Äußerliche Behandlung bei Psoriasis vulgaris

Foto vom Frau bei der äußerlichen Behandlung mit Salbe (PantherMedia / innovatedcaptures) Bei den meisten Menschen mit leichter Schuppenflechte lassen sich die Hautveränderungen äußerlich gut behandeln. Als wirksam und gut verträglich haben sich Kortisonpräparate und Vitamin-D3-Abkömmlinge zum Auftragen erwiesen.

Eine Psoriasis vulgaris kann mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut, mit einer Lichttherapie oder mit Medikamenten zum Einnehmen oder Spritzen behandelt werden. Bei leichter bis mittelschwerer Schuppenflechte reicht oft eine äußerliche (topische) Behandlung aus. Dabei werden die Wirkstoffe zum Beispiel als Salbe, Creme, Lösung oder Schaum auf die veränderten Hautstellen (Psoriasis-Plaques) aufgetragen. In welcher Form der Wirkstoff verwendet wird, hängt unter anderem vom Anwendungsort und dem Hautzustand ab.

Manche Menschen setzen die Mittel nur während eines Krankheitsschubs ein, andere als Langzeitbehandlung. Dabei werden die betroffenen Hautstellen auch in Zeiten behandelt, in denen sich die Schuppenflechte ruhig verhält. Dies soll weiteren Krankheitsschüben vorbeugen. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, werden kortisonhaltige Präparate dabei nicht täglich aufgetragen, sondern nur an zwei Tagen in der Woche – zum Beispiel immer am Wochenende.

Unabhängig davon wird empfohlen, die Haut immer gut zu pflegen, etwa mit rückfettenden Salben oder Cremes. Diese dauerhafte Basistherapie soll die Haut vor dem Austrocknen schützen und Juckreiz lindern.

Behandlung mit Kortisonpräparaten

Kortison ist ein bestimmter Wirkstoff aus der Gruppe der Glukokortikoide. Der Begriff Kortison wird umgangssprachlich aber oft auch für andere Wirkstoffe aus dieser Medikamentengruppe verwendet, wie zum Beispiel Betamethasonvalerat, Mometason oder Prednicarbat. Im Folgenden fassen wir sie als „Kortisonpräparate“ zusammen.

Kortisonpräparate hemmen die Entzündungsreaktionen in der Haut und die stark beschleunigte Vermehrung der Hautzellen. Die Mittel werden zum Beispiel als Creme, Lösung oder Salbe eingesetzt – zur Behandlung der Kopfhaut auch als Schaum oder Shampoo.

Kortisonpräparate unterscheiden sich in ihrer Stärke deutlich und werden in vier Klassen unterteilt:

  • schwache Kortisonpräparate (Klasse I)
  • mittelstarke Kortisonpräparate (Klasse II)
  • starke Kortisonpräparate (Klasse III)
  • sehr starke Kortisonpräparate (Klasse IV)

Hautstellen mit starker Schuppung sowie Psoriasis an der behaarten Kopfhaut benötigen oft eine Behandlung mit einem starken oder sehr starken Kortisonpräparat. An empfindlichen Körperstellen, zum Beispiel im Gesicht oder in den Hautfalten, werden schwächere Kortisonpräparate oder andere Wirkstoffe eingesetzt. In der Regel bessern sich die Beschwerden ein bis zwei Wochen nach Beginn der Therapie.

Zur Behandlung von Psoriasis-Schüben werden häufig stärkere Präparate wie Mometason eingesetzt. Sie werden in der Regel drei Wochen lang ein- oder zweimal täglich auf die veränderten Hautstellen aufgetragen, danach schrittweise seltener: in der vierten Woche beispielsweise nur jeden zweiten, in der fünften Woche nur jeden dritten Tag. Die Kortisonbehandlung wird schrittweise beendet, weil die Schuppenflechte nach einem plötzlichen Absetzen zurückkommen kann.

In Studien haben sich starke Kortisonpräparate als wirksam erwiesen. Ein paar Wochen nach Beginn der Behandlung zeigte sich:

  • Ohne Kortisonpräparat hatten etwa 10 von 100 Personen keine oder kaum sichtbare Psoriasis-Plaques.
  • Mit Kortisonpräparat hatten ungefähr 45 von 100 Personen keine oder kaum sichtbare Psoriasis-Plaques.

Das bedeutet, dass das Kortisonpräparat die Psoriasis bei 35 von 100 Menschen deutlich linderte.

