Wie können Warzen behandelt werden?

Foto von Untersuchung eines Fußes (PantherMedia / Kasia Bialasiewicz) Warzen sind fast immer harmlos und verschwinden nach Wochen oder Monaten in der Regel von selbst. Sie können aber störend und unansehnlich sein und gerade an den Füßen auch schmerzen. Verschiedene Behandlungen können helfen, Warzen schneller wieder loszuwerden.

Warzen werden durch eine bestimmte Gruppe von Viren verursacht, den sogenannten Humanen Papillomviren (HP-Viren, HPV). Es gibt über 100 Typen dieser Viren. Warzen kommen am häufigsten an den Händen, Füßen und im Gesicht vor. Sie können auch im Intim- und Analbereich auftreten. Die Behandlung solcher Genitalwarzen ist nicht Thema dieser Information.

Vor allem Kinder und Jugendliche haben oft Warzen. Normalerweise treten sie vereinzelt auf und verschwinden häufig innerhalb von Wochen oder Monaten von selbst. Viele Menschen entscheiden sich daher, sie nicht zu behandeln und abzuwarten, bis sie wieder abheilen.

Wenn sich Warzen an einer auffälligen Körperstelle befinden und unansehnlich sind, können sie besonders störend und belastend sein. Manche Menschen haben auch viele Warzen, die lange Zeit bestehen. Viele wünschen sich dann eine wirksame Behandlung.

Es gibt verschiedene Therapien, die die Chancen erhöhen, Warzen schneller loszuwerden. Allerdings gelingt dies nicht immer. Insbesondere gegen Warzen unter der Fußsohle gibt es bislang keine Behandlung, die nachweislich hilft. Da diese Warzen teilweise nach innen drücken, sind sie besonders schwierig zu behandeln. Zudem können sich wieder neue Warzen bilden, da auch eine erfolgreiche Behandlung nicht ausschließen kann, dass Viren oder infizierte Hautzellen zurückbleiben.

Warzen werden oft mit einer Lösung aus Salicylsäure oder durch Vereisung behandelt. Dies sind auch die Behandlungen, deren Wirkung am besten untersucht ist.

Wie gut hilft Salicylsäure gegen Warzen?

Lösungen mit Salicylsäure werden über einige Wochen mehrmals täglich auf die Haut aufgetragen. Dadurch bildet sich auf der Warze ein dünner Film. Vor dem erneuten Auftragen der Lösung wird der Film entfernt. Wenn möglich, wird die oberste Schicht der Warze anschließend vorsichtig abgelöst. Die meisten Salicylsäure-Lösungen sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Teilweise enthalten die Produkte zusätzlich Milchsäure.

Eine Auswertung von Studien zur Wirksamkeit von Salicylsäure-Lösungen ergab, dass die Präparate wirksam sind. Nach drei bis sechs Monaten zeigte sich:

  • Ohne Salicylsäure: Etwa 25 von 100 Personen, die ein Scheinpräparat (Placebo) anwendeten, hatten nach der Behandlung keine Warzen mehr.
  • Mit Salicylsäure: Etwa 39 von 100 Personen, die Salicylsäure anwendeten, hatten keine Warzen mehr.

Die Behandlung mit der Lösung konnte also ungefähr 14 von 100 Personen schneller von ihren Warzen befreien.

Lösungen mit Salicylsäure sind im Allgemeinen gut verträglich. Häufig kommt es zu einer leichten Hautreizung. Selten verfärbt sich die Haut etwas oder schmerzt.

Wenn die obere Schicht der Warze bei der Behandlung weggefeilt wird, kann diese Stelle leicht schmerzen oder bluten.

Wie wirkt eine Vereisung?

Bei einer Vereisung (Kryotherapie) trägt die Hautärztin oder der Hautarzt flüssigen Stickstoff auf die Warze auf. Er ist extrem kalt und zerstört die Zellen in der oberen Hautschicht. Es gibt verschiedene Vereisungstechniken. Oft wird ein Wattestäbchen in den flüssigen Stickstoff getunkt und anschließend mehrere Sekunden auf die Warze gedrückt. Die Behandlung wird im Abstand von mindestens einer Woche mehrmals wiederholt. Manchmal wird der Stickstoff auch mit einer kleinen Düse auf die Warze gesprüht. Eine Vereisung kann bei Warzen an den Händen die Abheilung beschleunigen. Eine zusammenfassende Studie zeigte, dass nach drei Monaten

  • ohne Vereisung etwa 13 von 100 Personen keine Warzen mehr hatten, und
  • mit Vereisung ungefähr 49 von 100 Personen warzenfrei waren.

Gegen Warzen an den Fußsohlen fanden die Studien aber keinen Unterschied zwischen Vereisung und Abwarten.

Nebenwirkungen

Eine Vereisung tut meist etwas weh, häufig bildet sich danach eine Blase auf der Haut. Manchmal entsteht eine kleine Narbe, die aber oft nach einiger Zeit kaum noch sichtbar ist. Gelegentlich kommt es zu einer leichten Hautreizung und -verfärbungen.

Bei Menschen, die einen diabetischen Fuß oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit haben, sollten Warzen nicht vereist werden. Denn bei ihnen könnte die Behandlung zum Beispiel am Fuß zu Nervenschäden oder schlecht heilenden Wunden führen. Auch Menschen mit einem Raynaud-Syndrom wird empfohlen, darauf zu verzichten.

Es gibt Vereisungs-Stifte für zu Hause, die rezeptfrei in der Apotheke gekauft werden können. Diese Stifte sind nicht so kalt wie der flüssige Stickstoff, der in der Arztpraxis eingesetzt wird. Wie gut die Stifte gegen Warzen wirken, wurde bislang nicht in Studien untersucht.

