Welche Aufgaben haben die Hormone?

spielen bei vielen, oft lebenswichtigen Vorgängen im Körper eine Rolle: Die Botenstoffe regeln unter anderem den Energie- und Wasserhaushalt, das Wachstum und die Fortpflanzung. Das Zusammenspiel der ist fein aufeinander abgestimmt. Verschiedene äußere Einflüsse, aber auch Krankheiten können es aus dem Gleichgewicht bringen.

Wo entstehen die Hormone?

Die meisten werden von sogenannten endokrinen Drüsen gebildet und ins Blut abgegeben. Über den Kreislauf erreichen sie die Stellen im Körper, an denen sie wirken sollen. Wichtige endokrine Drüsen sind:

Grafik: Die wichtigsten endokrinen Drüsen im Körper - wie im Text beschrieben

Die wichtigsten endokrinen Drüsen im Körper

Dagegen werden die sogenannten Gewebshormone nicht in Drüsen gebildet, sondern in einzelnen Zellen. Gewebshormone wirken an Ort und Stelle, indem sie die benachbarten Zellen beeinflussen.

Außerdem gibt es Organe, die zusätzlich zu ihrer eigentlichen Funktion auch bilden, wie zum Beispiel die Nieren. Sie reinigen nicht nur das Blut von Schadstoffen, sondern bilden unter anderem das Hormon Erythropoetin (EPO). Es regt die Bildung von Blutzellen im Knochenmark an. Auch das Nervensystem kann den Hormonhaushalt beeinflussen.

Hormonelle Steuerung – abgestimmt auf den Bedarf

Damit einen Vorgang im Körper steuern, wird ihre Menge sehr fein auf die Bedürfnisse abgestimmt. Ein gutes Beispiel ist die Regulierung des Zuckerhaushalts durch das Hormon , das in der gebildet wird.

Das sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangt, die ihn als Energiequelle nutzen. Das Blut enthält aber – je nachdem, wann und was man gegessen hat – unterschiedlich viel Zucker. Die reagiert darauf genau: Ist viel Zucker im Blut, gibt sie mehr ab. Ist der Blutzuckerspiegel gering, schüttet sie weniger aus.

Oft beeinflusst ein Hormon nicht nur eine einzelne Körperfunktion. Wenn das Blut viel Zucker enthält und deshalb viel ins Blut ausgeschüttet wird, bremst das zum Beispiel auch die Fettverbrennung – denn zur Energiegewinnung verbrauchen die Zellen zunächst den Zucker.

Hormone arbeiten zusammen

Manchmal gibt es auch Gegenspieler-Hormone. Beim heißt es Glucagon. Es wird ebenfalls in der gebildet, aber nur dann ausgeschüttet, wenn zu wenig Zucker im Blut ist. Zum Beispiel während des Fastens – Glucagon wird deshalb auch als „Hunger-Hormon“ bezeichnet. Es sorgt unter anderem dafür, dass Muskeln und Leber gespeicherten Zucker ins Blut abgeben. So ist gesichert, dass die Körperzellen immer mit Energie versorgt werden.

Wie viel von einem Hormon ausgeschüttet wird, steuern häufig andere, „übergeordnete“ . Viele von ihnen werden in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, und im sogenannten Hypothalamus gebildet, einem Teil des Gehirns. Diese Steuerung wird oft als Regelkreis bezeichnet. So reagiert die Hirnanhangsdrüse zum Beispiel auf die Menge der Schilddrüsenhormone im Blut: Ist sie zu niedrig, schüttet die Hirnanhangsdrüse (Thyreotropin) aus, was die Schilddrüse anregt, mehr zu bilden. Steigt der Spiegel, schüttet die Hirnanhangsdrüse weniger aus.

Welche Hormone steuern welche Körperfunktionen?

Der Hormonhaushalt ist kompliziert: Jedes Hormon hat zwar bestimmte Grundfunktionen, regelt einen Vorgang im Körper aber oft gemeinsam mit anderen Hormonen. Gleichzeitig kann das Hormon aber auch mehrere andere Abläufe beeinflussen.

Energiehaushalt

Das aus der sorgt dafür, dass Zellen Zucker als Energiequelle aufnehmen können. Dabei spielen aber noch weitere eine Rolle, vor allem die Schilddrüsenhormone T3 und T4 . Sie kurbeln Stoffwechselvorgänge im Körper an, die Energie und damit auch Zucker benötigen. Sie lassen zum Beispiel die Körpertemperatur ansteigen und das Herz schneller schlagen.

