Behandlungen und Untersuchungen

Welche Massageformen gibt es?

„Massieren“ bedeutet übersetzt „kneten“. Manchmal hat eine Massage allein das Ziel, zu entspannen und das Wohlbefinden zu steigern. Häufig zielt sie aber auch darauf ab, Beschwerden zu lindern. Solche therapeutischen Massagen sollen die Muskulatur lockern, Schmerzen lindern, Stress reduzieren, den Stoffwechsel verbessern sowie das Nervensystem oder bestimmte Organe beeinflussen. Behandelt werden damit beispielsweise Störungen des Bewegungsapparats, neurologische Erkrankungen, Rheuma und Beschwerden, die durch Stress verursacht werden können wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Therapeutische Massagen können mitunter auch schmerzhaft sein, besonders wenn Druck auf betroffene Regionen ausgeübt wird. Massiert werden in der Regel die Haut, das Unterhautbindegewebe oder die Muskeln.

Die verschiedenen Formen unterscheiden sich in den Handgriffen und darin, welche Körperbereiche massiert werden. Verschieden ist auch, welcher Druck ausgeübt und ob mit der Hand, den Fingerspitzen oder mit Hilfsmitteln gearbeitet wird. Den einzelnen Formen liegen auch unterschiedliche therapeutische Ansätze zugrunde, wie Krankheiten entstehen und wie der Körper funktioniert. In der chinesischen Medizin gibt es beispielsweise die Vorstellung, dass Massagen den Energiefluss im Körper verbessern.

Den Überblick über alle Massageformen zu behalten, die heute angeboten werden, ist nicht ganz einfach. Auch gibt es viele Massage-Hilfsmittel, von verschiedenen Ölen über kleine „Massage-Igel“ bis hin zu elektrischen Massagesesseln. Wir stellen einige der gängigsten Massagen vor und beschreiben die unterschiedlichen Techniken. Die folgende Aufzählung bedeutet nicht, dass all diese Massageformen zur Behandlung von Beschwerden und Krankheiten sinnvoll sind.

Klassische Massageformen

Klassische (schwedische) Massage

In Europa versteht man unter einer „klassischen“ Massage eine schwedische Massage. Bei der klassischen Massage werden die betroffenen Hautregionen und die zugehörige Muskulatur direkt mit der Hand massiert. Dabei kommen fünf unterschiedliche Handgriffe zur Anwendung: Streichen der Haut, Kneten, Reiben, Klopfen und Vibrieren. Die zugrundeliegende Vorstellung ist, dass Schmerzen häufig durch Muskelverspannungen und -verhärtungen ausgelöst werden, die die Durchblutung stören und die Nerven reizen. Durch direkte Behandlung dieser Störungen soll die Muskulatur gelockert und die Durchblutung gefördert werden.

Manipulationsmassage

Bei der Manipulationsmassage werden unter anderem Bänder, Sehnen und Muskeln mit Massagegriffen behandelt und gleichzeitig gedehnt und bewegt. Ziel ist, dadurch die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Eine Manipulationsmassage ist nicht unbedingt eine „reine“ Massage: Die Übergänge zwischen einer Manipulationsmassage und einer Physiotherapie sind fließend.

Mobilisierende Massage

Bei dieser Form werden neben der Massage der Muskulatur die Gelenke oder die Wirbelsäule bewegt. Auch die mobilisierende Massage zielt darauf ab, die Beweglichkeit zu verbessern und bewegt sich im Grenzgebiet zwischen Massage und Physiotherapie. Sie wird zudem angewendet, um Muskeln zu lockern und Fehlstellungen zu behandeln.

Bindegewebsmassage

Das Bindegewebe verbindet Körperstrukturen wie Organe, Muskeln und Nerven miteinander. Durch die Massage des Bindegewebes sollen Verhärtungen im Gewebe gelockert, aber auch entfernter liegende Organe positiv beeinflusst und damit Krankheiten behandelt werden.

