Ich spreche mit anderen Männern offen über die Früherkennung

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Horst, 67 Jahre

„Manche empfinden die Tastuntersuchung und den Ultraschall als unangenehm. Ich habe da bereits Erfahrungen, da ich durch eine chronische Erkrankung Entzündungen im Analbereich hatte und es macht mir nicht mehr so viel aus.“

Ich hatte vor einigen Jahren Probleme mit häufigem Wasserlassen. Das wollte ich mit einem Urologen besprechen. Dieser hat dann eine Prostatavergrößerung festgestellt. Im Zusammenhang mit dieser Untersuchung haben wir die Früherkennungsuntersuchungen auf Prostatakrebs besprochen.

Ich interessiere mich generell für medizinische Themen und hatte mich schon vorher erkundigt, da es ja ab einem bestimmten Alter Früherkennungsuntersuchungen gibt. Der Arzt hat mir dann unter anderem auch den PSA-Test empfohlen. Es war nach meinen Vorrecherchen auch mein Wunsch, diesen Test durchzuführen.

Der PSA-Wert war bei mir im Normbereich. Ich weiß, dieser Test ist umstritten. Aber ich denke schon, dass er für mich sinnvoll ist. Das Ergebnis des PSA-Tests steht ja nicht allein da, sondern mein Arzt macht auch ergänzend eine Tastuntersuchung und einen Ultraschall.

Meine Frau ist Vorbild für mich

Ich mache mir schon Gedanken über ein mögliches auffälliges Ergebnis dieser Untersuchungen, aber ich gehe jetzt viel gelassener und offener mit so etwas um als früher. Meine Frau hatte Brustkrebs. Und sie hatte die ganze Zeit eine sehr positive Einstellung zum Leben. Ich schätze ihre Haltung sehr und habe sehr viel von ihr gelernt. Sie ist mir ein Vorbild. Wenn es ein auffälliges Ergebnis geben würde, dann müsste ich versuchen, das Beste daraus zu machen. Ich werde bald 70 und habe gelernt, dass mein Leben begrenzt ist.

Ich spreche mit meiner Frau über die Untersuchungen. Damit gehen wir nach der Krebserkrankung meiner Frau viel offener um als vorher. Wir reden auch mit unseren Kindern über diese Dinge. Wir versuchen, diese Offenheit auch an sie weiter zu geben.

Manche empfinden die Tastuntersuchung und den Ultraschall als unangenehm. Ich habe da bereits Erfahrungen, da ich durch eine chronische Erkrankung Entzündungen im Analbereich hatte und es macht mir nicht mehr so viel aus. Aber es ist schon schwierig, besonders wenn man mit dem Gedanken hingeht, dass die Untersuchung unangenehm ist. Dann ist man eher verspannt und das ist dann nicht so angenehm. Es ist eine unangenehme Berührung und ich finde es auch nicht gut, wenn eine Arzthelferin während der Untersuchung im Raum ist. Also da nimmt der , bei dem ich bin, Rücksicht und schickt die Arzthelferin immer aus dem Raum.

Ich finde, das Verhalten der Ärzte ist ganz entscheidend! Es gibt Ärzte, die sind empfindsam und es gibt Ärzte, die sollten sprichwörtlich lieber im Schlachthaus arbeiten. Wenn ich mit einem Arzt nicht zurechtkomme, ich mit seiner Arbeitsweise nicht zufrieden bin oder er mir unsympathisch ist, dann gehe ich einfach zu einem anderen. Dann wechsle ich die Praxis, wenn ich mich nicht angenommen fühle.

Mein Arzt und ich, wir unterhalten uns bei den Untersuchungen und zur Auswertung der Ergebnisse machen wir immer einen Termin. Mein Arzt ist sehr offen und das ist sehr wichtig für mich. Er weist mich auch auf kritische Aspekte von Untersuchungen hin, auch dass er mich bei Unsicherheiten in ein spezielles Zentrum überweisen würde. Er erklärt mir auch die Untersuchungen. Ich vertraue ihm. Ein Arzt, der nicht mit mir redet und nicht auf meine Fragen eingeht, der würde für mich nicht infrage kommen.

Unter Kollegen haben wir uns ausgetauscht

Ich weiß, dass viele Männer von diesen Untersuchungen keinen Gebrauch machen, aber ich habe im Kollegenkreis immer dafür geworben, die Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch zu nehmen. Wir haben uns diesbezüglich auch untereinander ausgetauscht. Ich rede offen über solche Dinge.

Ich hatte vor ein paar Jahren ein sogenanntes Burnout-Syndrom. Das hat mich sehr erschüttert und mich in meiner Lebenseinstellung sehr verändert. Seitdem gehe ich mit solchen Dingen viel offener um und rede darüber. Ich habe danach einfach mehr Verantwortung für mich übernommen. Für mich ist es wichtig, für seinen Körper Sorge zu tragen und dies nicht nur den Ärzten zu überlassen oder irgendwelchen Zufallserscheinungen.

Ich finde es wichtig, dass man sich informiert und auf das Gespräch mit dem Arzt vorbereitet und sich aktiv einbringt. Das ist für mich ein Zeichen, dass man sich und die eigene Gesundheit wertschätzt.

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

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Aktualisiert am 26. Februar 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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