Für mich war klar, dass ich keinen PSA-Test machen lasse

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PantherMedia / Cathy Yeulet

Jörg, 58 Jahre

„Für mich ist es immer ein Hinweis, wenn die Kosten für eine medizinische Leistung nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden: dass dann diese Untersuchung meiner Meinung nach auch nicht erforderlich ist und vermutlich nicht als gut genug angesehen wird.“

Über meinen Beruf habe ich das erste Mal von Früherkennungsuntersuchungen auf Prostatakrebs erfahren. Später hat mich ein Arzt bei einer Routineuntersuchung darauf hingewiesen, dass ich mal zu einem Urologen gehen und meine Prostata untersuchen lassen könnte.

Das habe ich dann auch gemacht. Der meinte, dass er einen PSA-Test bei mir machen würde, aber das wäre eine „individuelle Gesundheitsleistung“, die ich selber bezahlen müsste. Ich bin grundsätzlich gegen diese . Das habe ich diesem Arzt auch gesagt.

Über den PSA-Test habe ich mich informiert

Ich habe dann noch zwei andere Ärzte dazu befragt. Sie haben mich gefragt, ob ich schon mal eine Erkrankung an der Prostata hatte oder Beschwerden habe. Dies hatte ich nicht und beide haben mir gesagt, dass ich den PSA-Test nicht machen lassen sollte. Die Prostata kann auch anders untersucht werden, ohne dass ich dafür bezahlen muss. Damit war für mich klar, dass ich keinen PSA-Test machen lasse.

Der hatte mir noch weitere empfohlen. Wie schon gesagt, ich bin kein Fan dieser Leistungen. Zu diesem Arzt bin ich bis heute nicht mehr gegangen und habe auch anderen Personen abgeraten, diesen Arzt aufzusuchen.

Ich habe vor einiger Zeit in Zeitungen gelesen, dass die oft nicht erforderlich sind. Dazu habe ich dann einen befreundeten Arzt befragt, der mir dies bestätigt hat. Das hat mich in meiner Skepsis bestärkt.

Der Arzt, der mir damals den PSA-Test empfohlen hat, hat mir die anderen beiden Möglichkeiten der Tastuntersuchung, die ja von der Krankenkasse übernommen wird, und des Ultraschalls der Prostata gar nicht angeboten. Diese Untersuchungen habe ich dann von einem befreundeten Mediziner machen lassen und beide Ergebnisse waren unauffällig. Wenn in einer dieser Untersuchungen auffällige Ergebnisse herausgekommen wären, hätte ich immer noch einen PSA-Test machen lassen können.

Die Untersuchungen waren nicht unangenehm

Um die möglichen Ergebnisse dieser Früherkennungsuntersuchungen mache ich mir keine Sorgen. Wenn es so ist, dann ist es so. Darüber mache ich mir keine Gedanken. Die Tastuntersuchung und der Ultraschall waren auch nicht unangenehm und liefen schnell ab. Ich kannte ja den Arzt und das war sicher von Vorteil.

Ich bin nach wie vor von meiner Entscheidung gegen den PSA-Test überzeugt. Für mich ist es immer ein Hinweis, wenn die Kosten für eine medizinische Leistung nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden: dass dann diese Untersuchung meiner Meinung nach auch nicht erforderlich ist und vermutlich nicht als gut genug angesehen wird. Ich finde, dass viele Untersuchungen unnötig gemacht werden. Oft sind die Preise für die bei verschiedenen Ärzten unterschiedlich. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Ärzte mit diesen Leistungen gar kein medizinisches Interesse verbinden, sondern eher ein finanzielles. Das schreckt mich eher ab.

Ich finde, wer gern einen PSA-Test machen lassen will, der sollte sich bei mehreren Ärzten erkundigen, was der Test kostet und nochmal fragen, ob er wirklich erforderlich ist.

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

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Aktualisiert am 26. Februar 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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