Können Bewegungsübungen helfen?

Foto von Gruppe beim Krafttrainin
PantherMedia / Robert Kneschke

Menschen mit können durch Bewegungsübungen ihre Beweglichkeit und ihre Koordinationsfähigkeit verbessern. Regelmäßiges Training kann helfen, Alltagsaktivitäten besser zu bewältigen.

Bei der Parkinson-Krankheit werden Hirnzellen geschädigt, die den Dopamin produzieren. Das Dopamin sorgt unter anderem dafür, dass elektrische Impulse vom Gehirn über die Nerven zu den Muskeln übertragen werden. Auf diese Weise werden zum Beispiel Bewegungen gesteuert. Typische Symptome einer Parkinson-Erkrankung sind Bewegungsarmut, Muskelsteife und Zittern in Ruhe. Es kann auch zu Problemen mit dem Gleichgewicht kommen. Dadurch steigt das Risiko, zu stürzen und sich einen Knochenbruch zuzuziehen.

Bewegung und Sport als Ergänzung der Medikamentenbehandlung

Die medikamentöse zielt in der Regel darauf ab, das fehlende Dopamin zu ersetzen. Dies kann häufig die Symptome lindern, aber nicht das Fortschreiten der Krankheit aufhalten. Die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit von Menschen mit führt dazu, dass ihre Muskelkraft abnimmt. Bewegungsübungen und Sport sollen helfen, dies auszugleichen. Zudem liefern Studien Hinweise, dass sich Bewegung positiv auf das Gehirn auswirkt, etwa indem sie die Bildung von Hirnzellen stimuliert und die Ausschüttung von Dopamin anregt. Ob dieser Effekt so stark ist, dass Menschen mit spürbar davon profitieren, können jedoch nur Studien zeigen, in denen Menschen über einen längeren Zeitraum behandelt und beobachtet werden.

Studien zum Nutzen von Bewegungsübungen

Der Nutzen von Bewegung bei wurde in vielen Studien untersucht. Dabei wurden jeweils einer Teilnehmergruppe Bewegungsübungen angeboten, der anderen Gruppe nicht. Solche direkten Vergleiche sind nötig, um die Wirksamkeit von Behandlungen beurteilen zu können.

In den Studien wurden sehr unterschiedliche Bewegungsübungen untersucht. Dehnübungen (Stretching), Ausdauertraining, Muskelaktivierung und -entspannung, Krafttraining, Gleichgewichtstraining, Tanzen, , Qigong sowie Geh- und Lauftraining. Einige neuere Studien untersuchten das sogenannte Cueing: Dabei erhalten die Betroffenen akustische oder optische Reize, die zum Beispiel Anlaufschwierigkeiten mindern sollen. Solche Reize können markierte Linien auf dem Boden sein, die eine Orientierung beim Gehen bieten, oder Klickgeräusche, die den Schrittrhythmus vorgeben.

Sowohl die Übungen selbst als auch die Häufigkeit und Dauer des Trainings unterschieden sich. In den meisten Studien wurden die Übungen durch Physiotherapeutinnen oder -therapeuten angeleitet. In einigen Studien trainierten die Teilnehmenden in Gruppen, in den anderen einzeln. Die meisten Studien dauerten einige Wochen oder wenige Monate. Es lässt sich deshalb nur sagen, wie sich die Bewegungsübungen über einen Zeitraum von maximal einem Jahr auswirkten. Dieser Zeitraum ist außerdem zu kurz, um zu beurteilen, ob die Übungen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.

Bewegungsfähigkeit und Koordination verbessert

Die Studien zeigen, dass Bewegungsübungen eine positive Wirkung haben können. Die Personen, die an Bewegungsübungen teilnahmen, waren beweglicher, konnten etwas schneller gehen und ihr Gleichgewicht besser halten als Personen, die nicht an den Übungen teilnahmen. Einige Studien sprechen auch dafür, dass Menschen mit seltener stürzen, wenn sie regelmäßig Bewegungsübungen machen.

In den Studien verbesserten die Bewegungsübungen die Mobilität und Beweglichkeit im Alltag. Um dies festzustellen, wurde beispielsweise folgender Test durchgeführt: Die Teilnehmenden sollten ohne fremde Hilfe von einem Stuhl aufstehen, eine kurze Strecke gehen und sich wieder setzen. Solche Bewegungsabläufe klappten nach den Bewegungsübungen besser.

In einigen Studien wurde untersucht, wie sich der Schweregrad der Krankheit verändert. Dies wurde mithilfe einer Skala erfasst, die unter anderem folgende Bereiche misst: geistige Fähigkeiten und Stimmung, Bewältigung von Alltagsaktivitäten, Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit. Dabei wurde festgestellt, dass Bewegungsübungen die Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit verbessern und so auch helfen konnten, Alltagsaktivitäten zu bewältigen.

Forschungsergebnisse zu möglichen Nebenwirkungen wie Verletzungen fehlen weitgehend. Es kann allerdings sein, dass bestimmte Sportarten die Sturzgefahr erhöhen.

Welche Übungen sind am besten geeignet?

Es gibt insgesamt zu wenige Studien zu einzelnen Übungsangeboten, um sagen zu können, ob bestimmte Übungen besser wirken als andere. Die Auswahl passender Übungen hängt auch von persönlichen Vorlieben sowie von der körperlichen und psychischen Situation des Einzelnen ab. So ist bei noch nicht sehr fortgeschrittener Erkrankung ein stärker belastendes Training möglich als bei ausgeprägten Beschwerden.

Unter anderem bieten folgende Anbieter Sport und Bewegungsübungen an:

  • Sportvereine
  • Praxen für Krankengymnastik
  • Volkshochschulen
  • Selbsthilfegruppen
  • Fitnessstudios

Zum Teil werden spezielle Parkinson-Kurse angeboten. Es gibt auch die Möglichkeit, sich ärztlich verschreiben zu lassen. Zudem fördern Krankenkassen bestimmte Sportkurse.

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Aktualisiert am 19. Juni 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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