Einleitung

Foto von kleinem Jungen, der über eine Wiese läuft (PantherMedia / Arne Trautmann) Asthma bronchiale ist eine Erkrankung, bei der die Atemwege kurzzeitig oder auch dauerhaft so verengt sein können, dass man schlecht Luft bekommt. Typisch für Asthma sind Anfälle mit „pfeifendem“ Atem, Husten und Atemnot. Wenn Asthma nicht angemessen behandelt wird, kann es mit der Zeit dazu führen, dass die Lunge schlechter Sauerstoff aufnimmt und die körperliche Belastbarkeit nachlässt.

Asthma verschlechtert sich aber nicht automatisch. Mit bestimmten Medikamenten und unterstützenden Maßnahmen lässt sich Asthma heute gut behandeln. Den meisten Menschen mit Asthma ist es deshalb möglich, ihre Erkrankung unter Kontrolle zu bekommen und ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu führen. Dazu ist es wichtig zu verstehen, was man selbst tun kann und herauszufinden, welche Art der Behandlung im persönlichen Fall am besten geeignet ist.

Symptome

Bei Kindern macht sich Asthma in der Regel durch Husten und eine leicht pfeifende oder brummende Atmung bemerkbar. Andere typische Krankheitszeichen zeigen sich meist noch nicht. Bei Jugendlichen und Erwachsenen äußert sich Asthma durch folgende Beschwerden:

  • Atemnot (oft anfallsartig)
  • Kurzatmigkeit bei Belastung
  • geräuschvolle (Aus-)Atmung (Giemen, Pfeifen, Brummen)
  • Engegefühl in der Brust
  • Husten und / oder Hustenreiz

Die Beschwerden treten meist anfallsartig auf, häufig auch nachts. Dies ist einer der Gründe, warum sich manche Menschen mit dieser chronischen Erkrankung oft müde und abgeschlagen fühlen. Bei einem Asthma-Anfall kann sich eine zunächst nur leicht erschwerte Atmung bis zu ernsthafter Atemnot steigern.

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Ursachen und Risikofaktoren

Asthma tritt in einigen Familien häufiger auf als in anderen, was auf ein gewisses familiäres Risiko schließen lässt. Weitere Risikofaktoren für Kinder, an Asthma zu erkranken, sind zum Beispiel andere allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Neurodermitis in der Familie oder beim Kind selbst sowie ein unterdurchschnittliches Geburtsgewicht. Jungen erkranken häufiger an Asthma als Mädchen. Es gibt einen wichtigen Risikofaktor, der vermeidbar ist: das Rauchen der Eltern.

Wenn es zu asthmatischen Beschwerden kommt, kommen zwei Dinge zusammen: Bei Menschen mit Asthma neigt das Immunsystem dauerhaft zu einer übersteigerten Abwehrreaktion. Dieser Hang zum „Übereifer“ macht sich aber erst bemerkbar, wenn die Schleimhäute, die die Bronchien von innen auskleiden, Kontakt zu bestimmten Reizen haben. Diese werden als Auslöser (englisch: trigger) bezeichnet.

Je nach Auslöser unterscheiden Fachleute zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma.

  • Allergisches Asthma wird auch „extrinsisch“ genannt, weil die Auslöser mit der Luft eingeatmet werden. Verschiedene Menschen können auf ganz unterschiedliche Reize reagieren. Dazu zählen zum Beispiel Tabakrauch (aktives und passives Rauchen), Pflanzenpollen, Tierhaare, Exkremente von Hausstaubmilben, Nahrungsbestandteile, aber auch kalte Luft, Parfüms, Abgase oder bestimmte Chemikalien.
  • Nicht-allergisches Asthma (auch „intrinsisch“ genannt) wird durch Reize ausgelöst, die aus dem Körper selbst kommen. Dazu zählen vor allem bakterielle oder virale Entzündungen der Atemwege. Eine spezielle Form ist das Analgetika-Asthma. Es wird durch die Einnahme bestimmter Schmerzmittel (Analgetika) ausgelöst. Dazu gehören Acetylsalicylsäure (ASS) und andere Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Bei manchen Menschen lösen körperliche oder seelische Belastungen, die den Atem beschleunigen, asthmatische Beschwerden aus.

