Beim normalen CPAP bleibt dagegen der Luftdruck immer gleich. Manche Menschen finden einen wechselnden Luftdruck angenehmer als einen gleichbleibenden. Es ist aber auch der Wechsel auf eine sogenannte BiPAP-Atemtherapie möglich (Biphasic Positive Airway Pressure). Diese Geräte erzeugen bei der Ausatmung einen geringeren Druck als bei der Einatmung.

Was Studien sagen

Schlagwörter: Atemwege, G47.3, Obstruktive Schlafapnoe, OSA, R53, Schlafapnoe