Welche Grundgeschmacksrichtungen gibt es?
Ausgehend von den Informationen, die von der Zunge an das Gehirn weitergegeben werden, geht man von mindestens fünf grundlegenden Geschmacksrichtungen aus. Die meisten Gerichte setzen sich aus einer Mischung verschiedener Geschmacksrichtungen zusammen. So schmecken einige Speisen süß-sauer, andere salzig und herzhaft. Die Grundgeschmacksrichtungen sind:
Süß
Dass wir etwas als süß wahrnehmen, wird vor allem von Zucker und Abkömmlingen wie Fruchtzucker oder Milchzucker ausgelöst. Es können aber auch andere Stoffklassen die Sinneszellen für süß anregen. Dazu gehören etwa einige Eiweißbausteine wie Aminosäuren, aber auch Alkohole.
Sauer
Sauer schmecken vor allem saure Lösungen wie Zitronensaft oder organische Säuren. Verantwortlich für den Reiz sind sogenannte Wasserstoff-Ionen, chemisch als „H+“ bezeichnet, die eine Säure abspaltet.
Salzig
Salzig schmecken vor allem Nahrungsmittel, die mit Speisesalz (Natriumchlorid) versetzt sind. Auch andere Mineralsalze etwa aus Kalium oder Magnesium können die Salzempfindung auslösen.
Bitter
Bitterer Geschmack wird durch zahlreiche sehr unterschiedliche Stoffe ausgelöst. Insgesamt gibt es etwa 35 unterschiedliche Eiweiße in den Sinneszellen, die auf bittere Geschmacksstoffe ansprechen. Entwicklungsgeschichtlich lässt sich dies durch die vielen bitteren Pflanzenarten erklären, die teilweise giftig sind. Sie zu erkennen, war lebenswichtig.
Herzhaft-würzig
Der an Fleischbrühe erinnernde Geschmackseindruck „umami“ (aus dem Japanischen) wird vor allem durch Glutamin- oder Asparaginsäure ausgelöst. Diese zwei Aminosäuren sind Bestandteil vieler Eiweiße in der Nahrung, aber auch einiger Pflanzen. Reichlich Glutaminsäure findet sich etwa in reifen Tomaten, Fleisch und Käse, Asparaginsäure beispielsweise in Spargel. Manchmal wird Glutamat, das Salz der Glutaminsäure, als Geschmacksverstärker eingesetzt. Damit soll der herzhaft-würzige Geschmack von Gerichten unterstrichen werden.