Bei vielen Menschen können auch innere und äußere Faktoren zusammenspielen, so dass eine klare Abgrenzung zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma nicht immer möglich ist. Die Folgen für die Lunge und Atmung sind aber ohnehin sehr ähnlich:

  • Zellen des Abwehrsystems (Immunsystems) in der Bronchialschleimhaut werden aktiviert,
  • die Muskulatur um die Atemwege verkrampft sich,
  • die Schleimhäute der Atemwege entzünden sich und schwellen an,
  • es bildet sich häufig besonders zäher Schleim.

Durch die Verkrampfung der Muskulatur, die Schleimhautschwellung und die Schleimbildung verengen sich die Atemwege mehr und mehr, bis schließlich ein Asthma-Anfall auftreten kann.

 

Grafik: Aufbau der Lungen-Atemwege; gesunde und durch Asthma verengte Bronchien - wie im Text beschriebenAufbau der Lungen-Atemwege; gesunde und durch Asthma verengte Bronchien

 

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Häufigkeit und Verlauf

Etwa 10 % der Kinder und 5 % der Erwachsenen in Deutschland haben Asthma. Es ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern.

Obwohl Asthma eine chronische Erkrankung ist, verläuft sie unterschiedlich und führt auch nicht automatisch zu immer stärkeren Beschwerden. Manche Kinder oder Jugendliche haben später als Erwachsene kaum noch oder gar keine Beschwerden. Bei anderen dagegen bleiben sie bestehen oder verstärken sich. Viel hängt davon ab, wie gut man den auslösenden Reiz vermeiden kann, wie gut das Asthma behandelt wird und wie man selbst mit der Erkrankung umgeht. Bestimmte Medikamente und unterstützende Maßnahmen können helfen, ein nahezu normales Leben zu führen.

Asthma kann in jedem Lebensalter erstmals auftreten. Häufig fällt Asthma aber zuerst im Kindes- oder Jugendalter auf. Menschen mit Asthma haben oft schon zuvor mit Allergien Probleme: etwa mit Heuschnupfen, allergischer Bindehautentzündung oder Neurodermitis. Ihre Beschwerden können sich daher je nach Jahreszeit oder anderen äußeren Einflüssen verändern oder auch für einige Zeit oder sogar ganz verschwinden. Manchmal treten dann andere allergische Beschwerden wieder in den Vordergrund. Bei Erwachsenen bedeutet eine längerfristige Beschwerdefreiheit allerdings noch keine Heilung.

Diagnose

Ob Asthma oder eine andere Erkrankung für Atembeschwerden verantwortlich ist, können Ärztinnen und Ärzte erst feststellen, wenn sie die Schilderungen ihrer Patienten und die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen zusammen betrachten. Die wichtigsten Diagnosemethoden bei Verdacht auf Asthma sind:

  • Ein ausführliches Gespräch (Anamnese): Darin geht es unter anderem um die Art der Beschwerden, die Krankheitsgeschichte und das Lebensumfeld.
  • Eine körperliche Untersuchung: Neben dem allgemeinen gesundheitlichen Zustand werden die Funktionen von Lunge, Herz und Kreislauf überprüft.

Mithilfe von Lungenfunktionstests (Peak-Flow-Messung und / oder Spirometrie) lässt sich darstellen, wie leistungsfähig die Lunge ist. Das Peak-Flow-Meter misst die Geschwindigkeit des Luftstroms beim Ausatmen. Bei der Spirometrie werden die Geschwindigkeit des Luftstroms bei der Ausatmung und die Menge der ausgeatmeten Luft gemessen.

Weitere Untersuchungen können nötig werden, um die Diagnose zu sichern.

Vorbeugung

Chronisches Asthma gut zu kontrollieren heißt, sowohl Beschwerden zu behandeln, als auch Asthma-Anfällen vorzubeugen. Dies gelingt am besten, wenn man die Auslöser so gut es geht vermeidet. Darüber hinaus beruht die Vorbeugung auf Medikamenten, die die Beschwerden unter Kontrolle halten sollen.

