Wie entsteht Endometriose?

Foto von zwei Frauen im Freien
Digital Vision / Photodisc / Thinkstock

Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ähnelt, auch außerhalb der Gebärmutter. Wie es dazu kommt, ist bislang nicht geklärt. Es gibt verschiedene Theorien über die Ursachen von Endometriose, und wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

Die Innenwände der Gebärmutter () sind vollständig mit Gebärmutterschleimhaut überzogen. Was sie von anderen Schleimhäuten des Körpers unterscheidet, ist vor allem ihre Wandlungsfähigkeit: Im Verlauf jedes Monatszyklus vermehren sich ihre Zellen, sie wird dicker und bereitet sich darauf vor, ein befruchtetes Ei zu ernähren, sobald es sich in ihr eingenistet hat. Kommt es zu keiner Befruchtung, wird der größte Teil des aufgebauten Schleimhaut-Polsters mit der Regelblutung wieder abgestoßen. Den Auf- und Abbau der Gebärmutterschleimhaut steuern die weiblichen Geschlechtshormone und .

Grafik: Querschnitt: Frontalansicht Gebärmutter ohne Endometriose

Querschnitt: Frontalansicht Gebärmutter ohne Endometriose

Einfluss der Hormone auf die Gebärmutterschleimhaut im Verlauf eines Monatszyklus

Einfluss der Hormone auf die Gebärmutterschleimhaut im Verlauf eines Monatszyklus

Bei der Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle. Medizinisch werden die Erscheinungsformen der Endometriose danach eingeteilt, wo sich die Gewebe-Ansiedlungen (Endometrium-Herde) befinden:

  • In der Gebärmuttermuskulatur oder in der Eileiterwand (häufig): Dabei ist das Gewebe mit der Gebärmutterschleimhaut verbunden.
  • Im Bereich des kleinen Beckens (häufig): Die Herde besiedeln Eierstöcke, Eileiter sowie den „Douglas-Raum“ zwischen Gebärmutter und Enddarm.
  • Außerhalb des kleinen Beckens (selten): Zum Beispiel in Blase oder Darm, sehr selten auch darüber hinaus, zum Beispiel in der Lunge.

Im Verlauf jedes Monatszyklus baut sich auch die Schleimhaut der Endometriose-Herde regelmäßig auf und wieder ab. Da Blut und Gewebereste aber nicht über die Scheide abfließen können, verbleiben sie in der Umgebung des Endometriose-Herds. Dort können sie zu Entzündungen und in der Folge zu Narben und führen.

Grafik: Unterleib mit Endometriose-Herden, wie im Text beschrieben

Endometriose-Herde (Unterleib in Seitansicht)

Theorien zu den Ursachen

Es gibt verschiedene Theorien dazu, warum eine Endometriose entsteht. So wird beispielsweise vermutet, dass Zellen aus der Gebärmutterschleimhaut in andere Bereiche des Körpers gelangen und sich dort ansiedeln. Auch wird angenommen, dass ein gestörtes Zusammenspiel der Hormone oder des Immunsystems eine Rolle spielen. Denn normalerweise sorgt die körpereigene Abwehr dafür, dass sich Zellen aus einem Organ nicht anderswo im Körper festsetzen können.

Andere Theorien vermuten, dass sich bestimmte Zellen außerhalb der Gebärmutter aus ungeklärten Gründen in Endometrium-Zellen umwandeln können. Da Endometriose in manchen Familien gehäuft vorkommt, könnten auch genetische Faktoren bei der Anfälligkeit für die Krankheit eine Rolle spielen.

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Diagnostik und Therapie der Endometriose (S2k-Leitlinie). AWMF-Registernr.: 015-045. 2020.

Hickey M, Ballard K, Farquhar C. Endometriosis. BMJ 2014; 348: g1752.

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Aktualisiert am 24. Februar 2021
Nächste geplante Aktualisierung: 2024

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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