Wie werden Furunkel behandelt?

Foto von Mann mit schmerzemdem Furunkel im Nacken
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Furunkel werden in der Regel von einer Ärztin oder einem Arzt behandelt. Bei „reifen“ Furunkeln ermöglicht ein kleiner Schnitt, dass der Eiter ablaufen und die Wunde abheilen kann. sind zum Beispiel bei Abwehrschwäche oder Fieber sinnvoll. Wer selbst an einem Furunkel herumdrückt, riskiert, dass sich die im Körper ausbreiten und zu Komplikationen führen.

Ein Furunkel ist eine durch Bakterien verursachte Hautentzündung, die man sich wie einen sehr großen Eiterpickel vorstellen kann. Die beginnt mit einer deutlichen Schwellung, in der sich dann Eiter bildet und ansammelt. Sie ist oft sehr schmerzhaft.

Furunkel können sich von selbst entleeren und problemlos abheilen. Vor allem bei großen Furunkeln ist aber oft eine ärztliche Behandlung nötig.

Kommt es häufig zu Furunkeln, kann das auf eine Erkrankung hinweisen, die das schwächt und dadurch Infektionen begünstigt. Neben der Behandlung der Furunkel ist es dann wichtig, die Grunderkrankung festzustellen und zu behandeln.

Grafik: Mögliche Infektionen am Haarbalg - wie im Text beschrieben

Mögliche Infektionen am Haarbalg

Verbände und Zugsalbe

Wenn ein Furunkel entsteht, ist die Eiterhöhle im Inneren der Schwellung () noch nicht vollständig ausgebildet. Dann werden meist feucht-warme, antiseptische Umschläge oder Watteverbände mit sogenannter Zugsalbe (Wirkstoff: Ammoniumbituminosulfonat, auch als Ichthyol bekannt) angelegt. Sie sollen die „Reifung“ des Abszesses im Inneren des Furunkels beschleunigen, sodass er sich später von allein entleert und abheilt – oder in der Arztpraxis aufgeschnitten und der Eiter abgelassen werden kann.

Schnitt und Drainage

Das Aufschneiden (Inzision) und das Ableiten (Drainage) von Eiter und Wundflüssigkeit gehören zur Standardbehandlung von insbesondere größeren Furunkeln. Der Eingriff wird in der Regel vorgenommen. Bevor die Ärztin oder der Arzt die Haut über dem Furunkel einschneidet, wird die Region um die Entzündung örtlich betäubt oder vereist.

In manchen Fällen werden danach ein oder mehrere Stoff- oder Silikonstreifen in die offene Wunde eingelegt. Die Streifen leiten den restlichen Eiter und Wundflüssigkeit nach außen ab. Das hält die Wunde sauber und sorgt dafür, dass sich das Gewebe allmählich beruhigt. Die Streifen werden in der Regel täglich gewechselt, zum Beispiel bei der Hausärztin oder dem Hausarzt.

Oft wird die Wunde zusätzlich mit einer sterilen Kochsalzlösung gespült. Manchmal werden auch antiseptische Lösungen, Salben oder Einlagen verwendet. Die Wunde wird in der Regel nicht vernäht, sie schließt sich allmählich von selbst. Fachleute nennen dies eine offene oder sekundäre Wundheilung. Solange die Wunde noch offen ist, schützt eine Kompresse oder ein Pflaster vor Schmutz und Krankheitserregern.

Behandlung bei schwererem Verlauf

Normalerweise sind keine weiteren Behandlungen bei einem Furunkel notwendig. Manchmal können jedoch zusätzliche Maßnahmen nötig sein – zum Beispiel, wenn sich das Furunkel im Gesicht befindet oder wenn mehrere Furukel zu einem Karbunkel zusammengeschmolzen sind.

Ruhigstellung

Bei einem Furunkel im Gesicht ist es wichtig, den entzündeten Bereich ruhig zu halten. Denn Bewegung und Druck können das Risiko erhöhen, dass sich die über den Blutweg bis ins Gehirn ausbreiten. Deshalb sollte man die Gesichtsmuskeln möglichst wenig beanspruchen. Das heißt: nicht sprechen und möglichst nur flüssige oder breiige Nahrung zu sich nehmen. Zusätzlich wird Bettruhe empfohlen.

Antibiotika

Wenn Komplikationen eingetreten oder wahrscheinlich sind, werden als Tablette oder Saft eingenommen oder als oder Spritze gegeben. Dabei verteilen sie sich im gesamten Körper. Diese Form der Behandlung wird systemische Antibiotikatherapie genannt. Sie ist in der Regel nur nötig

  • bei einem Furunkel im Gesicht, insbesondere an der Nase und Oberlippe,
  • wenn mehrere Furunkel bestehen (Furunkulose) oder bei einem Karbunkel,
  • wenn sich die über die Lymphwege weiter ausbreitet,
  • bei Symptomen wie Fieber, erhöhtem Puls, niedrigem Blutdruck und schneller Atmung oder wenn Blutuntersuchungen dafür sprechen, dass sich die im Körper ausbreitet.

In den meisten Fällen wird ein Antibiotikum verschrieben, das bei Furunkeln gut wirkt, da fast immer das gleiche Bakterium dafür verantwortlich ist.

Nur selten werden Eiterproben im Labor untersucht, um herauszufinden welches Bakterium genau für die verantwortlich ist, zum Beispiel, wenn das Furunkel unter der üblichen nicht abheilt. Auch bei Verdacht auf eine Blutvergiftung () oder wenn das Risiko besteht, dass es sich um handelt, die gegen viele resistent sind, wird versucht, den Erreger genauer zu bestimmen und herauszufinden, mit welchem Antibiotikum er am besten behandelt werden kann.

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Erstellt am 30. Mai 2018
Nächste geplante Aktualisierung: 2021

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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