Einleitung

Niraparib (Handelsname Zejula) ist seit November 2017 für Frauen mit hochgradigem epithelialem Eierstockkrebs, Eileiterkrebs oder primärem Bauchfellkrebs zugelassen. Es kommt für Patientinnen infrage, die einen späten Rückfall haben und auf eine platinbasierte Chemotherapie ansprechen (platinsensitives Rezidiv).

Eierstockkrebs wird durch Veränderungen im Erbgut der Zellen (Mutationen) verursacht. Weil anfangs keine oder nur unspezifische Beschwerden auftreten, bleibt Eierstockkrebs häufig lange unbemerkt. Wenn der Krebs dann diagnostiziert wird, ist er meist schon fortgeschritten. Ein fortgeschrittener Eierstockkrebs wird operativ entfernt. Gewöhnlich schließt sich eine platinhaltige Chemotherapie an. Kommt es zu einem Rückfall (Rezidiv), unterscheiden Fachleute zwei Rezidivarten:

Niraparib kommt bei einem späten Rezidiv infrage und hemmt verschiedene Eiweiße, die das Krebswachstum beeinflussen.

Anwendung

Niraparib gibt es als 100 mg Hartkapsel. Es werden 1-mal täglich 3 Kapseln zur etwa gleichen Zeit eingenommen. Dies entspricht einer Tagesdosis von 300 mg Niraparib. Die Einnahme kann kurz vor dem Schlafengehen erfolgen, um Übelkeit zu vermeiden. Treten zu starke Nebenwirkungen auf, kann die Einnahme pausiert oder die Dosis angepasst werden. Schreitet der Krebs trotz Behandlung fort, wird die Therapie beendet.

Andere Behandlungen

Für Frauen mit hochgradigem epithelialen Eierstockkrebs kommt nach einer platinbasierten Chemotherapie der Wirkstoff Olaparib oder ein abwartendes Beobachten infrage. Das bedeutet: Die Patientin wird weiterhin betreut und neu auftretende Beschwerden werden abgeklärt. Welche Behandlungen dann sinnvoll sind, wird gemeinsam mit der Patientin entschieden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2020 geprüft, ob Niraparib für Frauen mit hochgradigem epithelialen Eierstockkrebs, die ein spätes Rezidiv haben, Vor- oder Nachteile im Vergleich zum abwartenden Beobachten oder Olaparib hat.

Der Hersteller legte Daten aus einem indirekten Vergleich vor. Die Resultate indirekter Vergleiche sind grundsätzlich weniger aussagekräftig als ein direkter Vergleich. In diesem Fall wurde in einer Studie Niraparib mit einem Placebo verglichen, und in zwei anderen Studien wurde Olaparib ebenfalls mit einem Placebo verglichen. Für diese Patientinnen zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Niraparib?

Es zeigten sich keine Vorteile von Niraparib gegenüber Olaparib.

Welche Nachteile hat Niraparib?

Schwere Nebenwirkungen: Erste Ergebnisse deuten hier auf einen Nachteil von Niraparib gegenüber Olaparib hin.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Es gab keine Unterschiede bei der Lebenserwartung.

Welche Fragen sind noch offen?

Zu Lebensqualität, Gesundheitszustand und Therapieabbrüchen wegen Nebenwirkungen legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Niraparib (Zejula).