Tiefe Gewebsmassage

Hierbei werden vor allem die tief liegenden Muskel- und Gewebeschichten massiert. Mit den Fingern wird dabei ein starker Druck auf die Muskelstränge und die Sehnen ausgeübt, was Verspannungen im Körper lösen soll. Je „tiefer“ das Gewebe massiert wird, desto eher kann eine solche Massage auch schmerzhaft sein.

Triggerpunktmassage

Bei der Triggerpunktmassage werden schmerzauslösende Punkte (Triggerpunkte) gezielt durch Druck behandelt. Diese Punkte sind überempfindliche, verhärtete Muskelfasern, die durch die Behandlung gelockert werden sollen.

Periostmassage

Das „Periost“ ist die „Knochenhaut“ – eine dünne Gewebeschicht, die alle Knochen überzieht. Darin befinden sich zahlreiche Nerven und Blutgefäße. Eine Massage, die Druck auf diese Knochenhaut ausübt, soll bestimmte Schmerzformen lindern.

Massagen aus der chinesischen Medizin

Akupressur und ähnliche Massageformen

Bei der Akupressur wird auf bestimmte Punkte des Körpers mit Drehbewegungen der Fingerspitzen sanfter bis stärkerer Druck ausgeübt. Die Akupressur entstammt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und basiert auf der Vorstellung, dass durch den Körper Energiebahnen (Meridiane) verlaufen, in denen eine Lebensenergie (das Chi) fließt. Durch die Massage bestimmter Punkte auf diesen Bahnen soll die Lebensenergie beeinflusst werden.

Die „Akupunktmassage“ hat einen ähnlichen Ansatz wie Akupunktur und Akupressur. Bei dieser Form werden Punkte auf den Meridianbahnen mit Metallstäbchen stimuliert. Auch wenn der Begriff Akupunktmassage etwas anderes vermuten lässt, werden bei dieser Art der Massage keine Nadeln gesetzt.

Fußreflexzonenmassage

Bei dieser Behandlung wird auf die Fußsohle und die Zehen sanfter Druck ausgeübt. Die Annahme ist, dass verschiedene Punkte am Fuß mit bestimmten Organen über sogenannte „Reflexbahnen“ (nicht zu verwechseln mit den Nervenbahnen) verbunden sind, über die die Massage einen heilenden Einfluss ausüben soll.

Vakuum- oder Saugglockenmassage

Bei einer Vakuummassage wird mit einer Vakuumpumpe, an die eine Saugglocke angeschlossen ist, ein Unterdruck erzeugt. Die Saugglocke wird auf die Haut aufgesetzt, die durch den Unterdruck in die Glocke hineingezogen und so massiert wird. Wenn größere Bereiche massiert werden sollen, wird die Saugglocke verschoben.

Andere asiatische Massagen

Thai-Massage

Bei der Thai-Massage zieht die Masseurin oder der Masseur kräftig an den Gliedmaßen, so dass sie gedehnt und gestreckt werden. Dabei wird ein starker, rhythmischer Druck auf den Körper ausgeübt – mit Händen, Ellenbogen, Knien oder Füßen. Der traditionellen Vorstellung nach verlaufen im Körper Energielinien, die Körperteile und Organe verbinden und deren Manipulation Krankheiten lindert. Aus moderner medizinischer Sicht arbeitet die Thai-Massage über die Beeinflussung von Muskulatur, Knochen und Durchblutung.

Shiatsu

Shiatsu ist eine japanische Form der Triggerpunktmassage (siehe oben).

Ayurveda-Massage

Ayurveda ist eine klassische indische Heilkunst. Bei der Ayurveda-Massage wird der Körper sanft mit Kräuterölen und rhythmischen Streichbewegungen massiert. Nach ayurvedischer Vorstellung soll dies eine entschlackende und entspannende Wirkung haben.

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