Asthma-Auslöser im Alltag zu meiden, ist aber nicht leicht, manchmal auch unmöglich. Es kann zwar helfen herauszufinden, auf welche Auslöser man empfindlich reagiert – ob Tierhaare, Hausstaub oder kalte Luft. Das Vermeiden von Auslösern schützt aber nicht immer und überall vor Beschwerden. Die meisten Menschen mit Asthma müssen sich weniger Gedanken um Auslöser machen, wenn sie ihre Medikamente richtig anwenden.

Für Menschen mit einer Allergie gegen bestimmte Substanzen kommt auch die sogenannte spezifische Immuntherapie infrage. Sie kann helfen, die Überempfindlichkeit zu verringern.

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Behandlung

Erstes Ziel der Behandlung von Asthma ist es, die Häufigkeit und Stärke der Beschwerden so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus soll eine Asthma-Behandlung helfen, den Alltag möglichst normal und aktiv zu gestalten. Es ist wichtig zu wissen, dass die Therapie nur wenige Nebenwirkungen mit sich bringt. Das gilt auch für schwangere Frauen mit Asthma. Welche Medikamente geeignet sind, wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt.

Zur Asthma-Behandlung werden zwei Hauptgruppen von Medikamenten eingesetzt: lang wirksame Dauer- und schnell wirksame Bedarfstherapeutika. Dauertherapeutika beruhigen unter anderem die ständig entzündeten Atemwege und beugen dadurch Asthma-Anfällen vor. Üblicherweise werden vorbeugende Medikamente regelmäßig jeden Tag angewendet, schnell wirksame dagegen nur bei Bedarf. Die Behandlung richtet sich immer nach der Stärke der Beschwerden.

Viele Menschen mit Asthma nehmen hauptsächlich dann Medikamente ein, wenn die Beschwerden bereits da sind. Dabei besteht die Gefahr, die vorbeugenden Medikamente, die auf längere Sicht dafür sorgen, dass Asthma-Anfälle seltener und weniger heftig auftreten, zu vernachlässigen. Eine dauerhafte Behandlung kann aber nur dann wirken, wenn sie regelmäßig angewandt wird.

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Leben und Alltag

Wie die meisten chronischen Erkrankungen betrifft Asthma nicht nur ein einzelnes Organ – in diesem Fall die Lunge –, sondern den ganzen Menschen. Wenn Asthma-Anfälle zum Beispiel den Schlaf stören, ist man tagsüber müde und unkonzentriert. Auch die körperliche Fitness kann leiden.

Oft dauert es eine Zeit, sich auf das Leben mit einer chronischen Erkrankung einzustellen. Das gilt manchmal auch für Angehörige. Wer Asthma hat, möchte aber nicht als krank oder schwach angesehen werden.

Ausreichende Informationen über Asthma und ein gutes Selbst- und Krankheitsmanagement können dazu beitragen, Kinder und Erwachsene im Umgang mit ihrer Erkrankung zu stärken und sie selbstständiger zu machen. Man ist dann auch besser vorbereitet, um kritische Situationen wie einen akuten Asthma-Anfall zu bewältigen. Ein gutes Krankheitsmanagement kann Notfällen vorbeugen, die eine Klinikeinweisung erfordern würden.

Weitere Informationen

Zum Krankheitsmanagement gehört auch, zu wissen, wo man die geeignete Unterstützung, Beratung und die bestmögliche Behandlung bekommt. Ärztlicher Rat, eine gute Asthma-Schulung oder die Mitarbeit in einer Selbsthilfegruppe können dabei helfen, selbst Expertin oder Experte im Umgang mit dem Asthma zu werden. Asthma-Schulungen werden unter anderem von Lungenfachärztinnen und -ärzten sowie von Rehakliniken angeboten. Eine Asthma-Schulung sollte vermitteln,

  • wie Asthma entsteht und wie es behandelt werden kann,
  • woran man frühe Symptome eines Asthma-Anfalls erkennt,
  • wie sich Auslöser vermeiden lassen und
  • wie sich Erkrankte und Angehörige im Notfall verhalten sollen.

Asthma-Selbsthilfegruppen sind selbst organisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die Asthma haben oder deren Angehörige an Asthma erkrankt sind. Sie bieten die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Dies kann bei der Bewältigung des Lebens mit Asthma helfen und zur Aufklärung über die Erkrankung beitragen.

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