Welche Vor- und Nachteile hat die professionelle Zahnreinigung?

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PantherMedia / Werner Heiber

Viele Zahnärztinnen und -ärzte bieten eine professionelle Zahnreinigung (PZR) an, um oder einer vorzubeugen. Nach einer Parodontitis-Behandlung soll sie verhindern, dass die zurückkehrt. Bisher ist aber nicht nachgewiesen, dass die PZR diese Erwartungen besser erfüllt als die üblichen Maßnahmen zur Zahnvorsorge und -behandlung.

Die Zähne gründlich zu reinigen bedeutet, sie rundum von bakteriellem Zahnbelag () zu befreien. Die und ihre Stoffwechselprodukte können die Zähne und das Zahnfleisch angreifen und Karies oder Zahnfleischentzündungen () verursachen. Aus einer kann langfristig eine entstehen. Bei einer hat sich die auf das Zahnbett und den Knochen ausgeweitet.

Zahnbelag lässt sich manchmal mit der Zunge spüren: Die Zahnoberfläche kann sich pelzig oder rau anfühlen. Der Belag lässt sich durch regelmäßiges und gründliches Zähneputzen und Säubern der Zahnzwischenräume entfernen. Wird der Zahnbelag nicht vollständig entfernt, kann er zu verhärten. kann nur in einer Zahnarztpraxis entfernt werden, zum Beispiel während eines Vorsorgetermins. Die Kosten einer Zahnsteinentfernung übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einmal pro Jahr, bei pflegebedürftigen Menschen und Menschen mit Behinderungen zweimal pro Jahr.

Zahnärztinnen und -ärzte bieten zusätzlich zur Zahnsteinentfernung eine professionelle Zahnreinigung (PZR) an. Dabei sind unterschiedliche Zielrichtungen möglich:

  • Menschen mit einer guten Mundgesundheit soll die PZR helfen, und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen.
  • Bei Menschen mit soll eine PZR die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung schaffen. Außerdem soll sie helfen, einer erneuten Erkrankung vorzubeugen.

Bei einer professionellen Zahnreinigung werden weiche und harte Beläge entfernt, aber auch Zahnverfärbungen, die durch Kaffee, schwarzen Tee oder Rauchen entstanden sind. Allerdings sind die Vorteile der professionellen Zahnreinigung nicht durch belastbare Studien belegt. Die professionelle Zahnreinigung ist keine der gesetzlichen Krankenkassen, sondern muss normalerweise selbst bezahlt werden.

Ist eine professionelle Zahnreinigung zur Vorbeugung sinnvoll?

Für gesetzlich Versicherte ist eine Zahnsteinentfernung kostenlos. Für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag sowie Menschen, die pflegebedürftig sind oder eine Behinderung haben, ist auch die Anleitung zu einer guten Mundhygiene eine Kassenleistung.

Ob eine professionelle Zahnreinigung besser vor , Zahnfleischentzündungen und schützt als die von den Kassen bezahlte Zahnsteinentfernung, lässt sich derzeit nicht beurteilen. Geeignete Studien zu dieser Fragestellung fehlen.

Welche Rolle spielt eine professionelle Zahnreinigung bei einer Parodontitis?

Für die Behandlung einer muss vorhandener entfernt und eine gute Mundhygiene eingehalten werden. Vor der eigentlichen Behandlung soll eine Kombination aus professioneller Zahnreinigung und Mundhygieneschulung für eine ausreichende Mundhygiene sorgen und besonders starke Entzündungen etwas eindämmen. Nach der Behandlung soll sie verhindern, dass die Erkrankung zurückkehrt.

Allerdings gibt es für den Nutzen der professionellen Zahnreinigung im Rahmen einer Parodontitis-Behandlung keine geeigneten Studien. Es lässt sich deshalb nicht sagen, ob eine PZR in Kombination mit einer Mundhygieneschulung vor oder nach der Behandlung ein Fortschreiten der besser aufhalten kann als eine Zahnsteinentfernung.

Gibt es andere Vorteile einer professionellen Zahnreinigung?

Manch einer verspricht sich von einer PZR hellere Zähne und saubere Zahnhälse. Wer jedoch nach einer Zahnreinigung weiter raucht, Kaffee oder schwarzen Tee trinkt, hat oft innerhalb einiger Wochen erneut verfärbte Zähne.