Auch die „Stresshormone“ erhöhen den Energieverbrauch. Adrenalin ist ein bekanntes Beispiel. Es wird bei Angst und Anstrengung aus den Nebennieren ins Blut abgegeben und erhöht den Puls und den Blutdruck. Außerdem setzt es Zucker und Fett frei, damit sie als Energielieferanten zur Verfügung stehen. Die Glukokortikoide aus der Nebennierenrinde haben ähnliche Effekte. Kortisol ist ein bekanntes Hormon aus dieser Gruppe. Es wird als Medikament unter dem Namen Kortison auch bei vielen Erkrankungen eingesetzt. Auch das Wachstumshormon Somatotropin aus der Hirnanhangsdrüse hat Einfluss auf den Energiehaushalt.

Wasser- und Salzhaushalt

Die Nieren scheiden mit dem Urin Wasser und Salze aus. wie das Aldosteron helfen dabei, die Wasser- und Salzausscheidung zu regulieren und dadurch den Blutdruck zu beeinflussen. Es stammt ebenfalls aus der Nebennierenrinde. Aber auch die Renin und Angiotensin sind beteiligt. Ein weiteres beteiligtes Hormon stammt aus dem Hypothalamus im Gehirn: Das ADH (antidiuretisches Hormon) kann – wenn nötig – die Urinausscheidung drosseln.

Knochenstoffwechsel

Der Knochenstoffwechsel benötigt und Phosphat. Die Mineralstoffe haben verschiedene Funktionen im Körper. In den Knochen dienen sie als Baumaterial: Wenn Knochen wachsen, werden sie eingebaut. Werden an anderer Stelle Mineralstoffe benötigt, können sie wieder aus den Knochen herausgelöst werden. sorgen dabei für ein gesundes Gleichgewicht: Das Parathormon aus den Nebenschilddrüsen fördert unter anderem den Knochenabbau und lässt den Kalziumspiegel im Blut steigen. Das Hormon Kalzitonin, das in der Schilddrüse gebildet wird, kann den Kalziumspiegel wieder senken. Neben Parathormon und Kalzitonin sind auch Wachstums- und Sexualhormone am Knochenstoffwechsel beteiligt. Außerdem spielt das Vitamin D eine Rolle: Es regelt zum Beispiel, wie viel im Darm aus der Nahrung aufgenommen wird.

Entwicklung und Sexualität

Wachstumshormone wie das Somatotropin regen die Zellteilung und das Zellwachstum an und greifen in den Energie- und Wasserhaushalt ein. Dadurch fördern sie das Wachstum des Körpers. Ab der Pubertät wirken zusätzlich die Sexualhormone auf den Körperbau: Das männliche Geschlechtshormon Testosteron aus den Hoden fördert etwa den Muskelaufbau und sorgt für eine stärkere Behaarung.

Die weiblichen Geschlechtshormone aus den Eierstöcken, die Östrogene, regen unter anderem das Wachstum der Brustdrüsen an. Unter dem Einfluss der Sexualhormone reifen die Geschlechtsorgane und nehmen ihre Funktion auf. Bei Frauen regeln die auch den weiblichen Zyklus und die körperlichen Veränderungen während einer Schwangerschaft. Nicht zuletzt sind die für die sexuelle Lust verantwortlich.

Übrigens werden nicht nur in Hoden und Eierstöcken Sexualhormone gebildet. In geringen Mengen entstehen sie auch in den Nebennieren, der Leber sowie im Fettgewebe und in der Haut. Deshalb bilden auch Männer Östrogene und Frauen Testosteron.

Was passiert, wenn der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät?

Verschiedene Krankheiten beruhen darauf, dass von einem Hormon

  • zu viel,
  • zu wenig oder
  • gar nichts mehr

vorhanden ist.

Ein typisches Beispiel für „zu viel“ ist die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Dadurch ist der Stoffwechsel überaktiv. Das kann beispielsweise zu Herzrasen, Durchfall und Gewichtsverlust führen.

Bei der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bildet die Schilddrüse dagegen zu wenig Schilddrüsenhormone. Dann kann es zu Müdigkeit und Leistungsabfall kommen.

Ein Beispiel für ein Erlöschen der Hormonproduktion ist der Diabetes mellitus Typ 1. Bei dieser Erkrankung bildet die nur noch sehr wenig oder gar kein mehr.

Manchmal ist nicht die Hormonmenge das Problem, sondern die Funktion eines Hormons ist gestört. Das ist in der Anfangsphase eines Diabetes mellitus Typ 2 der Fall: wird zwar gebildet, die Zellen reagieren aber nicht mehr auf das Hormon und nehmen zu wenig Zucker aus dem Blut auf. Dann steigt der Blutzuckerspiegel.

werden auch als Medikamente eingesetzt, wie zum Beispiel bei Diabetes. Wenn zu viel Hormon gebildet wird, kann man das mit Medikamenten hemmen: Sogenannte Thyreostatika sind zum Beispiel Mittel, die die Bildung von Schilddrüsenhormonen hemmen. Die Antibabypille wirkt, indem sie den normalen Hormonhaushalt verändert und so den Eisprung unterdrückt.

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Erstellt am 22. April 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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