Welche Antibabypille kann bei Akne die Haut verbessern?

Foto von junger Frau beim Blick in den Spiegel
ron sumners / iStock / Thinkstock

Wenn Mädchen und Frauen mit Akne mit der verhüten, kann sich ihr Hautbild verbessern. Verschiedene Pillenpräparate können Akne lindern. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Antibabypillen sind gering.

Akne ist die häufigste Hauterkrankung bei Jugendlichen. Die meisten Jungen und Mädchen haben irgendwann in der Pubertät eine mehr oder weniger starke Akne. Eine deutlich sichtbare, hartnäckige Akne kann Jugendliche sehr belasten und ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Deshalb probieren viele Jungen und Mädchen alles Mögliche aus, um die Pickel loszuwerden.

Die Antibabypille bei Akne

Akne entsteht vor allem, weil der Körper in der Pubertät vermehrt das männliche Geschlechtshormon Androgen produziert. Dies ist auch bei Mädchen so. Bei Mädchen und Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, kann sich entzündliche und nicht entzündliche Akne bessern. Pillen, die bei Akne helfen, enthalten die weiblichen Geschlechtshormone und . Speziell zur Behandlung von Akne sind die meisten Antibabypillen allerdings nicht zugelassen. Außerdem gibt es auch nicht hormonelle Behandlungen, die bei Akne helfen können und zum Teil weniger Nebenwirkungen haben.

Wie häufig und ausgeprägt die Nebenwirkungen einer sind, hängt unter anderem von der enthaltenen Hormondosis ab. Mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist, kann bei der Entscheidung für ein bestimmtes Mittel aber weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Es ist daher gut zu wissen, ob bestimmte Präparate besser gegen Akne wirken als andere und welche Nebenwirkungen sie haben.

Forschung zeigt nur leichte Unterschiede in der Wirksamkeit

Eine Forschergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks hat den Nutzen von Antibabypillen zur Behandlung von Akne überprüft. Sie suchte nach Studien, in denen die Pille mit einem Scheinmedikament () oder einem nicht hormonellen Akne-Medikament verglichen wurde. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werteten 31 Studien mit insgesamt rund 12.500 Teilnehmerinnen aus. Die meisten Studien verglichen verschiedene Antibabypillen miteinander oder die Pille mit einem Scheinmedikament. Vergleiche mit anderen Akne-Medikamenten gab es kaum.

Alle untersuchten Antibabypillen konnten Akne lindern. Die Mittel wirkten gegen entzündliche und gegen nicht entzündliche Akne. Bis sich das Hautbild besserte, mussten sie oft mehrere Wochen bis Monate eingenommen werden. Pillen, die Akne lindern konnten, enthielten Ethinylestradiol in Kombination mit einem der folgenden Wirkstoffe: Levonorgestrel, Norethindron, Norgestimat, Drospirenon, Cyproteronacetat, Chlormadinonacetat, Dienogest und Desogestrel.

Der Vergleich zeigte, dass die meisten Pillen ähnlich gut gegen Akne wirken. Bestimmte Mittel schnitten in einzelnen Studien etwas besser ab. Bevor sich sagen lässt, ob sie tatsächlich wirksamer sind, müssten diese Ergebnisse aber durch weitere Studien bestätigt werden. Durch Pillen, die Cyproteronacetat oder Chlormadinonacetat enthalten, ging die Akne in jeweils einer Studie etwas stärker zurück als durch Mittel mit Levonorgestrel. Cyproteronacetat ist in Deutschland zwar nicht zur Verhütung zugelassen, kann aber zur Behandlung von Akne verschrieben werden. In allen anderen Studien war kein Mittel einem anderen über- oder unterlegen. Wenn eine bestimmte Pille also mit dem Hinweis beworben wird, sie mache viel schönere Haut als andere Pillen, ist Skepsis angebracht.

Risiko für Thrombosen hängt vom Wirkstoff ab

Antibabypillen können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in den Brüsten oder Übelkeit hervorrufen. Deshalb setzen manche Frauen die Pille wieder ab. Ob solche Nebenwirkungen bei bestimmten Präparaten häufiger sind als bei anderen, ist bisher nicht ausreichend untersucht.

Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen zudem das Risiko für Blutgerinnsel in den Beinen (Venenthrombosen), auch wenn das Risiko insgesamt niedrig ist. Präparate der 3. und 4. Pillengeneration wie Desogestrel, Dienogest, Gestoden und Drospirenon erhöhen das Risiko für Venenthrombosen offenbar stärker als die älteren der 1. und 2. Generation wie zum Beispiel Levonorgestrel und Norgestimat. Schätzungen gehen davon aus, dass bei der regelmäßigen Einnahme

  • von Desogestrel, Gestoden oder Drospirenon etwa 9 bis 12 von 10.000 Frauen innerhalb eines Jahres eine Venenthrombose bekommen.
  • von Levonorgestrel und Norgestimat etwa 5 bis 7 von 10.000 Frauen innerhalb eines Jahres eine Venenthrombose bekommen.

Ohne Pille treten bei etwa 2 von 10.000 Frauen Venenthrombosen auf.

Venenthrombosen können zu Spannungsgefühlen, Schwellungen und Schmerzen in den Beinen bis hin zu Hautschädigungen führen. Sehr selten lösen sie einen lebensbedrohlichen Verschluss der Lungenarterie (Lungenembolie) aus.

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Aktualisiert am 11. September 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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