Einleitung

Foto von Frau mit Blumen (PantherMedia / Tylor Olson ) Die Parkinson-Krankheit (auch Morbus Parkinson oder Schüttellähmung genannt) ist eine Erkrankung des Gehirns, die vor allem Menschen im höheren Lebensalter betrifft. Sie tritt meist erst nach dem 50. Lebensjahr auf. Die Krankheit kann sehr belastend sein, da sie die Bewegungsfähigkeit stark einschränkt und deshalb den Alltag zunehmend beschwerlich macht. Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung, in deren Verlauf viele Menschen pflegebedürftig werden. Ihre Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung lässt sich zwar nicht heilen, aber es gibt wirksame Behandlungen, die die Beschwerden lindern können.

Symptome

Die Parkinson-Krankheit kann sich auf sehr verschiedene Weise äußern. Die typischen Symptome sind:

  • Bewegungsarmut (Akinesie): Bewegungen können nur noch langsam ausgeführt werden. Betroffene Menschen gehen zum Beispiel sehr zögerlich und mit kurzen, kleiner werdenden Schritten. Es fällt ihnen schwer, Bewegungen in Gang zu setzen – so will beim Laufen besonders der erste Schritt oft nicht gelingen. Einmal in Bewegung fällt es auch zunehmend schwerer, die Bewegung zu stoppen, also beispielsweise auf Kommando stehenzubleiben. Das Mitschwingen der Arme beim Gehen verschwindet mit Fortschreiten der Erkrankung. Handgriffe und Tätigkeiten, die etwas Geschick erfordern, wie zum Beispiel das Zubinden von Schuhen, werden ebenfalls immer schwieriger. Durch die Bewegungsarmut der Gesichtsmuskeln erscheint das Gesicht zunehmend maskenartig. Das Sprechen wird leise und monoton und auch das Schlucken fällt schwer.
  • Muskelsteife (Rigor): Vor allem die Arme, die Beine und der Hals können steif und angespannt sein. Arme und Beine lassen sich meist auch durch eine zweite Person nur gegen einen Widerstand oder gar nicht bewegen und versteifen sich bei solchen Versuchen sogar noch stärker. Die übermäßige Anspannung führt oft zu Muskelschmerzen.
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor): Das Zittern tritt bei den meisten Menschen mit einer Parkinson-Krankheit auf. Es verringert sich bei Bewegung. Besonders häufig zittern die Hände. Dies führt dazu, dass die Schrift kleiner und undeutlicher wird.

Oft machen sich die Symptome auf einer Körperseite stärker bemerkbar. Mögliche weitere Folgen einer Parkinson-Krankheit sind zum Beispiel Blasen- und Verdauungsstörungen, Kreislaufprobleme, eine erhöhte Talgproduktion der Haut, Konzentrationsstörungen sowie Depressionen.

Ursachen

Je nach Ursache werden verschiedene Formen der Erkrankung unterschieden. Am häufigsten ist das sogenannte idiopathische Parkinson-Syndrom. „Idiopathisch“ bedeutet, dass keine Ursache gefunden werden kann. Bei der Parkinson-Krankheit werden im Gehirn Nervenzellen geschädigt, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Das Dopamin sorgt unter anderem dafür, dass elektrische Impulse vom Gehirn über die Nerven zu den Muskeln übertragen werden. Auf diese Weise werden zum Beispiel Bewegungen gesteuert. Die Zerstörung der Zellen beeinträchtigt die Fähigkeit, Bewegungen in Gang zu setzen oder zu koordinieren. Menschen mit Parkinson können daher Probleme mit dem Gleichgewicht haben. Dadurch steigt das Risiko für Stürze und Knochenbrüche.

Parkinson-Beschwerden können aber auch die Folge anderer Erkrankungen des Nervensystems wie beispielsweise einer Demenz sein. Auch Entzündungen, Tumore oder Medikamente wie Psychopharmaka können solche Beschwerden verursachen.

Häufigkeit

Im Bevölkerungsdurchschnitt haben etwa 1 bis 2 von 1000 Menschen die Parkinson-Krankheit. Im Alter ist die Erkrankung deutlich häufiger: Ab 65 Jahre sind etwa 18 von 1000 Menschen betroffen.

Verlauf

Lange bevor die Parkinson-Krankheit diagnostiziert wird, kann es erste Anzeichen geben. Sie werden oft gar nicht bemerkt oder als normale Alterserscheinung gesehen. Typischerweise lässt zum Beispiel die Feinmotorik nach und die Schrift verändert sich. Manchmal schwindet das Rhythmusgefühl, oder die Arme schwingen beim Gehen nicht mehr mit. Bei vielen Menschen wird der Gesichtsausdruck starrer. Oft kommt es zu Verstopfung, Schlafproblemen oder Stimmungsschwankungen. Viele erleben, dass ihr Geruchssinn abnimmt oder ganz verschwindet.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass mehrere Jahre zwischen den ersten Anzeichen und einer Diagnose vergehen. Wie die Erkrankung verläuft, ist ganz unterschiedlich.

Die Beschwerden nehmen meist schleichend zu. Mit der Zeit verstärken sich Bewegungsarmut, Muskelsteifheit und Zittern. Im Frühstadium können Medikamente die Beschwerden meist deutlich bessern oder sogar zum Verschwinden bringen.

