Einleitung

Foto von Frau mit prämenstruellem Syndrom (PantherMedia / Ruslan Huzau) Viele Frauen kennen das: An den „Tagen vor den Tagen“ haben sie Unterleibs- oder Kopfschmerzen, sind traurig und gereizt, fühlen sich aufgeschwemmt oder allgemein unwohl. Der medizinische Ausdruck für dieses Phänomen ist prämenstruelles Syndrom (PMS). Bei den meisten Frauen sind die PMS-Beschwerden nicht sehr stark, und sie gehen mehr oder weniger entspannt damit um. Einige Frauen sind aber so beeinträchtigt, dass sie während dieser Zeit nicht ihren normalen Alltagsaktivitäten nachgehen können. Verschiedene Behandlungen und Maßnahmen können helfen, die Beschwerden zu mildern.

Symptome

Als prämenstruelles Syndrom bezeichnet man ein Bündel aus körperlichen und psychischen Beschwerden, die einige Tage bis zwei Wochen vor Einsetzen der Periode auftreten können.

Viele Frauen haben zum Beispiel Spannungsgefühle in den Brüsten und im Unterleib. Andere Beschwerden können Kopf-, Rücken-, Gelenks- oder Muskelschmerzen sein. Auch Wassereinlagerungen, Schlaf- oder Verdauungsprobleme, Hautunreinheiten und Heißhunger sind möglich.

Frauen mit PMS fühlen sich in der Zeit vor ihrer Periode häufig erschöpft, unsicher, niedergeschlagen, lustlos, gereizt oder wütend. Manche haben Konzentrationsprobleme und Stimmungsschwankungen. Einigen kommt es so vor, als ob sie die Kontrolle über ihren Körper und ihre Gefühle verlieren. Ausgeprägte PMS-Beschwerden können im Alltag stark einschränken und auch die Beziehungen zu Angehörigen, Freunden und Kollegen belasten.

Bei einem starken PMS mit deutlichem Einfluss auf die Psyche – wie Depressivität und Angstgefühle – sprechen Fachleute von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Ursachen

Die Ursachen eines PMS sind noch nicht abschließend geklärt. Man geht aber davon aus, dass die hormonellen Schwankungen während des weiblichen Zyklus eine Rolle spielen. Zwar haben Frauen mit PMS nicht unbedingt einen veränderten Hormonspiegel, reagieren aber möglicherweise besonders empfindlich auf Abbauprodukte von Progesteron. Das Hormon wird vor allem in der zweiten Zyklushälfte vor dem Einsetzen der Monatsblutung gebildet.

Zudem wird eine Wechselwirkung von Progesteron mit Botenstoffen im Gehirn vermutet. Dabei spielt offenbar Serotonin eine besondere Rolle. Zusätzlich beeinflussen wahrscheinlich die familiäre Veranlagung und Umweltfaktoren die Entstehung eines PMS.

Häufigkeit

Die meisten Mädchen und Frauen spüren in der Zeit vor ihrer Regelblutung ab und an einzelne leichte PMS-Symptome. Sie fühlen sich dadurch aber kaum beeinträchtigt.

Etwa 20 bis 40 % aller Mädchen und Frauen haben mehrere stärker ausgeprägte PMS-Beschwerden, die sie im Alltag spürbar belasten.

Bei ungefähr 3 bis 8 % sind die Symptome – insbesondere die psychischen Probleme – so stark, dass sie das Alltagsleben deutlich stören. Fachleute sprechen dann von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS).

Verlauf

PMS-Beschwerden treten in der zweiten Hälfte des Monatszyklus nach dem Eisprung auf. In dieser Zeit produziert der Körper vermehrt das Hormon Progesteron, während gleichzeitig das weibliche Geschlechtshormon Östrogen abfällt.

Grafik: zyklusabhängiger Hormonspiegel - wie im Text besprochen

Wenn die Regelblutung einsetzt und ein neuer Zyklus beginnt, klingen die PMS-Beschwerden wieder ab. Sie sind spätestens mit Ende der Blutung komplett verschwunden und können erst nach dem nächsten Eisprung wieder auftreten.

Manche Frauen haben in einigen Zyklen Beschwerden und in anderen nicht. Auch die Stärke der Symptome kann je nach Zyklus sehr unterschiedlich sein und sich zudem über die Jahre verändern. Wie sich die Beschwerden entwickeln, lässt sich aber nicht vorhersagen. Sicher ist nur, dass sie spätestens mit der letzten Regelblutung in den Wechseljahren verschwinden.

Diagnose

Um herauszufinden, ob es sich um ein PMS handelt, fragen Ärztinnen oder Ärzte nach den Beschwerden und danach, wann sie auftreten. Dabei geht es auch darum, Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen wie Depressionen, Schilddrüsenerkrankungen oder Reizdarmsyndrom auszuschließen.

Ein Tagebuch kann dabei helfen, die Beschwerden im Zyklusverlauf festzuhalten. Am besten werden darin alle Symptome über mindestens zwei bis drei Monate notiert.

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Behandlung

Zur Frage, was gegen PMS-Beschwerden hilft, gibt es bisher nur wenige aussagekräftige Studien. Deshalb ist der Nutzen vieler Behandlungen, die bei PMS eingesetzt werden, noch unklar.

Mädchen und Frauen mit PMS probieren oft verschiedene Mittel und Methoden aus, um ihre Beschwerden zu lindern. Bei leichteren Beschwerden versuchen es manche zum Beispiel mit Entspannungsverfahren, Akupunktur, mehr Bewegung, weniger Alkohol und Kaffee oder salzarmer Ernährung. Andere greifen zu pflanzlichen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln wie Mönchspfeffer, Johanniskraut, Kalzium oder Vitamin B6.

Bei stärkeren Beschwerden kommen unterschiedliche Medikamente infrage. Viele sind jedoch nicht zur Behandlung eines PMS zugelassen, und sie können Nebenwirkungen haben:

  • hormonelle Mittel wie die Antibabypille oder Hormonpflaster beeinflussen den Hormonspiegel und lindern PMS- und PMDS-Symptome.
  • Antidepressiva: Sogenannte SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) können helfen, starke psychische Beschwerden bei PMS oder PMDS zu lindern.
  • Schmerzmittel können starke Regelschmerzen wirksam lindern und sind meist gut verträglich. Ob sie auch PMS-Beschwerden lindern, ist bislang aber kaum untersucht.
  • Bei starken Beschwerden durch Wassereinlagerungen können entwässernde Mittel (Diuretika) eingesetzt werden.

Frauen mit ausgeprägten psychischen Problemen können eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ausprobieren. Ob sie hilft, PMS-Beschwerden zu lindern, ist allerdings unklar.

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Leben und Alltag

Viele Frauen mit PMS-Beschwerden versuchen, es in dieser Zeit etwas ruhiger angehen zu lassen und sich im Alltag bewusst mehr Pausen und Entspannung zu gönnen als sonst – ob mit einem heißen Bad, einem Spaziergang, einem ruhigen Abend mit einem Buch oder vor dem Fernseher.

Einige finden es auch hilfreich, mit dem Partner, der Partnerin oder der Familie über die eigenen Beschwerden zu sprechen, um an diesen Tagen mehr Verständnis, Rücksicht und Unterstützung zu bekommen.

Manche Frauen befürchten allerdings, dass es dann nur dem PMS zugeschrieben wird, wenn sie einmal gereizt oder wütend sind, und dass Probleme nicht ernst genommen werden. Manchen Frauen machen außerdem Vorurteile zu schaffen, dass sie in dieser Zeit „hormongesteuert“ und deshalb irrational und unberechenbar seien.

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