Einleitung

Foto von Mann beim Schneiden einer Hecke (PantherMedia / Claudia Paulussen) Durch die Hauptschlagader gelangt das sauerstoffreiche Blut aus dem Herzen in den Körper. Den Teil der Hauptschlagader, der in der Bauchhöhle verläuft, nennt man Bauchschlagader (Bauchaorta). Sie hat normalerweise einen Durchmesser von etwa 2 cm.

Wenn sich die Bauchschlagader an einer Stelle ausdehnt und eine Ausbuchtung mit einem Durchmesser von mehr als 3 cm bildet, spricht man von einem Aneurysma der Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma).

Wer solch ein Aneurysma hat, merkt dies normalerweise nicht. Der Grund: Es verursacht in der Regel keine Beschwerden. Die meisten Aneurysmen bleiben harmlos.

Wenn sich ein Aneurysma jedoch weiter ausdehnt, besteht die Gefahr, dass die Bauchschlagader unerwartet reißt. Dies ist ein Notfall und lebensbedrohlich.

Symptome

Die meisten Aneurysmen der Bauchschlagader verursachen keine Beschwerden und bleiben deshalb oft unerkannt.

Größere Aneurysmen können sich durch Rücken- oder Bauchschmerzen bemerkbar machen oder durch Schmerzen in der Seite. Dann kann es auf der Suche nach der Ursache der Schmerzen entdeckt werden.

Wenn die Bauchschlagader reißt, tritt ein plötzlicher Schmerz im Rücken auf, der in die Seite oder in die Leiste ausstrahlt. Durch den Riss kommt es zu einem großen Blutverlust, der zu Schwindel, Bewusstlosigkeit und schließlich zu einem Kreislaufzusammenbruch führt.

Ursachen

Ein Aneurysma der Bauchschlagader kann entstehen, wenn die Elastizität der Gefäßwand nachlässt, zum Beispiel durch den normalen Alterungsprozess, durch Rauchen oder weil das Gefäß stark beansprucht wird, etwa aufgrund von Bluthochdruck. Wenn sich an einer Stelle der Gefäßwand erst einmal eine Ausbuchtung gebildet hat, neigt die Gefäßwand dazu, sich weiter zu dehnen, sodass sich das Aneurysma vergrößert.

 

Grafik: Bauchschlagader und ausgebuchtete Gefäßwand (Aneurysma) - wie im Text beschriebenBauchschlagader und ausgebuchtete Gefäßwand (Aneurysma)

Risikofaktoren

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für ein Aneurysma der Bauchschlagader erhöhen:

  • Geschlecht: Männer entwickeln häufiger ein Aneurysma der Bauchschlagader als Frauen.
  • Alter: Das Risiko nimmt mit dem Alter zu. Die meisten Menschen mit einem Aneurysma der Bauchschlagader sind über 65 Jahre alt.
  • Rauchen: Rauchen ist der bedeutendste Risikofaktor, den man selbst beeinflussen kann.
  • Bluthochdruck: Wer Bluthochdruck hat, entwickelt häufiger ein Aneurysma.
  • Blutfette: Erhöhte Blutfette machen ein Aneurysma wahrscheinlicher.
  • genetische Veranlagung: Wer nahe Verwandte mit einem Aneurysma der Bauchschlagader hat oder eine weiße Hautfarbe, hat ebenfalls ein höheres Risiko.

Häufigkeit

Etwa 2 % aller Männer zwischen 65 und 75 Jahren haben ein Aneurysma der Bauchschlagader. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Frauen entwickeln deutlich seltener ein Aneurysma der Bauchschlagader.

Verlauf

Aneurysmen dehnen sich normalerweise langsam weiter aus. Die meisten Aneurysmen machen aber nie Beschwerden und bleiben lebenslang harmlos.

Nur ein Teil aller Aneurysmen wird so groß, dass ein höheres Risiko für einen plötzlichen Riss besteht. Bei einem Riss tritt viel Blut in den Bauchraum – das ist ein Notfall und lebensbedrohlich. Das Risiko für einen Riss ist höher, wenn das Aneurysma schnell wächst oder mindestens 5,5 cm groß ist. Nach groben Schätzungen reißt ein Aneurysma der Bauchschlagader mit einer Größe von über 5,5 cm bei etwa 3 bis 6 von 100 Männern innerhalb eines Jahres.

