Operation bei Divertikulitis und Divertikelkrankheit

Foto von Patientin in der Sprechstunde

Eine Darmoperation kann bei manchen Menschen anhaltende Divertikelbeschwerden lindern – allerdings ist ein Eingriff nicht ohne Risiko. Manchmal ist er jedoch nötig, um ernste Komplikationen einer Divertikulitis wie einen Darmdurchbruch zu vermeiden.

Divertikel sind Ausstülpungen der Darminnenwand, in denen sich Kot ansammeln kann. Oft sind sie harmlos und machen keine Probleme. Kommt es zu Beschwerden, können diese meist auch ohne Operation gut behandelt werden.

Vorausgesetzt, es besteht kein Notfall, sollte eine Darmoperation wegen Divertikeln gut überlegt sein. Denn sie hat Risiken und es gibt keine Garantie dafür, dass man nach dem Eingriff beschwerdefrei ist. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt von der Stärke und Dauer der Beschwerden und dem Risiko für Komplikationen ab – sowie davon, wie gut es gelingt, die Beschwerden durch andere Maßnahmen in den Griff zu bekommen.

Gut zu wissen:

Wenn Divertikel immer wieder oder dauerhaft Probleme machen, sind verschiedene Maßnahmen möglich – etwa eine Ernährungsumstellung oder Medikamente. Der Text „Wie werden chronische Beschwerden durch Divertikel behandelt?“ informiert dazu.

Es kann sein, dass Ärztinnen und Ärzte unterschiedliche Empfehlungen geben. Sich ausführlich über die Vor- und Nachteile der Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und sich bei Zweifeln eine zweite Meinung einzuholen, kann helfen, sich zu entscheiden.

Wann kommt bei einer akuten Divertikulitis eine OP infrage?

Bei einer akuten Entzündung von Divertikeln (Divertikulitis) ist meist keine Operation notwendig. Es gibt aber Ausnahmen: So wird ein Eingriff unumgänglich, wenn sich durch die Entzündung Eiteransammlungen (Abszesse) gebildet haben und die Behandlung mit nicht erfolgreich war. Dann geht es darum, schwere Komplikationen wie einen Darmdurchbruch (Perforation) zu vermeiden, der zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) und einer (umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt) führen kann.

Die Operation kann trotz erfolgreicher Behandlung mit Antibiotika sinnvoll sein, um einen zu vermeiden. Denn wenn sich ein größerer gebildet hat, kommt es bei etwa der Hälfte der Betroffenen im Laufe weniger Jahre wieder zu einer Divertikulitis, teilweise mit ernsten Komplikationen. Die Operation ist etwa sechs Wochen nach Ende der Behandlung möglich.

Ob ein Eingriff sinnvoll ist, hängt auch davon ab, ob andere Krankheiten bestehen. Ein höheres Risiko für schwere Komplikationen durch eine Divertikulitis haben beispielsweise Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer chronischen Nierenerkrankung.

Wann kommt bei einer chronischen Divertikelkrankheit eine OP infrage?

Manchmal bilden sich infolge wiederholter Entzündungen Fisteln (röhrenartige Verbindungen zwischen zwei Organen) oder Verengungen (Stenosen). Da Fisteln das Risiko für Komplikationen erhöhen, wird in der Regel empfohlen, sie zu operieren. Ob ein Eingriff bei einer Stenose sinnvoll ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Verengung ist.

In allen anderen Situationen ist das Ziel vor allem, die alltäglichen Beschwerden wie Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme zu lindern.

Bei einer wiederkehrenden Divertikulitis, die dauerhafte Probleme macht, kann eine Operation die Beschwerden lindern und das Risiko für erneute Entzündungen senken. Darauf weisen Studien hin. Der Eingriff hat aber nur wenig Einfluss auf mögliche Komplikationen. Denn Studien zeigen, dass nach der ersten Divertikulitis das Komplikationsrisiko am höchsten ist – mit weiteren Schüben sinkt es deutlich. Nach dem fünften Schub liegt es bei unter 1 %.

Bei der symptomatischen unkomplizierten Divertikelkrankheit (SUDD) ist unklar, welche Vor- und Nachteile ein Eingriff hat. Daher raten Fachleute von einer Operation ab. Bei der SUDD bestehen dauerhafte oder wiederkehrende Beschwerden wie Schmerzen, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten.

Wie wird operiert?

Das gängigste Operationsverfahren bei der Divertikelkrankheit ist die Sigma-Resektion. Das Sigma ist der Abschnitt des Dickdarms vor dem . Da der Druck des Stuhlgangs auf den Darm in diesem Abschnitt am höchsten ist, entstehen dort die meisten Divertikel. Bei der Operation werden das Sigma sowie ein kleiner Teil des Mastdarms entfernt. Anschließend werden die Enden des Darms wieder zusammengenäht. Da Divertikel auch in anderen Teilen des Darms sitzen können, ist es meist nicht möglich, alle Divertikel zu entfernen.

In der Regel wird per Bauchspiegelung (Laparoskopie) operiert, manchmal auch über einen großen Bauchschnitt.

Vor dem Eingriff muss der Darm vollständig entleert sein. Dazu muss man am Tag vor dem Eingriff etwa 1 Liter Abführmittel und 2 bis 3 Liter Wasser trinken. Zusätzlich kann ein Einlauf verabreicht werden. Dies ist wichtig, damit während des Eingriffs kein Darminhalt in den Bauchraum austritt.

Die vereinfachte anatomische Grafik zeigt eine Sigma-Resektion, das häufigste Operationsverfahren bei chronischer Divertikelkrankheit

Welche Risiken hat eine Operation?

Bei der Operation kann es zu Verletzungen am Darm oder an benachbarten Organen kommen. Zudem können sich nach dem Eingriff im Bauchraum bilden, die Schmerzen oder Verdauungsprobleme hervorrufen können.

Es kann passieren, dass kurze Zeit nach dem Eingriff die undicht wird, die die beiden Darmenden zusammenhält (Anastomoseninsuffizienz). Durch eine undichte kann Darminhalt in den Bauchraum austreten und dort zu gefährlichen Entzündungen führen. Eine undichte entsteht bei etwa 3 von 100 Operationen.

Bei jeweils 100 Operationen kommt es außerdem etwa zu:

  • 2 Abszessen
  • 4 Wundinfektionen
  • 3 größeren Blutungen

Zudem bestehen die üblichen Operationsrisiken wie Probleme durch die , Lungenentzündungen oder Thrombosen.

Wie wird bei einer Bauchfellentzündung operiert?

Aus einer komplizierten Divertikulitis kann sich eine Bauchfellentzündung entwickeln. Dabei kann sich Eiter im Bauchraum ausbreiten, was zu einer (Blutvergiftung) führen kann. In diesem Notfall muss schnell operiert werden.

Bei einer Bauchfellentzündung wird zunächst nur der Bauchraum gespült und ein vorübergehender künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt. Bis die vollständig abgeheilt ist, dauert es meist einige Monate. Erst dann ist eine Sigma-Resektion möglich. Dann kann auch der künstliche Darmausgang wieder geschlossen werden.

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Aktualisiert am 07. Januar 2026

Nächste geplante Aktualisierung: 2029

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