Die professionelle Zahnreinigung wird gelegentlich auch damit beworben, Mundgeruch zu verringern. Die wenigen Studien über den Zusammenhang von PZR und Mundgeruch sind aber durchweg mangelhaft. Ihre Ergebnisse können also nicht zeigen, dass eine PZR vor Mundgeruch schützt.

Kann eine professionelle Zahnreinigung auch Nachteile haben?

Langfristige unerwünschte Wirkungen einer professionellen Zahnreinigung sind nicht untersucht. So bleibt beispielsweise unklar, ob eine PZR die Zähne mit der Zeit empfindlicher macht oder der Zahnoberfläche oder dem Zahnfleisch schadet.

Eine PZR kann – wie die Zahnsteinentfernung – unangenehm sein, vor allem wenn die Zahnhälse freiliegen. Ist das Zahnfleisch bereits gereizt oder entzündet, kommt es während der Reinigung leicht zu Zahnfleischbluten. Vor einer Behandlung ist es deshalb für die Zahnärztin oder den Zahnarzt wichtig zu wissen, ob Blutverdünner wie zum Beispiel () eingenommen werden.

Was wird bei einer professionellen Zahnreinigung gemacht?

Eine PZR kann mehrere Schritte umfassen: reinigen, polieren und fluoridieren. Auch eine Schulung, wie man schonend die Zähne selbst reinigt, wird häufig zusammen mit einer professionellen Zahnreinigung angeboten.

Im ersten Schritt werden weiche und harte Zahnbeläge entfernt. Auch schwer zugängliche Stellen zwischen den Zähnen und am Zahnfleischrand werden gereinigt. Dazu kommen zum Beispiel Ultraschall- und Handinstrumente (sogenannte Scaler oder Küretten) zum Einsatz, zum Säubern der Zwischenräume auch Zahnseide, Schleifpapier oder kleine Bürstchen. Einige Praxen setzen zusätzlich Pulver-Wasserstrahl-Geräte ein, die auch Verfärbungen entfernen können. Sie reinigen mit einem Strahl aus einem Wasser-Pulvergemisch.

Nach der Reinigung werden die Zähne poliert. Dazu wird Polierpaste auf einen rotierenden Gummi oder eine kleine rotierende Bürste aufgetragen. Das Polieren glättet die Zahnoberfläche, wodurch weniger gut anhaften sollen.

Zum Abschluss werden die Zähne normalerweise noch mit einem fluoridhaltigen Gel oder Lack bestrichen, um den zu schützen und zu härten.

Eine professionelle Zahnreinigung kann etwa 45 bis 60 Minuten dauern. Sie wird von einer Zahnärztin, einem Zahnarzt oder einer speziell fortgebildeten Fachkraft (zahnmedizinische Fachassistenz) übernommen. Fachkräfte dürfen sichtbare und gut erreichbare Zahnbeläge entfernen. Bei besonders empfindlichen Zähnen kann vor einer PZR eine Betäubungsspritze gegeben werden.

Was kostet eine professionelle Zahnreinigung?

Die PZR ist keine regelhafte Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Meist kostet sie etwa 80 bis 120 Euro.

Einige gesetzliche Krankenkassen bieten jedoch Zuschüsse an, und einzelne Kassen übernehmen die Kosten ganz. Auch die meisten Zahnzusatzversicherungen für gesetzlich Versicherte übernehmen die Kosten teilweise oder vollständig.

Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Patienteninformation: Professionelle Zahnreinigung (PZR). 02.2013.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung (Behandlungsrichtlinie). 01.03.2006.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennungsuntersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (zahnärztliche Früherkennung gemäß § 26 Absatz 1 Satz 5 und Absatz 2 Satz 5 SGB V) (FU-RL). 17.01.2019.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen (Richtlinie nach § 22a SGB V). 01.07.2018.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen über Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen (Individualprophylaxe). 04.06.2003.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Systematische Behandlung von Parodontopathien; Auftrag N15-01. 05.03.2018. (IQWiG-Berichte; Band 602).

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). Mundgeruch.

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). Professionelle Zahnreinigung.

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

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Erstellt am 12. März 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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