Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche

Gruppe von Kindern mit Mundschutz im Freien

Corona-Impfstoffe sind für Kinder ab sechs Monaten zugelassen. Kindern und Jugendlichen wird eine Corona-Impfung nur noch empfohlen, wenn sie bestimmte Vorerkrankungen haben.

Durch die Corona-Impfung wird das angeregt, Abwehrstoffe ( und T-Zellen) gegen ein fremdes Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavirus zu bilden. Wenn die geimpfte Person später in Kontakt mit dem Coronavirus kommt, wird dieses schnell durch das erkannt und gezielt bekämpft.

Ein Teil der Kinder und Jugendlichen ist gegen Corona geimpft. Viele haben zudem bereits eine hinter sich. Kinder und Jugendliche erkranken selten schwer an Covid-19.

Welche Impfstoffe gibt es für Kinder und Jugendliche?

Tabelle: Liste der zugelassenen Corona-Impfstoffe
Name des Impfstoffs Altersgruppe (gemäß Zulassung) Art des Impfstoffs Hersteller
Comirnaty ab 6 Monaten mRNA-Impfstoff Biontech / Pfizer
Spikevax ab 6 Monaten mRNA-Impfstoff Moderna Biotech
Nuvaxovid ab 12 Jahren Proteinimpfstoff Novavax

Worin unterscheiden sich die Impfstoffe?

Die Impfstoffe unterscheiden sich in den Inhaltsstoffen und darin, wie sie das Immunsystem aktivieren:

  • mRNA-Impfstoffe: mRNA-Impfstoffe enthalten den „Bauplan“ (Abschrift eines Gens) für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavirus SARS-CoV-2. Durch die gelangt dieser Bauplan über winzige Fettpartikel (Fett-Nanokörperchen) in die Körperzellen. Sie stellen dann für eine kurze Zeit das Corona-Protein (Spike-Protein) her. Das reagiert darauf und bildet Abwehrstoffe. Anschließend wird der Bauplan in den Zellen abgebaut.
  • Proteinimpfstoff: Der Proteinimpfstoff enthält Coronavirus-ähnliche Partikel mit dem Corona-Eiweiß „Spike-Protein“. Im Unterschied zu den mRNA-Impfstoffen wird bei Proteinimpfstoffen das Spike-Protein im Labor hergestellt und direkt verabreicht.

Die Impfstoffe Comirnaty, Spikevax und Nuvaxovid wurden auf die Omikron-Variante angepasst.

Welchen Nutzen hat die Impfung?

Die kann das Risiko verringern, an Covid-19 zu erkranken. Der Schutz gegen eine symptomatische ist aber begrenzt und nach wenigen Monaten kaum noch vorhanden. Dann kommt es häufiger zu einer sogenannten Durchbruchsinfektion. Das bedeutet: Trotz können die Coronaviren Covid-19-Symptome verursachen. Die meisten Kinder und Jugendlichen haben dann zum Beispiel Husten oder Halsschmerzen.

Kinder erkranken nur sehr selten schwer an Covid-19. Eine kann dieses Risiko wahrscheinlich weiter reduzieren, besonders für vorerkrankte Kinder.

Auch nach einer überstandenen Corona-Infektion bildet das Abwehrzellen, die vor einer erneuten Erkrankung und einem schweren Verlauf schützen können.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

Es ist normal, dass nach einer Impfung bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn es kann zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet.

Folgende Impfreaktionen treten je nach Impfstoff bei etwa 70 bis 90 % der geimpften Kinder und Jugendlichen auf:

  • Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung
  • körperliche Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- oder Gelenkschmerzen

Kleine Kinder (bis etwa drei Jahre) reagieren häufiger mit Unruhe, Weinen, Appetitverlust und schlafen schlechter. Meist sind die Impfreaktionen leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

Welche Impfkomplikationen können auftreten?

Bei allen Impfstoffen kann eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktische Reaktion) auftreten, die in der Regel ohne Folgen bleibt. Dies ist aber die Ausnahme und tritt bei weniger als 1 von 100.000 Impfungen auf.

Bei bestimmten Kindern und Jugendlichen kann in den ersten Tagen nach einer mRNA-Impfung (Moderna oder Comirnaty) das Risiko einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis) erhöht sein. Dies betriff in erster Linie männliche Jugendliche und junge männliche Erwachsene nach der zweiten . Laut der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA tritt dies bei bis zu 1 von 10.000 Personen (Comirnaty) auf. Bei Spikevax liegt das Risiko mit bis zu 2 von 10.000 Personen etwas höher, weshalb dieser Impfstoff Menschen zwischen 12 und 30 Jahren nicht mehr empfohlen wird.

Wenn in den ersten Wochen nach der Impfung folgende Symptome auftreten, sollte schnell eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden:

  • Brustschmerzen
  • ungewöhnliches Herzklopfen oder Herzrasen

Die meisten Kinder und Jugendlichen erholen sich von einer Myokarditis oder Perikarditis – allerdings sind auch Folgeschäden möglich.

Die Sicherheit der Impfstoffe wird von internationalen Behörden überwacht. In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut dafür zuständig.

Welche Impfempfehlung gibt es für Kinder und Jugendliche?

Gesunden Kindern und Jugendlichen wird die (Grundimpfung und ) nicht mehr empfohlen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Grund- und Auffrischimpfungen nur noch Kindern und Jugendlichen, die aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Dazu gehören beispielsweise Kinder und Jugendliche ab sechs Monaten mit chronischen Lungen- oder Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, Trisomie 21 oder einem geschwächten .

Die STIKO empfiehlt allen vorerkrankten Kindern und Jugendlichen eine Basisimmunität als Schutz vor schweren Verläufen. Darunter werden drei Kontakte mit dem verstanden, die durch eine oder eine erworben sein können. Mindestens ein Kontakt sollte laut STIKO durch eine erfolgt sein.

Für den Fall, dass ein vorerkranktes Kind weder geimpft ist noch infiziert war, empfiehlt die STIKO eine 3-malige . Zwischen der ersten und zweiten sollten mindestens drei Monate liegen, die dritte sollte frühestens sechs Monate nach der zweiten erfolgen.

Die jährliche erfolgt am besten im Herbst, da im Herbst und Winter die Infektionszahlen am höchsten sind. Der Abstand zur letzten oder einer vorangegangenen sollte zwölf Monate betragen.

Warum gibt es für Kinder und Jugendliche keine allgemeine Impfempfehlung mehr?

Die STIKO begründet die eingeschränkte Impfempfehlung damit, dass Kinder und Jugendliche mittlerweile überwiegend milde Verläufe oder gar keine Symptome haben. Die STIKO sieht aber keine Sicherheitsbedenken bei der von Kindern und Jugendlichen.

Verhindert die Impfung auch Long Covid und Post Covid?

Von Long Covid spricht man, wenn Beschwerden länger als vier Wochen nach der anhalten. Sind nach mehr als zwölf Wochen Beschwerden vorhanden, spricht man von Post Covid. Zu den Beschwerden zählen vor allem Erschöpfung, und Konzentrationsstörungen. Wie gut Impfungen vor länger anhaltenden Beschwerden schützen, ist bislang nicht gut untersucht. Die vorhandenen Studien sprechen aber dafür, dass die auch das Risiko für anhaltende Beschwerden verringert.

Byambasuren O, Stehlik P, Clark J et al. Effect of covid-19 vaccination on long covid: systematic review. BMJ Med 2023; 2(1): e000385.

European Medicines Agency (EMA). COVID-19 medicines. 2024.

Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. 2024.

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Aktualisiert am 22. April 2024

Nächste geplante Aktualisierung: 2027

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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