Einleitung

Foto von Mann (PantherMedia / Brigitte Meckle) Rote Flecken im Gesicht, sichtbare Äderchen und Pusteln: Viele Menschen kennen solche Probleme. Die Ursache dafür kann eine Rosazea („Kupferrose“) sein – eine häufige, oft chronische Entzündung der Gesichtshaut.

Wie bei jeder Hauterkrankung kann es schwierig sein, mit ihr umzugehen, und sie kann das Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Es gibt jedoch vieles, was man selbst tun kann, um die Entzündung zu lindern.

Symptome

Rosazea ist eine nicht ansteckende Entzündung der Gesichtshaut, die über Jahre hinweg bestehen kann. Häufig entwickelt sie sich zu einem Hautausschlag mit Papeln, Pusteln und spinnennetzartig erweiterten roten Äderchen. Die Erkrankung verläuft in Schüben: Phasen, in denen sie sich verschlimmert, können mit Phasen wechseln, in denen sie von selbst abklingt oder sich bessert.

Ursachen

Die Ursachen der Rosazea sind nicht genau bekannt. Manche Rosazea-Arten sind vermutlich erblich. Menschen mit hellerem Haar und heller Haut sind häufiger betroffen.

Obwohl sich Pusteln entwickeln können, handelt es sich bei der Rosazea nicht um eine Form der Akne. Typisch für Akne ist eine starke Talgproduktion der Haut. Dies ist bei der Rosazea nicht so.

Es wird vermutet, dass Rosazea verschiedene Ursachen haben kann: krankhafte Veränderungen der Blutgefäße in der Haut, Sonnenlichtschäden des Bindegewebes und eine krankhafte Entzündungsreaktion. Rosazea kann auch eine Nebenwirkung mancher Arzneimittel sein.

Häufigkeit

Die Rosazea beginnt meist nach dem 20. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa 2 bis 5 von 100 Erwachsenen betroffen – hellhäutige Typen häufiger als stärker pigmentierte und Frauen häufiger als Männer. Viele Menschen sind sich aber nicht bewusst, dass ihre ständig fleckig gerötete Gesichtshaut eine Hautkrankheit ist.

Verlauf

Man unterscheidet vier verschiedene Stufen der Rosazea:

  • Grad 1: vorwiegend Hautrötungen
  • Grad 2: Papeln, Pusteln und Flecken
  • Grad 3: Ödeme (Schwellungen durch Wassereinlagerungen) und entzündliche Hautknötchen auf der Nase
  • Grad 4: Augenbeteiligung

Die Krankheit schreitet aber nicht automatisch immer weiter fort; viele Menschen haben über lange Zeit gleichbleibende Symptome.

Unangenehm sind für viele Menschen vor allem Hautschwellungen und Knötchenbildung, die die Nase vor allem bei Männern zu einem sogenannten Rhinophym („Knollennase“) anschwellen lassen können.

Folgen

Zu einer besonderen Belastung wird die Rosazea, wenn auch Augenlider oder Augen befallen sind. Entzündungen der Bindehaut und am Lidrand, Trockenheit der Augen und Hornhautentzündung können schmerzhaft sein. Wenn die Augen wiederholt stark betroffen sind, kann eine Rosazea sie in sehr seltenen Fällen stark schädigen.

Vorbeugung

Oft finden Betroffene mit der Zeit heraus, dass es für einen Schub bestimmte Auslöser gibt. Solche Auslöser können von Person zu Person unterschiedlich sein. Allgemein gilt, dass alles, was zu einer Rötung des Gesichts führt, auch die Rosazea verstärken kann. Manche Menschen reagieren auf bestimmte Nahrungsmittel oder auf Alkohol, andere auf Kosmetika oder bestimmte Medikamente. Wer seine Auslöser kennt, hat die Möglichkeit, zumindest einige dieser Faktoren zu vermeiden. Nicht bekannt ist allerdings, ob eine Umstellung auf eine bestimmte Ernährung wirksam ist.

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Behandlung

Zur Behandlung einer Rosazea gibt es verschiedene Cremes, Lotionen und Gels. Häufig werden Cremes oder Gels mit Azelainsäure oder dem Antibiotikum Metronidazol eingesetzt. Antibiotika können auch in Tablettenform eingenommen werden, wirken dann aber im ganzen Körper.

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Leben und Alltag

Auch wenn die Rosazea meist harmlos ist, können die Rötungen im Gesicht für Betroffene eine große psychische Belastung darstellen. Betroffene kennen neugierige Blicke anderer oder Vermutungen, die Ursache der „roten Nase“ sei übermäßiger Alkoholgenuss. Meist liegen solche Reaktionen einfach daran, dass die meisten nicht wissen, was eine Rosazea ist. Andere häufige Hauterkrankungen wie Akne sind viel bekannter. Manchen Menschen mit Rosazea hilft es, wenn sie offen mit der Erkrankung umgehen und in Familie, Freundeskreis und am Arbeitsplatz erklären, was es mit ihrer Erkrankung auf sich hat.

Wenn die Rötung im Gesicht sehr auffällig ist und unsicher macht, können Kosmetika vielleicht helfen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, damit keine Kosmetika eingesetzt werden, die die Beschwerden verstärken. Bei der Auswahl der richtigen Produkte kann eine Beratung durch die Hautärztin oder den Hautarzt helfen.

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