Nicht medikamentöse Behandlung

Foto von Mann beim Walking (PantherMedia / Randolf Berold) Bei einer COPD können Medikamente, aber auch verschiedene andere Behandlungen helfen. Wirksam sind vor allem spezielle Rehabilitationsprogramme (pneumologische Rehabilitation) und körperliche Bewegung.

Zu den nicht medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten bei einer COPD gehören angepasste körperliche Bewegung, Atemübungen sowie spezielle Rehabilitations- und Schulungsprogramme. Sie können dazu beitragen, die körperliche Belastbarkeit zu erhalten, die Atmung zu stärken und mit akuten Beschwerden besser umzugehen. Vieles davon lässt sich auch selbst im Alltag umsetzen.

Bei schwerer COPD kann eine Behandlung mit Sauerstoff helfen, die Atmung zu unterstützen und den Sauerstoffmangel auszugleichen.

Körperliche Aktivität

Sport und Bewegung können die körperliche Belastbarkeit und die Atmung verbessern. Regelmäßige Bewegung verbessert die Ausdauer, sodass man nicht so schnell außer Puste gerät und seltener Luftnot hat.

Es gibt spezielle Bewegungsprogramme für Menschen mit COPD, auch „Lungensport" genannt. Angeboten werden dabei zum Beispiel flottes Gehen (Walken), Laufen (Joggen), Radfahren, Gymnastik, Schwimmen, Atemübungen, Tanzen, Tai Chi und Qigong.

Ob eine bestimmte Sportart besser geeignet ist als andere, lässt sich nicht sagen. Dies hängt zum einen vom Schweregrad der COPD und der körperlichen Fitness ab, zum anderen von persönlichen Vorlieben. Wichtig ist, sich vor einer Teilnahme an Trainingsprogrammen ärztlich untersuchen zu lassen. Denn zum Beispiel bei starken Atembeschwerden oder Herzerkrankungen können bestimmte Aktivitäten zu risikoreich sein.

Atemtherapie

Regelmäßige Atemübungen können das Lungenvolumen vergrößern, die Atemmuskulatur stärken und Atemnot vorbeugen. Dadurch verbessert sich die Ausdauer bei körperlichen Belastungen. Mit den Übungen lässt sich auch das Abhusten von Schleim trainieren. Zudem können sie helfen, mit akuter Luftnot umzugehen.

Die Übungen werden im Rahmen von Atemtherapien angeboten. Dabei wird auch der Umgang mit Atemgeräten geübt, meist unter Anleitung von Physiotherapeutinnen oder -therapeuten.

Was kann man bei einem Atemnot-Anfall tun?

Bei akuten Atemnot-Anfällen (Exazerbationen) einer COPD werden die „Lippenbremse" und der „Kutschersitz" empfohlen. Beides soll die Atmung erleichtern und einer weiteren Verengung der Atemwege vorbeugen. Bei der Lippenbremse atmet man ruhig durch die Nase ein, spitzt dann die Lippen und atmet langsam und dosiert durch den Mund wieder aus. Beim Kutschersitz sitzt man breitbeinig auf einem Stuhl, beugt den Oberkörper nach vorne und stützt sich mit den Unterarmen auf den Oberschenkeln ab. Alternativ legt man die Arme auf einen Tisch und den Kopf darauf.

Pneumologische Rehabilitation

Menschen mit COPD können eine sogenannte pneumologische (pulmonale) Rehabilitation beantragen. Das mehrwöchige Behandlungsprogramm beinhaltet unter anderem körperliches Training, Patientenschulung, Atemtherapie, Ernährungsberatung und Rauchentwöhnung. Eine pneumologische Reha wird in speziellen Kliniken oder ambulant angeboten. Sie soll dabei unterstützen, die eigene Erkrankung besser in den Griff zu bekommen und trotz der Einschränkungen ein möglichst normales Leben zu führen.

Studien zeigen, dass eine pneumologische Rehabilitation die Lebensqualität bessern und dabei helfen kann, die Folgen der COPD zu bewältigen. Menschen mit häufigen Atemnot-Anfällen, die an einer solchen Reha teilnehmen, müssen in den ersten Jahren danach seltener ins Krankenhaus.

Eine Rehabilitation kann die Belastungsfähigkeit steigern. Dadurch wird es möglich, längere Strecken zu gehen, ohne außer Atem zu kommen. Möglicherweise sinkt in den ersten Jahren nach einer Teilnahme das Risiko, wegen akuter Atemnot-Beschwerden ins Krankenhaus zu müssen. Eine pneumologische Reha kann sowohl Menschen helfen, die gleichbleibende COPD-Beschwerden haben, als auch solchen mit häufigen Atemnot-Anfällen (Exazerbationen).

