Einleitung

Foto von Paar bei der Wanderung (PantherMedia / Tyler Olson) Wenn man mit dem Fuß umknickt, kann das Sprunggelenk anschwellen und schmerzen. Meist ist das Gelenk dann verstaucht, das heißt, ein oder mehrere Bänder des Sprunggelenks und das umgebende Gewebe sind verletzt.

Bänder sind robuste und elastische Bindegewebsstränge, die die Knochen im Gelenk miteinander verbinden. Da das Sprunggelenk aus vielen Knochen besteht, finden sich dort auch mehrere Bänder, die es stabilisieren.

Symptome

Knöchelverstauchungen gehören zu den häufigsten Verletzungen. Beim Umknicken werden die Bänder überdehnt; im schlimmsten Fall können sie reißen. Da kleine Blutgefäße ebenfalls reißen, schwillt der Knöchel an.

Bei einer Verstauchung unterscheidet man folgende Grade:

  • Leichte Verstauchung (Grad 1): Dies ist die häufigste und harmloseste Form. Dabei sind die Bänder überdehnt, aber nicht gerissen. Das Fußgelenk ist noch stabil.
  • Mittelschwere Verstauchung (Grad 2): Diese Verletzung ist schwerer und schmerzhafter; ein oder mehrere Bänder sind angerissen. Das Gelenk ist etwas instabil.
  • Schwere Verstauchung (Grad 3): Ein oder mehrere Bänder sind gerissen und das Sprunggelenk ist instabil.

Wenn man direkt nach dem Umknicken noch auftreten und laufen kann, ist höchstwahrscheinlich nichts gebrochen. Wenn die Bänder nur leicht gedehnt sind, kann man den Fuß nach ein paar Tagen meist wieder normal bewegen. Aber auch eine leichte Verstauchung kann schmerzhaft sein.

Grafik: Fußknochen (Ansicht von der Außenseite) mit Verstauchungen 1., 2. und 3. Grades - wie im Text beschriebenFußknochen (Ansicht von der Außenseite) mit Verstauchungen 1., 2. und 3. Grades

Ursachen

Das Sprunggelenk sorgt dafür, dass man den Fuß auf- und ab- und seitwärts bewegen kann. Da sich die Füße leichter nach innen als nach außen drehen, knickt der Fuß meist auch nach innen um, wenn man zum Beispiel nach einem Sprung ungünstig aufkommt. Deshalb werden die Bänder an der Außenseite des Knöchels beim Umknicken am ehesten verletzt. Sie werden als Außenbänder bezeichnet. Die Bänder an der Innenseite des Knöchels (Innenbänder) überdehnen seltener.

Einige Menschen haben sehr schwache Bänder und neigen deshalb eher zu Verstauchungen als andere. Auch Menschen mit Hohlfuß oder Muskelschwäche neigen eher zu Verstauchungen. Sportlerinnen und Sportler haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko: Außenbandrisse am Knöchel machen ein Viertel aller Sportverletzungen aus.

Verlauf

Die meisten Verstauchungen ohne Bänderriss sind nach zwei Wochen größtenteils überstanden: Auch wenn man den Fuß noch nicht wieder voll belasten kann, schmerzt er meist kaum noch.

Sind die Bänder angerissen oder gerissen, kann es Wochen dauern, bis das Sprunggelenk keine Probleme mehr macht. Bei manchen Menschen kann es nach einer ernsteren Verletzung der Bänder zwei bis drei Jahre dauern, bis das Sprunggelenk wieder so belastbar und beweglich ist, wie zuvor.

Folgen

Ungefähr einer bis zwei von zehn Menschen mit einer schweren Verstauchung des Sprunggelenks entwickelt eine chronische Instabilität des Sprunggelenks. Das bedeutet, dass das Gelenk zu leicht nachgibt: Es ist instabil. Wer ein chronisch instabiles Sprunggelenk hat, knickt leichter erneut um und verstaucht sich dann wieder den Knöchel.

Eine von drei Personen mit verstauchtem Knöchel wird sich das Fußgelenk in den nächsten Jahren wieder verletzen. Das Risiko ist vor allem bei denjenigen erhöht, die ihre Gelenke stark belasten – zum Beispiel beim Fußball- oder Basketballspielen.

Eine chronische Instabilität des Sprunggelenks, häufiges Umknicken und Verstauchen können außerdem dazu führen, dass der Knorpel im Sprunggelenk stärker abgenutzt wird. Knorpel ist ein glattes Gewebe, das schützend die Gelenke überzieht. Wenn der Knorpel zu stark geschädigt wird, kann eine Arthrose die Folge sein.

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Diagnose

Zunächst fragt die Ärztin oder der Arzt nach dem Unfallhergang und den Beschwerden, untersucht dann den Fuß und prüft, wie stark die Verletzung ist. Es kann sein, dass der Fuß danach geröntgt wird, um nachzuschauen, ob der Knöchel gebrochen ist. Wenn sich die Beschwerden bei einer Knöchelverstauchung nach einigen Tagen nicht deutlich bessern, ist vielleicht ein Band gerissen. Möglicherweise wird auch eine Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie, MRT) durchgeführt, da die Bänder und das umgebende Gewebe mit diesem Verfahren oft besser beurteilt werden können als mit einer normalen Röntgenaufnahme.

Vorbeugung

Manche Menschen bandagieren oder schienen ihre Sprunggelenke, wenn sie Sport treiben. Hilfsmittel wie Schienen und Bandagen sollen das Sprunggelenk stabilisieren und erneuten Verletzungen vorbeugen.

Um einer chronischen Instabilität vorzubeugen oder das Gelenk wieder zu festigen, eignen sich vor allem auch Kräftigungs- und Koordinationsübungen. Allerdings ist es meist nötig, über Wochen und Monate zu trainieren, um eine Besserung zu erreichen. Häufig werden Übungen auf einem Balancebrett gemacht. Dabei steht man mit einem Bein auf einem Brett, das schon bei leichten Bewegungen zur Seite kippt. Diesem Kippen versucht man entgegenzusteuern und dabei nicht die Balance zu verlieren. Der Fuß muss dabei verschiedenartige Belastungen und Bewegungen ausgleichen, ohne dass das Gelenk nachgibt.

Behandlung

Ein verstauchter Knöchel schwillt schnell an und fängt ebenso schnell an zu schmerzen. Als Sofortmaßnahme gegen den Schmerz und die Schwellung kann man den Fuß hoch lagern, ihn kühlen und mit einer Kompressionsbandage verbinden, die einen leichten Druck auf den Knöchel ausübt. Bei einer leichten Knöchelverletzung reichen diese lindernden Maßnahmen meist aus.

Nach einigen Tagen kann, falls nötig, eine Schiene oder ein fester Verband angelegt werden, um den Fuß zu stabilisieren. Es spricht viel dafür, schon frühzeitig mit angepasster Bewegung zu beginnen und den Fuß nicht zu lange ruhigzustellen. Auch bei einer Verstauchung mit Bänderriss ist nur selten eine Operation notwendig.

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