Der menschliche Körper

Wie sind die Knochen aufgebaut?

Knochen müssen jeden Tag vielfältige Belastungen aushalten. Sie tragen unser Körpergewicht und stehen unter hohem Druck, wenn wir stehen und uns bewegen. Dass sie diesem Druck standhalten, verdanken wir ihrem ausgeklügelten Aufbau und der Fähigkeit, sich den körperlichen Belastungen anzupassen. Knochen sind kein starres Gerüst, sondern lebendiges Gewebe: Wie alle anderen Gewebe und Organe des Körpers werden auch die Knochen fortwährend erneuert.

Der äußere Teil eines Knochens wird als äußere Knochenschicht oder Kompakta bezeichnet. Diese Knochenschicht ist fest und besonders stabil. Sie trägt im Wesentlichen dazu bei, dass der Bewegungsapparat den alltäglichen Belastungen standhalten kann. Die äußere Knochenschicht ist von einer dünnen Knochenhaut überzogen, dem sogenannten Periost.

Der innere Teil des Knochens besteht aus einem Gerüst aus feinen Knochenbälkchen (Trabekel). Es ist wie ein Schwamm aufgebaut und heißt Spongiosa. In den Zwischenräumen der Spongiosa befindet sich das Knochenmark. Bei der Geburt enthalten viele Knochen rotes Knochenmark, das die Blutzellen bildet. Im Laufe des Lebens wandelt sich immer mehr rotes Knochenmark in Fettgewebe um. Bei Erwachsenen ist rotes Knochenmark nur noch in wenigen Knochen vorhanden, zum Beispiel in den Rippen, im Brustbein und in den Beckenknochen.

 Grafik: Aufbau des gesunden KnochensAufbau des gesunden Knochens

 

Entscheidend für die Stabilität eines Knochens ist seine Festigkeit. Sie wird unter anderem dadurch beeinflusst, wie viele Mineralien er enthält. Je mehr Mineralien ein Knochen enthält, desto fester und dichter ist er. Knochen mit niedriger Dichte brechen leichter. Das wichtigste Knochenmineral ist Kalzium. Es macht die Knochen hart und widerstandsfähig.

Neben dem Mineraliengehalt eines Knochens sind aber auch seine Feinstruktur und die Zusammensetzung der Knochensubstanz wichtig für seine Stabilität.

Im Laufe des Lebens verändert sich der Knochen-Stoffwechsel

Altes Knochengewebe wird während des ganzen Lebens fortwährend durch neues ersetzt. Dieser Vorgang ist Teil des körpereigenen Stoffwechsels: Bestimmte Zellen, sogenannte Osteoklasten, bauen altes Knochengewebe ab. Andere Zellen, Osteoblasten genannt, bauen neues Knochengewebe auf. Dieser Umbauprozess wird von Hormonen gesteuert und nennt sich Knochen-„Turnover“ (englisch für Umsatz).

Bei Kindern und jungen Erwachsenen wird mehr Knochen auf- als abgebaut. Dadurch wachsen die Knochen, werden schwerer und dichter. Im Alter von etwa 30 Jahren haben die Knochen ihre maximale Stabilität erreicht. Danach verändert sich der Knochen-Turnover langsam: Es wird mehr Knochen ab- als aufgebaut. Ungefähr ab 50 beschleunigt sich dieser Prozess, vor allem bei Frauen: Bis zu den Wechseljahren schützt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Knochen, denn es verlangsamt ihren Abbau. Wenn die Wechseljahre begonnen haben und der Hormonspiegel allmählich sinkt, geht dieser Schutz verloren und der Knochen wird schneller abgebaut.

Im höheren Alter haben viele Menschen brüchige Knochen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Knochen zu schützen und zu kräftigen – auch dann noch, wenn man bereits älter ist.

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