Einleitung

Foto von Frau im Grünen (Jupiterimages / Photos.com) Viele Frauen kennen die Anzeichen einer Blasenentzündung nur zu gut: Sie müssen sehr oft zur Toilette, es sticht und brennt beim Wasserlassen. Die Beschwerden sind häufig sehr unangenehm, lassen sich aber gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung (Zystitis) heilt meistens ohne Probleme aus. Leider gibt es aber kein Patentrezept, um Blasenentzündungen zuverlässig zu verhindern. Zudem sind viele Strategien zur Vorbeugung, die Frauen im Alltag anwenden, wissenschaftlich noch nicht untersucht.

Dieses Thema informiert über akute Blasenentzündungen – nicht über chronische Blasenentzündungen wie etwa die interstitielle Zystitis. Auch auf Besonderheiten bei der Behandlung von schwangeren Frauen geht diese Information nicht ein.

Symptome

Wer eine Blasenentzündung hat, muss oft Wasser lassen und kann dabei stechende Schmerzen oder auch ein Brennen verspüren. Man muss also nicht nur häufiger zur Toilette, auch der Gang dorthin kann sehr unangenehm sein. Bei vielen Frauen nehmen die Schmerzen zu, wenn ihre Blase fast oder ganz leer ist. Häufig kommt der Harndrang sehr schnell, sodass sie plötzlich zur Toilette müssen – trotzdem gehen meistens nur geringe Mengen Urin ab. Manche Frauen haben auch Schwierigkeiten, den Harn zu halten, was sehr belastend sein kann. Der Urin kann trübe verfärbt sein und auffällig riechen, manchmal ist auch Blut darin zu sehen.

Die Schmerzen können bis in den ganzen Unterleib, manchmal auch bis in den Rücken ausstrahlen. Betroffene Frauen können sich insgesamt krank und abgeschlagen fühlen und sind möglicherweise müde, unkonzentriert, reizbar und schlafen schlecht.

Ursachen

Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung entzündet sich die Schleimhaut der Harnblase. Die Entzündung wird normalerweise von Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen. Dort setzen sie sich in der Blasenwand fest und vermehren sich. In der Folge entzündet sich das Gewebe der Blaseninnenwand.

Risikofaktoren

Geschlechtsverkehr erhöht das Risiko für eine Blasenentzündung, weil dabei Bakterien in die Harnröhre gelangen können. Die Anwendung spermienabtötender Verhütungscremes und -gele sowie von Diaphragmen kann das Risiko ebenfalls etwas erhöhen.

Schwangere Frauen bekommen häufiger Blasenentzündungen. Auch Menschen, die einen Blasenkatheter tragen, haben ein erhöhtes Risiko – außerdem Menschen mit anatomischen Veränderungen im Harnwegsbereich, mit Diabetes mellitus, Multipler Sklerose oder urologischen Erkrankungen.

Frauen, die schon einmal eine Blasenentzündung hatten, erkranken mit höherer Wahrscheinlichkeit wieder daran. Auch ab den Wechseljahren sind Blasenentzündungen häufiger.

Häufigkeit

Frauen bekommen viel häufiger eine Blasenentzündung als Männer, da bei ihnen die Harnröhre kürzer ist. Bakterien gelangen deshalb leichter bis in die Blase. Über die Hälfte aller Frauen erkrankt mindestens einmal im Leben daran. Wiederum die Hälfte aller Frauen, die eine akute Blasenentzündung hatten, bekommt innerhalb eines Jahres eine weitere.

Folgen

Wenn sich die Beschwerden auf den unteren Harntrakt – also auf Harnblase und Harnröhre – beschränken, geht man von einer unkomplizierten Blasenentzündung aus. Sie kann leicht behandelt werden und heilt meist problemlos ab.

Von einer komplizierten Blasenentzündung spricht man, wenn die Entzündung auf die Nieren übertritt. Dazu kann es kommen, wenn Bakterien über die Harnleiter weiter bis in die Nieren aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) hervorrufen. Zu den Risikogruppen zählen beispielsweise Menschen mit einer eingeschränkten Immunabwehr oder Personen mit bereits vorgeschädigten Nieren. Auch Veränderungen oder anatomische Besonderheiten im Bereich der Harnwege können einen komplizierten Verlauf begünstigen.

Insbesondere folgende Beschwerden können auf einen komplizierten Verlauf und ein Übergreifen auf die Nieren hinweisen:

  • Schmerzen in der Nierengegend (Flankenschmerzen)
  • Fieber
  • eventuell auch Übelkeit und Erbrechen

Eine Nierenbeckenentzündung kann gefährlich sein und sollte rasch behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Sie ist jedoch sehr selten.

Diagnose

Anhand der Beschwerden und der Krankheitsgeschichte kann eine Ärztin oder ein Arzt abschätzen, ob es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung handelt oder nicht. Zusätzlich kann man in der Arztpraxis eine Urinprobe abgeben, die dann auf Bakterien, weiße und rote Blutkörperchen, Eiweiß und Nitrit (ein Salz, das einen indirekten Hinweis auf Bakterien liefert) untersucht wird. Ein solcher Urintest ist aber bei eindeutigen Beschwerden in der Regel nicht notwendig.

Mit einem Ultraschallgerät kann die Ärztin oder der Arzt die Nieren und die Harnblase untersuchen (Sonografie). Diese Untersuchung ist in der Regel nur bei komplizierten Verläufen oder dem Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung sinnvoll. Ebenfalls sehr selten werden Blasenspiegelungen (Zystoskopien) und Röntgenuntersuchungen durchgeführt – beispielsweise bei schweren Blasenentzündungen, die immer wiederkehren. Bei einer Blasenspiegelung wird ein Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende (Endoskop) durch die Harnröhre in die Blase eingeführt. Die Kamera liefert Bilder, die mögliche Veränderungen an der Blasenwand zeigen.

Vorbeugung

Manche Blasenentzündungen kommen „aus heiterem Himmel“, ohne dass dafür eine Ursache erkennbar ist. Viele Frauen haben aber gute Erfahrungen damit gemacht, im Alltag darauf zu achten, welche Faktoren bei ihnen eine Blasenentzündung begünstigen. Wenn es nicht ausreicht, diese zu vermeiden und Blasenentzündungen trotzdem häufig auftreten, gibt es auch die Möglichkeit, Medikamente zur Vorbeugung zu nehmen.

Manche Mittel können wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen – allerdings ist es dafür nötig, sie regelmäßig anzuwenden, und sie können Nebenwirkungen haben. Eine zu häufige Einnahme von Antibiotika erhöht das Risiko, dass die Krankheitserreger widerstandsfähiger werden (Resistenzbildung).

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Behandlung

Für viele Frauen ist eine Blasenentzündung eine einmalige, unangenehme Angelegenheit. Anderen machen sie immer wieder zu schaffen. Antibiotika helfen bei akuten Blasenentzündungen normalerweise rasch. Sie können bei einer akuten Blasenentzündung nachweislich helfen. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel, die unterstützen können – zum Beispiel viel zu trinken oder mit Wärme die Schmerzen zu lindern. Auch pflanzliche Mittel werden angeboten.

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