Strategien für Angehörige und Freunde

Foto von Freunden (PantherMedia / CandyBox Images) Wer vermutet, dass jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis an einer Depression erkrankt ist, macht sich meist Sorgen und möchte helfen, weiß aber oft nicht wie. Wir haben einige Anregungen zusammengestellt, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Traurigkeit ist meistens eine normale und natürliche Reaktion, zum Beispiel auf einen Verlust, bei Problemen oder in einer schwierigen Lebenssituation. Wann sich aus einer traurigen Stimmung eine behandlungsbedürftige Erkrankung entwickelt, ist nicht leicht zu erkennen. Depressionen sind in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabuthema, über das nur ungern gesprochen wird. Menschen mit einer Depression, ihre Familie und Freunde schämen sich mitunter sogar für die Erkrankung. Doch Depressionen sind eine Krankheit wie jede andere auch.

Depressive Menschen können unter anderem sehr niedergeschlagen und traurig, manchmal verzweifelt, unsicher und ängstlich sein. Diese Gefühle und negativen Gedanken gehen meistens nicht mit der Zeit vorbei, manchmal werden sie sogar stärker. Depressionen führen oft dazu, dass das Interesse an Aktivitäten verloren geht, die vorher Freude gemacht haben. Manche Menschen ziehen sich völlig zurück, können sich zu gar nichts mehr motivieren und sehen auch keinen Ausweg für sich.

Partner, Familienangehörige und Freunde fühlen sich meist ratlos, vielen macht die Erkrankung auch Angst. Sie möchten sehr gern helfen, wissen aber nicht wie. Folgende Ideen und Anregungen können vielleicht dabei helfen, mit einem Menschen umzugehen und ins Gespräch zu kommen, um den man sich Sorgen macht:

  • respektvoll mit ihm umgehen
  • aufmerksam und genau zuhören
  • im Gespräch auf eine zugewandte Körpersprache achten
  • Schuldgefühle nicht ausreden oder als grundlos darstellen, da sie oft als real erlebt werden
  • mit Ratschlägen vorsichtig sein
  • die Lebenswelt des Betroffenen akzeptieren
  • versuchen, ruhig, offen und ehrlich zu bleiben, auch wenn das Gespräch schwierig wird oder ärgerliche Reaktionen auslöst
  • zur Inanspruchnahme professioneller Hilfe ermuntern
  • beim Vereinbaren eines Arzttermins helfen
  • ihn zu einem Beratungs- oder Therapiegespräch begleiten
  • Gedanken an Selbstverletzung oder Selbsttötung unbedingt ernst nehmen und professionelle Hilfe suchen
  • den Betroffenen davor zu schützen, während der Krankheitsphase voreilige oder falsche Entscheidungen zu treffen (zum Beispiel die Partnerschaft betreffend)
  • bei der Gestaltung des Tagesablaufs unterstützen: regelmäßige Ernährung, soziale Aktivitäten und körperliche Bewegung fördern, etwa durch gemeinsame Spaziergänge zu einer vorher festgelegten Uhrzeit
  • auf andere Familienmitglieder und Freunde achten, die durch die Erkrankung mitbelastet sein können
  • sich selbst gut über Depressionen (Ursachen, Verlauf und Behandlung) informieren
  • nicht zuletzt: auf das eigene Wohlbefinden achten und bei Bedarf mit Freunden, Angehörigen oder Fachleuten über die eigenen Erfahrungen und Gefühle sprechen

Wichtig ist es, sich immer wieder klar zu machen, dass jeder Mensch anders ist, sich unterschiedlich verhält sowie Erfahrungen und Erlebnisse unterschiedlich verarbeitet. Deshalb gibt es keine allgemein gültigen Empfehlungen.

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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