Da Verbesserungen durch eine Reha allein nicht sehr lange anhalten, ist es wichtig, zum Beispiel mit dem Atemtraining und den Bewegungsübungen im Alltag auch selbstständig weiterzumachen. Es gibt auch die Möglichkeit, regelmäßig an Bewegungs- oder Atemprogrammen für Menschen mit COPD teilzunehmen. Ob nach einer gewissen Zeit eine erneute Reha sinnvoll ist, lässt sich gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt klären.

Die pneumologische Rehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil des Disease-Management-Programms (DMP) COPD. Disease-Management-Programme für chronisch kranke Menschen werden von der Krankenkasse angeboten.

Rauchentwöhnung

Das Rauchen ist die Hauptursache für die Entwicklung einer COPD. Ein Rauchverzicht ist deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen gegen eine weitere Verschlechterung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung – und verringert zugleich das Risiko für andere Erkrankungen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die bei einer Rauchentwöhnung helfen können. Dazu gehören vor allem Verhaltenstraining und Medikamente. Beides ist allein oder in Kombination wirksam.

Zur Unterstützung der Rauchentwöhnung gibt es verschiedene Medikamente und Formen der Nikotinersatztherapie. Je nach Mittel haben sie mehr oder weniger starke Nebenwirkungen.

Ernährungsberatung

Einige Menschen mit COPD verlieren mit der Zeit deutlich an Gewicht. Ihre Muskeln werden schwächer und sie sind insgesamt weniger belastbar. Bei starkem Gewichtsverlust können eine Ernährungsberatung oder eine Ernährungstherapie sinnvoll sein. Wichtig ist dann, sich regelmäßig zu wiegen. Unter Umständen hilft es, kalorienreiche Zusatznahrung zu sich zu nehmen. Studien zeigen, dass untergewichtige Menschen mit COPD durch eine kalorienreiche Ernährung wieder an Gewicht und Muskelkraft zulegen können. Unklar bleibt, ob sich dadurch auch die COPD-Beschwerden bessern.

Auf der anderen Seite kann auch starkes Übergewicht die körperliche Belastbarkeit einschränken. Dann kann unter anderem eine Ernährungsumstellung dabei unterstützen, Gewicht abzunehmen.

Sauerstofftherapie und Heimbeatmung

Wenn eine COPD sehr weit fortgeschritten ist, kann es vorkommen, dass das Atmen selbst zu anstrengend wird, weil sich die Atemmuskeln dabei erschöpfen. In diesem Stadium der Erkrankung ist oft eine Behandlung mit Sauerstoff nötig. Es gibt verschiedene Sauerstoffgeräte:

  • Sauerstoff-Konzentratoren: Solche Geräte werden zur Behandlung in einem Raum aufgestellt. Die Geräte gewinnen den Sauerstoff aus der Luft und reichern ihn an. Der Sauerstoff gelangt über einen dünnen Schlauch („Nasenbrille") in die Nase.
  • Sauerstofftank: Bei diesen meist tragbaren Geräten gelangt der Sauerstoff ebenfalls über einen dünnen Schlauch in die Nase. Mit den Tanks kann man sich relativ frei bewegen und auch das Haus verlassen. Der Sauerstoff muss aber regelmäßig erneuert oder aufgefüllt werden.

Eine Sauerstofftherapie ist oft über mindestens 15 Stunden pro Tag nötig und kann auch während des Schlafs fortgesetzt werden. Manche Menschen brauchen den Sauerstoff aber nur phasenweise und gezielt, etwa vor oder während einer körperlichen Anstrengung.

Eine andere Form der Sauerstoffbehandlung ist die sogenannte Heimbeatmung. Dazu wird eine Atemmaske verwendet, die Mund und Nase abdeckt und Sauerstoff mit erhöhtem Druck bereitstellt. Dies entlastet die erschöpften Atemmuskeln. An die Maske muss man sich anfangs gewöhnen. Je nach Schwere der COPD sollte die Maske zwischen 8 und 14 Stunden pro Tag getragen werden.

Patientenschulung

In Schulungsprogrammen lernen Menschen mit COPD zum Beispiel, Medikamente und Sauerstoffgeräte richtig anzuwenden. Sie üben Inhalationstechniken und erfahren, welche Möglichkeiten es gibt, Beschwerden vorzubeugen und mit akuter Atemnot umzugehen. Das Ziel der Schulungen ist, die Erkrankung so gut es geht selbst bewältigen zu können. Patientenschulungen sind auch Bestandteil von Disease-Management-Programmen (DMPs).

Schlagwörter: Atemwege, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), J42, J43, J44, J96, Lungenemphysem, Lungenerkrankung, chronisch obstruktive (COPD), R05, R06