Diagnose

Aneurysmen der Bauchschlagader lassen sich durch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches erkennen. Dabei wird der Durchmesser der Bauchschlagader bestimmt. Ab einer Ausbuchtung von 3 cm spricht man von einem Aneurysma.

Früherkennung

Durch eine Ultraschalluntersuchung können große Aneurysmen früh erkannt werden. Diese können dann operiert werden, bevor sie reißen. Werden kleinere Ausbuchtungen gefunden, kann regelmäßig kontrolliert werden, ob und wie schnell sie sich ausdehnen.

Es ist belegt, dass die Früherkennungsuntersuchung bei Männern ab 65 Jahren das Risiko verringert, dass ein Aneurysma reißt und sie sterben. Die Früherkennung hat jedoch auch Nachteile: Es werden Aneurysmen entdeckt und eventuell operiert, die nie gesundheitliche Probleme bereitet hätten. Solche Befunde nennt man Überdiagnosen. Außerdem kann der operative Eingriff selbst schwere Komplikationen verursachen. Das Wissen, ein Aneurysma zu haben, kann zudem sehr belastend sein.

Für Frauen gibt es nur eine gute Studie zur Früherkennungsuntersuchung von Aneurysmen. Sie zeigt für Frauen keine Vorteile.

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Behandlung

Ob und welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vor allem von der Größe eines Aneurysmas, seiner Entwicklung und dem allgemeinen Gesundheitszustand einer Person ab. Kleinere Aneurysmen der Bauchschlagader mit einem Durchmesser von weniger als 5,5 cm werden gewöhnlich regelmäßig beobachtet. Rauchern wird außerdem empfohlen, mit dem Rauchen aufzuhören, weil es das Wachstum des Aneurysmas fördert. Bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten wird dazu geraten, diese behandeln zu lassen. Ob Medikamente das Wachsen eines Aneurysmas bremsen und das Risiko für einen Riss tatsächlich verringern können, ist jedoch nicht geklärt.

Wenn ein hohes Risiko besteht, dass ein Aneurysma reißt, ist ein operativer Eingriff die einzige Möglichkeit der Vorbeugung. Es gibt zwei Verfahren, um ein großes Aneurysma zu operieren:

  • offene Operation über einen Bauchschnitt: Dabei wird das Aneurysma geöffnet und durch ein künstliches Gefäßstück ersetzt.
  • endovaskulärer Eingriff über einen kleinen Schnitt in der Leiste: Durch den Schnitt wird ein Röhrchen (Stent-Prothese) in eine Arterie eingeführt, bis in das Aneurysma vorgeschoben und in die Ausbuchtung eingesetzt.

Beide Verfahren bringen Risiken mit sich. Ob ein operativer Eingriff sinnvoll ist, ist eine individuelle Abwägung: Auf der einen Seite stehen die Risiken, auf der anderen Seite die Gefahr, dass ein Aneurysma reißt.

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Rehabilitation

Eine offene Operation an der Bauchschlagader ist ein großer Eingriff. Daher schließt sich an diese Behandlung häufig eine Rehabilitation an. Ziel ist es, die Folgen des Eingriffs zu vermindern und die Lebensqualität zu verbessern. Eine Rehabilitation gibt einem die Möglichkeit, Alltagsaktivitäten langsam wieder aufzunehmen und so leichter in sein gewohntes Leben zurückzufinden.

Leben und Alltag

Die Diagnose „Aneurysma der Bauchschlagader“ kann unterschiedliche und auch widersprüchliche Gefühle auslösen. Manche Menschen sind froh, dass ihr Aneurysma erkannt wurde – die Kontrolluntersuchungen geben ihnen ein Gefühl der Sicherheit.

Andere hätten im Nachhinein lieber nicht von dem Aneurysma erfahren. Denn dieses Wissen kann Angst auslösen und verunsichern.

Viele leben fortan in dem Bewusstsein, dass ihr Leben gefährdet ist. Beschwerden wie Bauchschmerzen können beängstigend sein: Sie werden dann häufig mit dem Aneurysma in Verbindung gebracht, auch wenn kein Zusammenhang besteht. Außerdem schränken viele Menschen aus Sorge vor einem Riss ihren Alltag ein. Sie werden vorsichtiger und meiden körperliche Belastungen.