 

Grafik: Wie oft eine äußerliche Behandlung mit starkem Kortison bei Schuppenflechte hilft - wie im Text beschrieben

 

Wenn die Behandlung mit einem starken Kortisonpräparat nicht ausreicht, kann das sehr starke Kortikoid Clobetasol ausprobiert werden. Es half in Studien noch besser als starke Kortisonpräparate der Klasse III.

Nebenwirkungen sind selten

Viele Menschen sind misstrauisch gegenüber Kortisonpräparaten und haben Angst vor Nebenwirkungen wie zum Beispiel dünner werdender Haut. Bei vorübergehender Anwendung kommt es aber nur selten dazu: In Studien wurde die Haut von 1 bis 2 von 100 Menschen infolge der Kortisonbehandlung dünner, vor allem wenn sie sehr starke Präparate verwendeten. Wegen Nebenwirkungen brach aber niemand die Behandlung ab.

Manche Menschen haben Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Stoffwechselstörungen oder Bluthochdruck und wenden die Kortisonsalbe oder -creme nicht in ausreichender Menge oder lange genug an. Bei einer äußerlichen Kortisonbehandlung und sachgemäßer Anwendung ist das Risiko für ernsthafte Nebenwirkungen aber extrem gering.

Calcipotriol

Calcipotriol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamin-D3-Abkömmlinge. Andere Mittel aus dieser Gruppe sind Calcitriol und Tacalcitol. Sie werden aber eher selten eingesetzt.

Chemisch gesehen ist Calcipotriol mit dem Vitamin-D3 verwandt und den Kortisonpräparaten ähnlich. Er wird ein- oder zweimal pro Tag als Creme, Gel, Salbe oder Lösung auf die Haut aufgetragen. Dabei sollen nicht mehr als 30 % der Körperoberfläche mit dem Mittel behandelt werden.

Auch Calcipotriol hat sich in Studien als wirksame Behandlung erwiesen. Auf der Kopfhaut ist es nach aktuellem Wissen jedoch etwas weniger wirksam als starke Kortisonpräparate. Außerdem löst es häufiger örtliche Nebenwirkungen wie Brennen oder Juckreiz aus.

Möglich ist es zudem, Vitamin-D3-Abkömmling und Kortison miteinander zu kombinieren, falls die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff nicht ausreicht. Es gibt auch Fertigpräparate, die Calcipotriol und Betamethason enthalten.

Andere äußerliche Behandlungen

Dithranol und Steinkohleteer

Ältere Mittel zur äußerlichen Behandlung von Psoriasis wie Dithranol und Steinkohleteer werden nur noch selten eingesetzt. Ein Grund dafür ist, dass sie weniger anwendungsfreundlich sind als Kortison oder Calcipotriol: Zum einen können sich Haut und Kleidung verfärben, zum anderen finden viele Menschen den Geruch von Steinkohleteer sehr unangenehm. Dithranol wird in der stationären Behandlung aber noch oft angewendet.

Calcineurin-Inhibitoren: Pimecrolimus und Tacrolimus

Tritt die Schuppenflechte an empfindlichen Stellen wie im Gesicht, in den Leisten oder unter den Achseln auf, werden als Alternative zu Kortisonpräparaten manchmal sogenannte Calcineurin-Inhibitoren eingesetzt. Zu dieser Medikamentengruppe gehören Cremes und Salben mit den Wirkstoffen Pimecrolimus und Tacrolimus. Tacrolimus ist der stärkere der beiden Wirkstoffe.

Im Gegensatz zu Kortison haben Calcineurin-Inhibitoren keine hautverdünnende Wirkung. Sie wurden jedoch zur Behandlung von Neurodermitis entwickelt und sind nicht zur Therapie von Psoriasis zugelassen. Daher müssen bei der Anwendung besondere Bedingungen beachtet werden. Unter anderem ist es wichtig, vorher zu klären, ob die Krankenkasse die Kosten der Therapie übernimmt.

Die Wirksamkeit von Calcineurin-Inhibitoren bei Psoriasis ist wissenschaftlich zudem noch nicht gut untersucht. Ob sie vergleichbar gut helfen wie Kortisonpräparate, lässt sich daher noch nicht sicher sagen.

Wahl des geeigneten Medikaments

Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von vielen Faktoren ab. Bisherige Studien zeigen, dass eine äußerliche Behandlung mit Kortison am besten wirkt und dabei gut verträglich ist. Deshalb beginnt man eine Psoriasis-Behandlung in der Regel mit einem Kortisonpräparat.

Wenn eine Psoriasis länger als einige Wochen behandelt werden soll und man mögliche langfristige Nebenwirkungen von Kortison vermeiden möchte, kann eine Behandlung mit einem anderen Wirkstoff wie etwa Calcipotriol sinnvoller sein.