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat darauf hingewiesen, dass Vereisungs-Stifte leicht entzündliche Stoffe enthalten und einige Menschen sich bei ihrer Anwendung verbrannt haben.

Wie schneiden Salicylsäure und Vereisung im Vergleich ab?

Einige Studien haben untersucht, ob eine Vereisung oder eine Behandlung mit Salicylsäure wirksamer ist. Die meisten dieser Studien haben keinen großen Unterschied gefunden.

Der Erfolg einer Warzen-Behandlung kann von vielen Faktoren abhängen: Unter anderem davon, wie lange die Vereisung einwirkt und wie oft sie wiederholt wird – oder wie stark die Salicylsäure-Lösung ist, wie oft und wie lange sie aufgetragen wird. Da so viele Faktoren eine Rolle spielen können, lässt sich ohne weitere Studien nicht sicher sagen, welche Behandlung gegen Warzen die besten Erfolgsaussichten hat.

Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Zur Behandlung von Warzen werden noch viele andere Mittel angeboten. Bislang wurde jedoch für keines überzeugend nachgewiesen, dass es wirksam ist oder Vorteile gegenüber Salicylsäure oder einer Vereisung hat. Viele Mittel sind nicht gut untersucht oder die Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse.

Einige dieser Behandlungen sind sehr aufwendig und mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden. Nicht alle werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Aus diesen Gründen kommen sie nur unter besonderen Umständen infrage – und nur dann, wenn Warzen sehr hartnäckig sind und nicht abheilen. Zu den Behandlungen, die noch nicht gut erforscht sind, gehören:

  • spezielle Salben und Lösungen: Zur Behandlung von Warzen wurden auch Salben und Lösungen mit anderen Wirkstoffen erprobt, unter anderem mit 5-Fluoruracil (ein Mittel, das das Zellwachstum hemmt), Aciclovir oder Imiquimod (virushemmende Medikamente) und Zink.
  • Spritzen mit verschiedenen Arzneimitteln: Unterschiedliche Arzneimittel können in die Warze gespritzt werden. Dazu gehören unter anderem Bleomycin und 5-Fluoruracil (beide Mittel hemmen das Zellwachstum), Interferone (Mittel, die das Immunsystem beeinflussen) und bestimmte Antigene (Stoffe, die wie Impfungen eine Immunreaktion auslösen).
  • Kürettage: Bei der Kürettage wird die Warze mit einem speziellen Instrument abgeschabt. Oft wird sie mit Salicylsäure-Pflaster oder -Lösung vorbehandelt.
  • Laserablation: Hierbei wird die Warze durch einen Laser erhitzt und zerstört. Nach der Behandlung kann eine Narbe zurückbleiben.
  • Farbstofflaser-Behandlung: Bei einer Farbstofflaser-Behandlung werden die kleinen Blutgefäße, die das Warzengewebe versorgen, mithilfe eines Lasers durch Hitze zerstört. Dies soll die Vermehrung der Hautzellen stoppen.
  • Erbium YAG-Laser: Bei dieser Laserbehandlung wird das Wasser in den Warzenzellen kurz stark erhitzt mit dem Ziel, sie zu zerstören.
  • photodynamische Therapie: Bei einer photodynamischen Therapie wird zunächst ein Gel auf die Warze aufgetragen, das etwa drei Stunden einwirkt. Es enthält eine spezielle chemische Substanz, die durch die anschließende Bestrahlung mit Licht aktiviert wird und das Warzengewebe zerstören soll.

Früher wurden Warzen häufig herausgeschnitten. Heute operiert man Warzen aber nur noch selten, da es dabei zu Infektionen und Narben kommen kann. Zudem können sich nach einer Operation wieder neue Warzen bilden.

Lassen sich Warzen „besprechen“?

Um Warzen verschwinden zu lassen, werden auch mehr oder weniger kuriose Behandlungen angeboten. Manche Menschen glauben, dass sie ihre Warzen durch solche Behandlungen geheilt haben. Warzen verschwinden aber auch ohne jede Behandlung normalerweise von selbst, sobald der Körper eine ausreichende Immunabwehr gegen die Warzenviren aufgebaut hat.

Zum Beispiel hat eine Wissenschaftlergruppe aus England die Wirksamkeit von „Fernheilung“ gegen Warzen in einer Studie getestet. Daran nahmen 84 Menschen teil, die im Durchschnitt acht Warzen hatten. Die eine Hälfte wurde „Fernheilern“ zugeteilt, die ohne direkten Kontakt zu den Teilnehmern „Energie fließen“ ließen. Die andere Hälfte bekam gar keine Behandlung. Das Ergebnis: Nach sechs Wochen hatten die den Fernheilern zugeteilten Personen immer noch im Durchschnitt acht Warzen. Bei denen, die keine Behandlung hatten, war es im Durchschnitt eine weniger.

Auch für viele andere unkonventionelle Methoden wie das „Warzen besprechen“ und eine Behandlung mit Nacktschnecken ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, dass sie helfen. Mehrere Studien, in denen homöopathische Arzneimittel mit Scheinpräparaten (Placebos) verglichen wurden, zeigten keine Wirkung gegen Warzen.

Weil die meisten Warzen irgendwann von selbst verschwinden, ist es ohne einen Vergleich zum Beispiel mit Placebo kaum möglich, die Wirkung einer Behandlung zu beurteilen. Dazu sind aussagekräftige Studien nötig.

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