Nach etwa fünf bis zehn Jahren verstärken sich die Symptome oft wieder. Das liegt daran, dass die Gehirnzellen durch das Fortschreiten der Erkrankung weiter geschädigt werden. Die Wirkung der Medikamente reicht dann nicht mehr aus und schwankt stark. Die Beschwerden wechseln zwischen extremer Bewegungsarmut und normaler Beweglichkeit. Dies wird „Off-“ beziehungsweise „On-Phase“ genannt. Es kann auch zu unwillkürlichen Bewegungen kommen, wie Schlenkern der Arme, Schmatzen oder ruckartigen Bewegungen. Zusätzliche Beschwerden wie Sprachstörungen, Gedächtnisprobleme, Blasenstörungen, Halluzinationen oder Depressionen können folgen. Einige Betroffene entwickeln eine Demenz.

Im Spätstadium brauchen Menschen mit Parkinson Unterstützung bei vielen Alltagsaktivitäten wie Essen und Trinken, Aufstehen und Herumgehen, Anziehen und Körperpflege. Bewegungen fallen ihnen immer schwerer, manche sprechen sehr leise oder haben Schluckstörungen.

Diagnose

Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist nach körperlichen Untersuchungen und einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden und die bisherige Krankheitsgeschichte. Es kann hilfreich sein, wenn Angehörige an dem Gespräch teilnehmen, da ihnen Beschwerden oder Einschränkungen aufgefallen sein können, die man selbst nicht bemerkt. Zusätzlich zu einer allgemeinen körperlichen Untersuchung testet die Ärztin oder der Arzt die Reflexe, Empfindlichkeit (zum Beispiel gegenüber Schmerz oder Druck) und Beweglichkeit – beispielsweise, ob sich die Gelenke normal bewegen lassen oder die Muskeln Widerstand leisten.

Um die Diagnose zu sichern, wird manchmal der sogenannte L-Dopa-Test gemacht. Dazu nimmt man das Medikament L-Dopa (Levodopa) ein und schaut, ob die Beschwerden abnehmen. Tritt rasch eine Besserung ein, spricht das für Parkinson.

Gerade im Frühstadium ist die Parkinson-Krankheit nicht immer gut von anderen Erkrankungen zu unterscheiden. Dann ist es sinnvoll, den Verlauf der Beschwerden eine Weile zu beobachten. Vor allem um andere Erkrankungen auszuschließen, wird manchmal auch eine Computertomografie (CT) oder eine Kernspintomografie (MRT) durchgeführt.

Behandlung

Eine Parkinson-Krankheit wird meist mit Medikamenten behandelt. Am Anfang der Erkrankung – wenn die Beschwerden nicht belastend sind – ist unter Umständen noch keine Behandlung notwendig. Nehmen die Beschwerden zu, können Medikamente helfen. Die medikamentöse Therapie zielt in der Regel darauf, das fehlende Dopamin zu ersetzen. Dadurch lassen sich häufig die Symptome lindern, aber nicht das Fortschreiten der Krankheit aufhalten. Da die Wirkung der Medikamente mit der Zeit nicht mehr ausreicht, müssen Art und Dosierung der Mittel immer wieder angepasst werden. Eine Möglichkeit ist, eine Medikamentenpumpe einzusetzen. Sie gibt den Wirkstoff entweder unter die Haut oder direkt in den Dünndarm ab und stellt eine gleichmäßige Versorgung sicher.

Im Rahmen einer Ergotherapie werden Alltagsbewegungen und -tätigkeiten geübt. Die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit führt dazu, dass die Muskelkraft abnimmt. Bewegungsübungen (Physiotherapie) und Sport sollen helfen, dies auszugleichen und die Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Wenn die Stimme leiser und die Sprache undeutlicher wird, kann auch eine Sprachtherapie (logopädische Therapie) infrage kommen.

Manchen Menschen, deren Beschwerden sich durch Medikamente nicht ausreichend bessern, wird eine tiefe Hirnstimulation angeboten. Dazu ist eine Operation erforderlich, bei der Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns eingesetzt werden. Diese geben kontinuierlich elektrische Reize ab, die die Muskelaktivität beeinflussen.

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Leben und Alltag

Die Parkinson-Krankheit wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus – ob Beruf, Partnerschaft und Familie oder Freizeitaktivitäten. Auch wenn sich der Alltag im Frühstadium der Erkrankung nur wenig verändert: Viele Betroffene haben Angst, mit der Zeit unselbstständig und pflegebedürftig zu werden. Es kann aber gelingen, noch lange ein Leben zu führen, das durch die Krankheit nicht allzu sehr beeinträchtigt ist.

Dennoch ist es sinnvoll, sich auch auf die Zeit einzustellen, in der zunehmend Unterstützung nötig wird. Sehr wichtig ist eine gute ärztliche Begleitung. Den meisten Menschen gelingt es zudem besser, mit ihrer Erkrankung umzugehen, wenn sie sich nicht zurückziehen, sondern von Anfang an mit anderen austauschen und sie mit einbinden, wenn im Alltag Hilfe nötig ist.

Viele Menschen mit Parkinson berichten, dass es ihnen guttut, so weit wie möglich aktiv zu bleiben. Entscheidend ist, die eigenen Grenzen zu erkennen und körperliche Bewegung, Alltagsaktivitäten und berufliche Tätigkeiten immer wieder an die eigenen Möglichkeiten anzupassen.

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